Medienzentrale reloaded – Ungeist hinter Stahlplatten

Nachtrag vom 2.1.2014:

Weil in der Diskussion um die konzeptionellen Grundlagen der Medienarbeit der Bundeswehr in den Kommentaren immer mal wieder auf angeblich vorliegende Konzepte der Vergangenheit Bezug genommen wird, folgend ein Link auf meine Masterarbeit im Universitätslehrgang PR und Integrierte Kommunikation aus dem Jahre 2006, in der ich mich mit diesem Thema intensiv befasst habe. Schwerpunkt der Studie war der Einsatz von Corporate TV. Ich habe den Text lange nicht mehr gelesen und womöglich ist Einiges, was darin steht, heute überholt, aber vielleicht finden sich darin ja noch einige Anregungen – und wenn es nur für die Debatte hier ist.

Gegen/Bilder: Perspektiven für den Einsatz von Corporate TV im Rahmen eines integrierten Kommunikationsmanagements der Bundeswehr

 

Neue Ministerin, neue Hoffnung. Das gilt auch für die Kameraden und Kollegen der Medienzentrale der Bundeswehr, die sich an ihre Scholle in Sankt Augustin krallen. Ihre Argumente sind durchaus valide. Unter anderem Infrastruktur, gute verkehrstechnische Anbindung, Ausstattung, eine lange Tradition und speziell ausgebildetes Personal, das andernorts nicht so schnell eine neue Stelle findet, haben sie dem Vertreter des CDU-Ortsverbandes in die Feder diktiert, der seiner Parteikollegin auch prompt einen Brief geschrieben hat (Danke für den Hinweis in den Kommentaren).

Leider ist die Argumentation insgesamt von der gleichen überschaubaren Qualität wie viele der Produkte, die die Medienzentrale seit ihrer Gründung produziert hat. Anstatt konkrete Zahlen zu nennen, ist im Brief davon die Rede, dass „In der IMZBw (…) neben den Soldaten auch einige zivile Mitarbeiter beschäftigt (…).“ Nein, wirklich, nicht zu glauben. Warum beantwortet die Medienzentrale, wenn sie doch schon so exzellente Beziehungen zur Lokalpolitik besitzt, nicht mal die wirklich wichtigen Fragen? Wie viele Mitarbeiter, welche Qualifikation? Für welche Produkte steht die Medienzentrale? Wie viele Sendeminuten hat sie im Jahr 2013 mit ihrem tollen Equipment produziert? Wie viele Auszubildende? Wie hoch ist ihr Etat? Was hat sie dafür geleistet? In wie vielen Ländern weltweit waren ihre Mitarbeiter im Einsatz? Wie bewertet das Publikum die Qualität der Beiträge?

Ich vermute: Entweder sie kann es nicht oder sie will es nicht. Und nein, ich will jetzt nicht wieder das Lamento hören, dass man ja so schlecht geführt worden sei. Das ist bekannt und ist auch nicht zu übersehen. Viel besser wäre doch, mal konstruktiv nach vorne zu diskutieren. Also beispielsweise:

– Welche Aufgaben sieht man im Bereich Personal, wenn doch schon ein Teil des Amtes gegenüber einzieht?

– Wie könnte man durch gute Kommunikation die Positionierung der Bundeswehr als Arbeitgeber unterstützen?

– Welche crossmedialen Produkte könnten in der Medienzentrale gedacht und gemacht werden?

– Wie könnte sich die Medienzentrale im Verbund mit dem nur etwa eine Stunde entfernten Standort des Zentrums Operative Information (ab 1.1. Operative Kommunikation) als ein wichtiges Element für eine integrierte Produktionsstätte positionieren?

– Welche Vorteile hätte ein gemeinsamer Ausbildungsverbund, der unter anderem die Nähe zu Köln nutzt, eventuell darüber hinaus noch das Thema Medienstandort NRW adressiert (in den schon viele Millionen versenkt wurden)?

– Welche Rolle könnte die Medienzentrale im mit fast 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesland spielen?

Es gibt zahlreiche weitere Argumente, die sehr eindeutig für ein intelligentes Zukunftskonzept sprechen. Das absehbare Scheitern des Medienhauses in Berlin bzw. im märkischen Sand ist das schlechteste, denn die Bundeswehr könnte beides gut gebrauchen. Dass die Akteure in der Medienzentrale nicht in der Lage sind, diese Argumente zu entwickeln und zu formulieren, ist der beste Grund, den Standort zu schließen, denn in den Mauern lebt – hinter „einer inneren Auskleidung des Baukörpers mit 4mm dicken Stahlplatten und mit Spezialtüren zu den einzelnen Räumen“ – ein Ungeist der Zukunftsverweigerung, den zu verlieren, ein Segen für die Medienarbeit der Bundeswehr sein dürfte.

55 Gedanken zu “Medienzentrale reloaded – Ungeist hinter Stahlplatten

  1. „Wie könnte sich die Medienzentrale im Verbund mit dem nur etwa eine Stunde entfernten Standort des Zentrums Operative Information (ab 1.1. Operative Kommunikation) als ein wichtiges Element für eine integrierte Produktionsstätte positionieren?“

    Genau, warum muss die Technik aus Sankt Augustin für viel Geld nach Mayen verlagert werden? Ein neues Türschild „Operative Kommunikation – Aussenstelle Sankt Augustin“ dürfte günstiger sein! 😉

  2. Und wieder knapp daneben. Es geht nicht um das Türschild. Es geht darum, was beide zusammen besser könnten. Es geht darum, welche Szenarien durch eine intelligente Abstützung auf den Standort Sankt Augustin besser bedient werden können. Dazu gibt es keinen einzigen klugen Kommentar. Weder hier noch andernorts. Stattdessen: Besitzstandswahrung. Und die ist – zu Recht – der direkte Weg in die Schließung.

  3. tja, dafür bin ich wohl ein zu kleines Licht auf der Arbeitsebene, um neue Konzepte zu liefern. In meiner Kurzsichtigkeit dachte ich, dass Radio Andernach und bwtv gemeinsam eine funktionierende Kombination der Soldtenbetreuung bilden könnte. Und das Geld, welches man spart wenn in Mayen nicht alles neu aufgebaut werden müsste, sondern die IMZBW weiter nutzt, könnte man sinnvoller in die Inhalte der beiden Sender investieren, um das Program für die Soldaten noch atraktiver zu gestalten!

    Aber Herr Stoltenow, Sie als erfahrener Kommunkiationsberater kennen doch die Firma und selbst die Strukturen der IMZ aus eigener Erfahrung. Könnten Sie denn nicht, bei ihrer Expertise, Möglichkeiten zu weiteren sinnvollen Nutzung aufzeigen, um vielleicht Kameraden und Kollegen in dieser desolten Lage zu helfen?

    • Niemand ist ein zu kleines Licht auf der Arbeitsebene. Genau dieses Denken, dass alle Verantwortung der jeweils höheren Hierarchieebene zuweist, hat ja den aktuellen Zustand mitverursacht. Ich behaupte im Gegenteil, dass wir mehr Arbeitsebene in der Konzeption brauchen. Das zu ermöglichen ist die Aufgabe der Führung.

      Und ja, Truppenbetreuung ist eine Aufgabe. Genau hier muss der Konzeptionsprozess ansetzen. Die Hilfe, die ich ehrenamtlich leisten kann, ist es beispielsweise die oben genannten Fragen zu stellen. In den Antworten liegt das Konzept.

      • hmmm, das konzeptionelle Einbinden der Arbeitsebene…. . Hab ich das überhaupt schon mal erlebt? Mir fallen da nur die ganzen Beraterfimen ein, die neue Medienkonzepte im Auftrag der militärischen Führung entwickelt haben….
        Das war zu bwtv Zeiten so und es wiederholt sich jetzt in Berlin mit der Zentralredaktion und der Firma ems erneut.

      • „[…] Niemand ist ein zu kleines Licht auf der Arbeitsebene. Genau dieses Denken, dass alle Verantwortung der jeweils höheren Hierarchieebene zuweist […]“

        Schön gesagt. Nicht immer nur nach oben schimpfen, sondern selbst anpacken und mitdenken. Genau dies macht die innere Führung aus. Und ich behaupte, dass man auch aus der Arbeitsebene heraus etwas bewirken kann. Dies ist zumindest meine Erfahrung in der genannten Arbeitsebene.

  4. Ich denke es geht der Kommunalpolitik in Sankt Augustin vor allem um die drohende „Bauruine“ Medienzentrale. Das kommt nicht gut im Kommunalwahlkampf 2014. Das schlimme daran: Die CDU-Sankt Augustin hat Recht. Das ist fürwahr ein Politikum. Als Bürokomplex völlig ungeeignet, fensterlose Räume, ein riesiges TV-Studio mit allem drum und dran. Abhörsicher wie man liest. Das kann man nur noch abreißen und somit weitere Millionen vernichten. Ich verstehe gar nicht warum der Bund nicht diese Einrichtung für andere Bundeseinrichtungen nutzt, die ebenfalls Öffentlichkeitsarbeit herstellen? Das wäre dann doch auch für die dort Beschäftigten eine Chance. Ob jetzt die Bundeswehr mit im Boot ist oder nicht, grundsätzlich gilt es doch vorhandene Einrichtungen zu nutzen, statt in Berlin und/oder anderswo für viel Geld etwas neues zu bauen. –

    • Warum der Bund die Einrichtung nicht nutzt, ist relativ einfach zu erklären: Außer dem Verteidigungsministerium produziert kein anderes Ressort in einem ähnlichen Umfang selbst Medien, sondern beschäftigt zivile Dienstleister. Das ist, betriebswirtschaftlich betrachtet, der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten. Der Anteil der Baukosten ist dabei relativ klein.

  5. lieber herr stoltenow,
    schön, dass sie das mal aufgeschrieben haben. aber diese fragestellungen, ja sogar konzeptionelle vorstellungen sind entwickelt worden. sie wurden sogar in berlin vorgestellt.
    der zerschlagungsprozess hatte ca. 2008 begonnen, als die redaktionen „bundeswehr.de“ sowie der y vom hardtberg nach berlin mussten.
    die zerlegung der imzbw in die teile öffentlichkeitsarbeit (strausberg), personalgewinnung (köln), polbil (koblenz) einsatzbetreuung (mayen) und informationsarbeit (berlin) 2012 war gewollt und entzieht sich damit wirtschaftlichen erwägungen.
    der zentralisierungsprozess war so gelungen, dass nach etwas mehr als einen jahr der rückumzug der zentralredaktion aus köpenik nach berlin mitte (mietobjekt !!!) erforderlich wird…
    nein, herr stoltenow, es geht nur vorrangig um arbeitsplätze. dahinter steht die traurige erkenntnis, dass ein guter redaktioneller und vor allem technischer verbund „zerlegt“ wurde (bw-aktuell war ja immer der unmittelbare zögling des pr-/infostab). koste es, was es wolle…
    ja, die alte imzbw ging so nicht mehr – aber gute konzepte lagen auf dem tisch. sie waren aber in berlin nicht gewollt…

  6. Der Keks ist doch längst gegessen. Von dem Personal der IMZ ist schon mehr als die Hälfte nicht mehr vorhanden. Am 31.12.13 endet der letzte Auftrag (YouTube) und die Zentralredaktion steht in der Verantwortung und muss liefern. Die restlichen Mitarbeiter werden sich dann so schnell wie möglich auf andere Dienstposten verabschieden und Ende 2014 wird der Letzte das Gebäude besenrein abschließen.
    Und wenn das Gebäude nicht verkauft und weitergenutzt wird, werden bald die Sprayer dem Laden “einen neuen Anstrich“ verpassen. Somit wäre auch die Angst und der Aktionismus der Kommunalpolitik begründet.
    Zuletzt lässt sich noch festhalten, dass dieser Blogbeitrag nichts anderes enthält, was der Autor den Mitarbeitern der IMZ selbst vorwirft: “Gemecker über das Unvermögen Anderer“ und “ Unfähigkeit zum Aufzeigen von Alternativen“. Mehr als eine abschätzige und subjektive Meinung ist hier nicht enthalten.

    • Es ist das Wesen von Meinungen, dass sie subjektiv sind. Und warum die Medienzentrale all‘ die Jahre nicht genutzt hat, einen substantiellen Beitrag zur Kommunikation der Bundeswehr zu leisten, bzw. zu erkären, dass sie es tut, müssen die Verantwortlichen schon selbst beantworten. Wenn aber die Abwicklung schon so weit fortgeschritten ist, dann lügt der CDU-Ortsverband die Ministerin an – eine weitere Kommunikationspanne.

      • na, ihre Aussagen oben in Blog, dass die IMZ dem CDU Ortsverband etwas „in die Feder“ diktiert hat, scheint vielleicht so auch nicht zu stimmen…
        Oder gehen Sie hier von arglistigen Täuschungen aus? Mir scheint doch eher ein gewisser Grad von Unwissen im eigenständigen Handeln des CDU Ortsverbandes zu liegen. Und noch mehr Unwissen in ihren Meinungsäußerungen. Sind es nur wilde Mutmaßungen oder Fakten?

        • Richtig. Warum Absicht vermuten, wenn Unwissen als Erklärung ausreicht. Das gilt in alle Richtungen, also auch in meine. Was ich gemacht habe, ist, aus den Kommentaren bzgl. der Medienzentrale etwas aufzugreifen und zu spekulieren. Warum? Weil ich mir in der Tat eine sinnvolle Nutzung der Infrastruktur und Beschäftigung des Personals in einem Medienverbund Bundeswehr vorstellen kann. Allerdings scheinen die diesbezüglich angeblich vorhandenen Ideen nie mit der interessierten Öffentlichkeit diskutiert worden zu sein, denn in den Medien war immer nur von der achso wertvollen Technik die Rede, nie von harten Fakten zum qualitativen und quantitativen Output im Vergleich zu den Kennzahlen vergleichbarer Produktionseinrichtungen.

  7. es schadet leider der qualität dieses blogs, wenn zu viel verletzendes breit getreten wird. die mitarbeiterschelte überschreitet für mich das erträgliche und ist einem reserveoffizier nicht würdig.
    warum ist herr stoltenow verwundert, dass der personelle abbau der imzbw „voll im gange“ ist? die neuausrichtung gilt auch in sankt augustin (auflösung der imzbw). er sollte eigentlich die neuausrichtung im bereich der kommunikation der bw schon mitplottten…
    die mitarbeiter haben im rahmen ihrer weisungen das best mögliche versucht und gemacht. in 2010 haben sie – und nur sie – den youtube kanal der bundeswehr aus dem nichts aufgebaut und zum spitzenkanal aller militärauftritte weltweit gemacht. also – es geht doch…
    wenn allerdings in berlin jahreslanges fracksausen im hinblick auf die neuen medien/soziale netzwerke die vorgaben bestimmt, dann bleibt die maschine eben stecken.
    die auflösung der imzbw ist über die letzten 2 jahre aus dem bereich der politik (spd/cdu) massiv kritisiert worden. aber der sack war ja zu.
    das tragische daran ist, dass an diesem beispiel webfehler der neuausrichtung (wirtschaftlichkeit,zentralisierung gleichartiger funktionalitäten) offenkundig werden. denn in diesem fall passt eigentlich kein argument.
    die berliner wolllten es halt so und stehen jetzt vor dem nächsten umzug mit millionenmiete…
    versteh´ das wer will

    • Lieber Hand Schulz,

      ich bin ja ein Freund der direkten Rede. Wenn Sie das Blog aufmerksam lesen, sollten Sie feststellen, dass ich immer das System und seine hohen Repräsentanten anhand der Kommunikate kritisiere. Wer sich davon persönlich betroffen sieht, weiß vermutlich warum. Aber wie Sie schon schreiben: Sie haben im Rahmen der Weisungen gearbeitet. Vermutlich ist das der Fehler. Hätte ich mich in meiner Dienstzeit an die Weisungen meiner Vorgesetzten gehalten, stünde ich heute nicht da, wo ich jetzt stehe – good or bad.

      Und wenn Sie als einzige Referenz den YouTube-Kanal der BW nehmen, bleiben Sie doch a) bitte bei den Fakten und b) überbewerten Sie doch nicht die Leistung der Medienzentrale. Jeder halbwegs begabte Mediengestalter hätte die Seite einrichten können. Der BW steht Google darüber hinaus sehr gerne hilfreich zu Seite. Und die unbestritten hohen Abruf- und Abonnentenzahlen entsprechen nicht immer der inhaltlichen Qualität der Beiträge.

      Gleichwohl: Ja, der YT-Kanal ist ein Leuchtturmprojekt, und die Moderatorinnen machen einen prima Job. Aber er ist kein Business Case für die Medienzentrale. Den könnte es geben, aber da sich die Akteure eher selbstgefällig in die Schmollecke zurück ziehen, fährt der Zug leider ohne sie.

  8. @stoltenow
    es wird durch wiederholungen nicht besser.
    1. der yt auftritt wurde im layout und den hunderten von beiträgen allein (!) von der imzbw gemacht (ausn. einige beiträge aus afg durch ekt),
    2. google sorgt für eine stablie plattform – ende gelände! und ändert eigenständig weltweit das format und straft damit die kommentarleiste ab…
    3. der yt erfolg kam vom formalen auftritt, der gelungenen kommentarbeitung und den tollen geschichten aus dem alltag.

    viel besser gefällt mir ihr ansatz in einem medienverbund zu denken. die bw hat alles, was die informationsarbeit und die kommunikation nach innen/aussen braucht: radio, fernsehen. print, online, call center,…
    nur alles an verschiedenen orten in primitiv infrastruktur.
    finden wir das gut? nein.
    daher die alte anregung. fügt zusammen, was zusammen gehört. und da bietet sich ein technisches kleinod an (und zwar nur das): die im bw sitz befindliche imzbw!
    so bitte ich meine logik zu verstehen. es geht nicht um arbeitsplätze sondern eine saubere analyse, die nicht mit berlin (haben wollen) beginnt. wirtschaftlichkeit, unverzügliche(!) umsetzbarkeit und synergien/medienverbund und dann die richtigen leute (sind und waren nicht alle in der imzbw…). könnten sie sich die diskussion vorstellen, zopinfokom nach sankt augustin zu bringen, mit dem fernsehen zu verheiraten und alles in bundeswehr.de anzuteasern…
    wäre klasse herr stoltenow, wenn darüber mal vorurteilsfrei im sinne der sache und des steuerzahlers gesprochen worden wäre…

    • Genau das habe ich ja oben geschrieben. Die Infrastruktur der Medienzentrale eignet sich sehr gut, um im Bereich TV ein integriertes Konzept mit ASto für bwtv und OpKom zu realisieren. Inwieweit in Sankt Augustin allerdings Platz für Zentrum und Bataillon wäre inkl. Möglichkeit, zu üben, weiß ich nicht. Der konzeptionelle bzw. ideologisch wichtige Schritt dazu wäre, die künstliche Trennung in Truppeninfo, OpInfo und ÖA aufzuheben. Auch Personalwerbung und Ausbildung inkl. FMZ gehörten m.E. dazu. Ironie des Ganzen: Das ist nicht neu, aber die Umsetzungsgeschwindigkeit ist atemberaubend, und die Trägheit des Apparates ungeheuerlich.

  9. Nur zum Verständnis: Es ging doch in diesem Schreiben der CDU einerseits um eine sinnvolle Weiterbeschäftigung des Fachpersonal in der Region Bonn/Köln. Andererseits um das weiterhin ungelöste Problem der Nachnutzung dieses Gebäudes. Man kann es ja offensichtlich nur als TV-Einrichtung sinnvoll nutzen. Andererseits wurde das Thema Verschwendung von Steuergeldern in Millionenhöhe hier angebracht. Alles Themen die eklatantes Führungsversagen (de Maiziere) offenbaren.

  10. @sascha_stoltenow
    „Auch Personalwerbung und Ausbildung inkl. FMZ gehörten m.E. dazu“.

    upps – sie beschreiben gerade die alte imzbw:
    fernsehen, unterstützung der pers-gewinnung, ausbildungsfilme, filme zur politischen bildung (dvd), online, print, mediendatenbank, … synergien pur! man hatte halt alle möglichkeiten, von der technik über den platz bis zum (i.d.r.) guten, einsatzbereiten personal.
    wie gesagt politisch gewollt fehlte nur bw-aktuell (ministeriumseigen…) und das einsatzradio (radio andernach). dann wäe es ein wirklicher kleiner wdr gewesen.

    wenn afg dann 2015 durch ist, was macht zopinfokom eigentlich mit seinem radio und dem zu diesem zeitpunkt vereinnahmten bw-tv? im kosovo und auf den afrikanischen kontinent sind m.w. keine kräfte im einsatz ?! das personal könnte so gut in einer zentralredaktion in anderen sparten weiter „fit“ gehalten werden…
    besuchen sie doch einmal wieder die liegenschaft in sankt augustin und bilden sie sich einen frischen eindruck von den räumlichen möglichkeiten…

    • Ja, natürlich beschreibe ich die Struktur der alten IMZBw plus OpInfo, aber nicht in der alten Kultur, sondern nach vorne gerichtet. Genau dieses nach Vorne denken habe ich weder in meiner aktiven Zeit noch danach gefunden.
      Ohne Frage, das war vor allem ein Führunhsproblem, aber wenn ich mich in meiner Dienstzeit immer an den Defiziten der Führung orientiert hätte, hätte ich auch nichts bewegen können.

  11. Also sammeln wir mal Vorschläge: Aus meiner Sicht gehört die IMZBw in Sankt Augustin als Einrichtung des Bundes genutzt, wie hier schon einmal vorgeschlagen wurde. Es gab doch in der Vergangenheit bereits Kooperationen mit Phoenix, der DW, der Bundeskunsthalle (oder irre ich hier?), sowie den politischen Stiftungen. Die Bundeswehr könnte dort ihre Presse- und Infozentren (PIZ) konzentrieren (SKB, Personalmanagement, LW), die sowieso im Umkreis Köln/Bonn angesiedelt sind, und nicht über so eine gute Infrastruktur verfügen wie das Medienhaus bei Bonn. Außerdem könnte die Bundeswehr dort ihre Ausbildungsfilme/Ausbildungshilfsmittel produzieren. Wie zu hören ist, sucht man dafür gegenwärtig sowieso noch nach einem Standort. Was läge da näher, als das Gebäude der Medienzentrale dafür zu nutzen. Vielleicht lesen diesen Blog ja die Verantwortlichen im Ministerium?

    • Gute Ideen. Bitte mehr davon. Vielleicht lesen das ja Menschen in der Bundeswehr, die Lust haben, in einem – letzten? – Versuch nochmal zusammenzutragen, welche Rolle die Medienzentrale in einem Medienverbund der Bundeswehr spielen könnte. Und wenn es schon fertige Papiere gibt, freue ich mich auf Mail.

  12. @ Sabine_Lamckyk
    … ist da nicht auch noch die bundespolizei in sankt augustin (u.a. fliegerische ausbildung).
    vielleicht öffnet sich das haus an der alten heerstraße, wenn herr stoltenow den wenig hilfreichen titel des beitrages „anpasst“. es sind nicht die ungeister hinter stahlplatten, die veränderungen blockieren. sie sind die umsetzer, die i.d.r. sehr kreativ und innovativ denken und arbeiten. aber gegen den auflösungs- und zerschlagungswillen des mutterhauses in berlin verstummt jedes noch so gute argument.

    leider glaube ich, dass die uhr für die imzbw abgelaufen ist. der neue mietvertrag in berlin mitte läuft wohl einige jahre (mit mietkosten in millionenhöhe!)…

    • wenn man dem neuen Sprecher und gleichzeitig neuem Leiter des PrInfoStabes die IMZ noch vorstellen kann, könnte es dann nicht vielleicht die Chance geben, dass er die medialen Möglichkeiten dieses Hauses erkennt und weiter nutzen will? Es müssen nur neue Aufgaben/Aufträge definiert werden, dann kann es weiter gehen. Und gute Vorschläge gibt es ja hier schon einige.

      Das die ZRed in Berlin selbst nach 2 Jahren noch bei „Null“ steht haben ja selbst einige im PrInfoStab gemerkt. Aber lasst die den youTube Kanal der Bundeswehr ruhig ab dem 01.01.14 weiter machen und zu Grunde richten. Mit dem „gekidnappten“ Facebook Account „Bundeswehr“ schaffen die das auch schon!

      Die IMZBw hatte auch noch andere Aufträge vor bwtv oder youtube. Früher hatte man sogar noch mediale Aufträge im Bereich der NATO übernommen, oder auch technisch bei der Durchführung von Großtagungen wie der Kommandeurtagung unterstützt (und mal ehrlich: die letzte Kommandeurtagung bei und durch die AIK war grottig). Und auch bei der BigBand oder anderen Musikkorps hat die IMZ bei Aufnahmen von Konzerten unterstützt…. Wird das die ZRed jemals können?

      in Berlin fehlt es den Verantwortlichen leider an Weitsicht, die Möglichkeiten der IMZ zu nutzen, deshalb schaffen sie die IMZ lieber ab, da sie mit diesem Instrument nicht umgehen können.

      Aber vielleicht erkennt ja der neue Leiter des PrInfoStabes das mögliche Potential.

  13. Ich denke eine Kooperation mit dem Pressestab in Berlin ist Illusion. Dafür ist schon zu viel Porzellan zerschlagen worden. Die Hauptstadt-Mafia will ihr „Ding“ durchziehen. Das hat (macht-)politische Gründe. Viel wichtiger scheint mir der Ansatz zu sein, dass die Bonn-Befürworter quer durch alle Parteien die Chance erkennen, dass durch den Erhalt und durch die Nutzung einer solchen technischen Einrichtung, auch andere politische Institutionen in Bonn gehalten werden können. Stichwort: Crossmediale Anbindung. Statt für einzelne Ressorts immer neue Studien in Auftrag zu geben, sollte die politische Ebene mal ein Ressort übergreifendes Konzept professionell erarbeiten lassen. Wie mann Standorte technisch anbindet, haben Einrichtungen wie die Deutsche Welle schon unter Beweis gestellt.

  14. @Rosmario H

    dieser weitreichende ansatz ist nie ernsthaft in erwägung gezogen worden. die imzbw sollte weg, damit eine 80 personen dienststelle (aik) im brandenburger sand am leben erhalten werden konnte… (in einer anderen reform waren dstst unter 90 personen mal besonderes streichinteresse).

    die neuausrichtung hat viele dinge mit anderen ministerien „gemeinsam“ ermöglicht (z.B. gehaltsabrechnung, beihilfe und demnächst auch die beschädigtenversorgung). bmvg, bmi, bmf machen ZUSAMMEN ihr ding, wenn auch zu begínn extrem holprig.

    aber medial übergreifend zu denken, i.s.v. einer zentralen medienproduktionsstätte für das bundespresseamt, andere ministerien, bundesbehörden und ämter (nicht nur auf der rheinschiene) ging nicht, da das personal der imzbw haushalterisch und körperlich (steinbruch) für den berliner traum benötigt wurde.

    Rosmario H, dennoch sehr guter , logischer und sachgerechter vorschlag

  15. Die Nutzung der Medienentrale als Kinderbetreuungskanal wäre gar nicht so schlecht. De Bundeswehr braucht Kinderbetreuung mehr denn je, gerade durch die Reform. Wie auf „Augen geradeaus“ eben diskutiert wurde, scheiterten Pläne von ARD und ZDF für einen gemeinsamen Kanal am Geld und fehlender Infrastruktur. In Sankt Augustin wäre sie vorhanden. Das Haus müsste ja nicht primär mehr von der Bundeswehr selbst betrieben werden, sondern könnte von der Trägerschaft her öffentlich rechtlich geführt werden. Dem stünde dann auch nicht der Rundfunkstaatsvertrag entgegen, wie oben angemerkt wurde.Die Bw würde nur personell zuarbeiten und im Gegenzug den Nutzen für die Kinderbetreuung ziehen. Synergieeffekt top!

  16. @hans schulz – schlimm genug, dass man keine Kooperationen mit anderen Einrichtungen in Erwägung gezogen hat. Das haushälterische Problem versteh ich nicht so ganz. Ich verfolge die Debatte hier schon länger. Ich denke das Personal bleibt in Sankt Augustin und somit ein Kostenfaktor? So sieht es doch zumindest der Tarifvertrag vor. Bleibt das Thema sinnvolle Nachnutzung der Immobilie. Die CDU hat ja in ihrem neuerlichen Schreiben genau diese Punkte angesprochen. Nämlich im Sinne der Mitarbeiter, aber auch im Sinne der Steuerzahler eine optimale Lösung zu finden. Aber wahrscheinlich soll beides gerade NICHT sein. Es soll wohl eine möglichst teure, schlechte und für alle Beteiligten unbefriedigende Lösung her. Ich habe schon verstanden …. Deutschland geht schlafen.

    • ein geringer Anteil des Personal bleibt nur noch bis Mitte 2014 in der IMZBw, um der Zentralredaktion in Berlin noch weiter „auszuhelfen“. Der Auftrag der IMZBw endet ja eigentlich am 31.12.13. Ende 2014 soll das Gebäude leer und geräumt sein, da es auf dem Imobilienmarkt angeboten wird:

      http://messe.bundesimmobilien.de/gewerbe-53757-sankt-augustin/

      Das Personal wird im Rahmen des Personalkarusells irgendwo auf freie Dienstposten in der Region (hoffentlich) mit der gleichen Gehaltsklasse untergebracht (wenn möglich). So müssen sich die Mitarbeiter, die jahrelang im Medienbereich tätig waren allerdings auf neue Tätigkeiten in neuen Berufen einstellen. So wurde z.B. einem Cutter ein Job in der Zollabfertigung des militärischen Bereichs des Flughafens Köln Bonn angeboten. Das für diesen Job jedoch eine spezielle kaufmännische Ausbildung notwendig wäre ist nebensächlich. Erschreckend ist zudem, dass diese Art der Personalunterbringung dank der Bundeswehrreform wohl gerade in ganz Deutschland praktiziert wird. Da geht viel „KnowHow“ verloren und die Qualität der zukünftigen Arbeit wird wohl kaum gesteigert.
      Den militärischen Verantwortlichen ist das egal, hauptsache die eigene Karriere nimmt keinen Schaden…..

  17. Eine Lachnummer! Danke für die Info. Das können die doch nicht ernsthaft so planen…. skuril und traurig zugleich.

  18. @Rosmario H
    nur zum verständnis: die neue zentralredaktion wurde haushaltsseitig nur mit den dienstposten (in gleicher anzahl und dotierung) der imzbw alimentiert.
    der dienst kann also nur durch eine person an einem ort geleistet werden. wer nicht mitgeht muss auf einen anderen dienstposten im rheinland (s.o. cutter wird zum zollabfertiger ?!?) und berlin besetzt vom dortigen markt nach.
    so geht in sankt augustin ein techniker und in der zentralredaktion wird ein verwaltungsfachangestellter eingestellt. (beispielhaft, allerdings grundlage für das argument des brain drain, der fleißig stattfindet…)

    • … gleiche Anzahl und Dotierung? So wie ich das mitbekommen habe, gibt es in der Zentralredaktion mehr militärische Führungsposten, als in der medial arbeitenden Arbeitsebene. Nur wenige Dienstposten wurden 1 zu 1 übertragen. Viel wurde zusammengefasst und neu bewertet. “Mehr Häuptlinge, weniger Fachleute“. Die Beraterfirma “ems“ hat das Personalkonzept der Zentralredaktion als “unseriös“ bezeichnet. Das haben auch die meisten Mitarbeiter in Berlin erkannt und haben erfolgreich den Absprung geschafft!

  19. @bitte_so_nicht

    da die zentralredaktion einen völlig neuen konzeptionellen ansatz (reine informationsarbeit ohne nutzung technischer synergien für andere felder, wie betreuungsfernsehen, unterstützung der nachwuchsgewinnung, ausbildungsfilme, etc.) darstellt, sind fachliche veränderungen und anpassungen natürlich zwingend.
    ändert aber nichts an meiner o.a. aussage, dass grundsätzlich die DP in anzahl und dotierung von sankt augustin nach berlin gewandert sind (beispiel: wieviele obersten hatte die imzbw, wieviele hat die zredbw: 2).

    der neue ansatz, mit einer gefühlten fachlichen entwertung der erfahrenen redakteure, hat die personalflucht wohl erheblich gefördert.

    aber kinder, morgen wird`s was geben. da fängt mit der alleinverantwortlichen zredbw eine neue zeitrechnung an!

    • und hoffentlich bleibt die ZRed so “arrogant“ wie bisher und lehnt auch weiterhin Hilfe und Unterstützung unsererseits weiterhin ab, so dass unsere Mitarbeiter sich um ihre Zukunft kümmern können…. endlich frei sein von diesem Diletantismus!

      Guten Rutsch und mögen wir ein besseres Jahr erleben, als die Letzten. 😉

      • PS: Ich hoffe doch, das die verantwortliche militärische Führung (SKA / SKB / AIK / ZRed oder PrInfoStab… wer auch immer) es endlich geschafft hat, pünktlich zum Jahresende den Auflösungsbefehl für die Abt. I (IMZBw) erstellt zu haben, so dass nun auch die letzten Mitarbeiter endlich von den Personalsachbearbeitern bis Mitte 2014 „bearbeitet“ werden.

  20. @bitte_so_nicht welchen Auflösungsbefehl? Ich denke man weiss eben nicht wohin man die Leute „auflösen“ soll? So habe ich es jedenfalls verstanden. In Berlin sollte was komplett Neues entstehen. Neue Dienstposten. In Sankt Augustin gibt es noch die alten Dienstposten (Doppelstruktur?). Nun ja, dann hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Ein Auflösungsbefehl würde an dem Problem nichts ändern. Das hat wohl auch die Kommunalpolitik begriffen.

    • Doch ein Auflösungsbefehl muss schon sein, da gemäß Reform die Abteilung I des Streitkräfteamts aufgelöst werden soll. Das momentan Doppelstrukturen entstehen, war von der militärischen Führung nicht geplant, da man zu Beginn der Planung davon ausgegangen ist, dass alle Mitarbeiter für die es in Berlin noch Dienstposten geben würde, auch brav mit umziehen würden. Das aber nun von ca. 120 Mitarbeitern nur 4 nach Berlin gehen, damit hat man nicht gerechnet. Aber die Dienstposten aus Sankt Augustin bilden die Grundlage für die ZRed in Berlin.

      Die Mitarbeiter in Sankt Augustin müssen nun anderweitig untergebracht werden, da die IMZ ja nicht mehr gebraucht, geschlossen und verkauft werden soll. Aber erst der Auflösungsbefehl definiert die Mitarbeiter als durch die Reform strukturbetroffenes Personal, welches gemäß Tarifvertrag Umbau BW durch die Personalsachbearbeiter dann auf andere Dienstposten “verschoben“ werden.

      Ohne Auflösungsbefehl könnte die IMZ ja immer weiter bestehen, ohne Auftrag und ohne “Output“. Und ohne Auflösungsbefehl braucht der Personalsachbearbeiter die Mitarbeiter ja eigentlich gar nicht bearbeiten.

      Und da die letzten Mitarbeiter der Produktion “nur noch“ bis Mitte 2014 bleiben sollen, so müsste der Befehl ein halbes Jahr vorher erteilt worden sein. Falls es so aber nicht kommt, würde der angestrebte Zeitplan der Amtsführung SKA durcheinander geraten.

  21. @andrea
    ist ein insider-problem. wenn es keinen formalen auflösungsbefehl gibt, dann ist das personal nicht „strukturbetroffen“ und die personalführung sieht keinen handlungsdruck für eine unterbringung (läßt sich also zeit). dies gefällt offenkundig den betroffenen nicht (verständlich). damit verbunden ist die angst, dass mögliche adäquate dienstposten von anderen (die bereits freigestellt sind) besetzt werden, und dann sind wir wieder beim cutter, der zollabfertiger werden soll…

    darüber hinaus wird in berlin das rad nicht neu erfunden – man führt vorrangig die redaktionen, die bereits bestanden haben (y, online, bw-aktuell, w.d.d., … (meist medien der internen kommunikation), nunmehr alle zusammen (nicht schlecht, schade nur, dass dies in der vergangenheit vom bmvg pr-/infostab immer blockiert wurde…) und grenzt andere fachlichkeiten (infrastrukturelle, technische und fachliche synergien) aus. diese teile (radio, fernsehen, werbung, ausbildung,…) werden dann republikweit „verteilt“, was hier als ressourcenvergeudung gebrandmarkt wurde.

    wenn sie den link (bitte_so_,30.12.2013, 20:44) anschauen, dann verstehen sie, dass im prinzip ein landesstudio eines großen senders dicht gemacht wird, um in ein bürogebäude in berlin zu wechseln.

    hope that helps

  22. Ich danke Euch für die ausführlichen Erklärungen. Trotzdem verstehe ich nicht ganz, was ein Auflösungsbefehl letztlich bringen soll. Denn Fakt ist: Offenbar gibt es derzeit keine adäquate Unterbringungsmöglichkeit. Das erklärt vielleicht auch die zögerliche Haltung der Verwaltung. Dieses Problem wird offenbar noch dadurch verstärkt, dass die Bundeswehr Ihren Schilderungen zufolge kein mediales Gesamtkonzept mehr hat (Stichwort Zerschlagung Medienzentrale). Vielleicht wartet man aber auch ab, bis die Kommunalpolitik im Schulterschluss mit der neuen Verteidigungsministerin, alternative Nutzungsmodelle entwickelt haben?

    • richtig. für das technische fachpersonal (cutter, kameramann, tontechniker) gibt es keine anderen sinnvollen dienstposten auf der rheinschiene (und nach berlin zu den passenden dienstposten können/ wollen die mitarbeiter ja nicht).
      auf alternative nutzungskonzepte im zusammnewirken mit der neuen ministerin würde ich nicht(s) setzen…
      der sack ist eben doch zu.
      die imzbw siecht bis zur mitte des jahres dahin und blutet personell sowie auch technisch (materielle kanibalisierung für die „neuen“ produktionsstätten) zusehens aus.

      schade, schade, schokolade…
      der wahnsinn hat wenigstens system: es kann nicht sein, was nicht sein soll.

      • auch wenn es keine adäquaten Unterbringungsmöglichkeiten innerhalb der Bundeswehr für die Mitarbeiter gibt, dass ist der militärischen Führung im SKA und der SKB egal: Die Leute müssen weg und irgendwo untergebracht werden, da die IMZ gemäß Reform aufgelöst wird. Die IMZ wird nicht länger bestehen, nur weil vielleicht nicht jeder einen neuen Job bekommen hat. Falls zum Schluss tatsächlich noch jemand ohne feste Weiterbeschäftigung ist, dann werden diese Mitarbeiter „zur besonderen Verwendung“ im SKA irgendwo anders „geparkt“. Ob sie da dann etwas sinnvolles zu tun haben werden, bleibt abzuwarten.

        In der Bundeswehr passiert nix (oder nur sehr wenig) ohne Befehl. Der Auflösungsbefehl ist praktisch der Beginn für den bürokratischen Verwaltungsakt, diese Dienststelle mit allen Konsequenzen für die Mitarbeiter zu schließen und dem anschließenden Verkauf an einen privaten Investor.

        Jetzt könnte man tatsächlich denken, dass wenn der Auflösungsbefehl nicht kommt, hält sich da irgendwer noch die Möglichkeit offen, alles wieder rückgängig zu machen….
        Aber ich befürchte da wird eher etwas „vergessen“ als dass es noch Chancen auf eine sinnvolle Nutzung des Hauses samt Personal gibt.

  23. ich musste gerade lachen, als ich den Artikel in der „Welt“ gelesen habe:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article123449399/Und-jetzt-wird-von-zu-Hause-aus-regiert.html

    Da wird die IMZ geschlossen und eine ZRed in Berlin neu aufgestellt, damit alles in Berlin und nahe der Politik ist und die neue Ministerin geht den entgegengesetzten Weg. 🙂 Herrlich!

    „…dabei aber auch vieles von meinem heimischen Schreibtisch aus erledigen – die moderne Technik macht’s möglich.“

    Jupp, hätte mit der IMZ bestimmt auch funktioniert! 🙂

  24. Ich habe gerade mit Interesse den Blog-Beitrag gelesen. Darin wird ohne Rücksprache kritisiert und mangelnde Einzelheiten besprochen.

    Als Verfasser des Briefes an die Ministerin hierzu folgende Anmerkungen:

    a) Der CDU werden keine Briefe diktiert. Wir sind durchaus in der Lage diese selbst zu schreiben.

    b) Die Zahlen die z. B. als fehlend bemängelt werden liegen der CDU vor.
    Wir wissen die Anzahl der Mitarbeiter, Wir kennen deren Berufe. Wir wissen welche Produkte hergetellt wurden, da wir uns höchst persönlich in einem Gespräch (wie im Brief erwähnt) in der IMZ informiert haben, bei dem ranghohe Vertreter der IMZ und des Streitkräfteamtes sowie der Personalrat anwesend waren.

    In einem politischen Protestbrief müssen die aber keine Erwähnung finden, weil die Zahlen auch dem Ministerium vorliegen. Ich muss der Ministerin nicht ihre eigenen Zahlen mitteilen.

    c) Die CDU hat einen politischen Brief geschickt und gegen die Schließung der IMZ protestiert. Wir schreiben aus Sicht des Bürgers und nicht aus der Sicht eines Soldaten. Die aus unserer Sicht unnötige Vermögensvernichtung ist ein Argument. Die Weiterverwendung des Personals ist ein anderes. Es mag in der Bundeswehr von fast 200.000 Angehörigen egal sein, was mit wenigen einzelnen passiert. Wir finden den Schritt die IMZ aufzulösen aber als falsch an. Das finden wir übrigens schon seit 2011 (seitdem mehrfacher Schriftwechsel) und protestieren seitdem auch dagegen. Jetzt gibt es eine neue Ministerin und da ist es politisch geboten, sie auf das Problem aus unserer Sicht hinzuweisen.

    Wir von der Basis der örtlichen CDU haben weder die Aufgabe noch die Kompetenz neue Konzepte für die IMZ zu entwickeln. Das ist Aufgabe des BMVg und der Bundeswehr. Zu diesem Schritt wird in dem Brief an die Ministerin aufgefordert, damit die IMZ aufgewertet und im Bestand gesichert werden kann.

    d) In einem Kommentar wird mir (dem CDU Ortsverband) Lüge vorgeworfen. Hiergegen verwahre ich mich. Natürlich ist uns bekannt, dass die Auflösung in Teilen schon begonnen hat. Wir haben niemanden versprochen, dass wir mit unserem Brief Erfolg haben werden und haben niemanden unberechtigte Hoffnungen gemacht. Es ist aber doch legitim, dass wir einen für unnötig und falschen Beschluss weiterhin kritisieren bis die Türen nicht endgültig geschlossen werden.

    Der bisherige Minister hat uns gegenüber immer erklärt, dass er die IMZ nicht mehr brauche. Andererseits aber wird in Berlin für viel Geld eine Zentralredaktion aufgebaut die ein Studio für Bewegtbildproduktion vorsieht. Da das Gebäude nicht rechtzeitig fertig wird, wird hier auch noch für viel Geld eine Fremdimmobilie angemietet werden müssen.
    Es ist also nicht so, als dass die Aufgaben an sich nicht mehr gebraucht werden, sondern diese nach Willen des alten Ministers unbedingt in Berlin sein müssen. Der erste Dienstsitz des BMVg ist aber nunmal Bonn und wir sind der Meinung, dass -abgesehen von einem kleinen Standort vor Ort in Berlin- die Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit weiterhin in Wurfweite zum 1. Dienstsitz des Ministeriums erledigt werden können und es keinen Grund für eine Zerschlagung und Neuaufbau an drei verschiedenen Standort bedarf.

    e) Natürlich interessiert die CDU vor Ort auch eine Nachnutzung des Gebäudes, falls an dem Auflösungsbeschluss weiter festgehalten wird. Die neue Ministerin wird aber keineswegs „im Schulterschluss“ mit der Kommunalpolitik neue Nutzungskonzepte entwickelt. Für die Abwicklung und Weiternutzung des dann leeren Gebäudes ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zuständig und nicht das BMVg. Insofern kann das schon gar nicht stimmen.

    Im ursprünglichen Blogbeitrag werden (falsche) Vermutungen geäußert, Mitarbeiter der IMZ geringgeschätzt und der Sinn des Briefes aus Sicht des Absenders nicht verstanden.

    In dem verlinkten Brief befinden sich meine Kontaktdaten. Es wäre sehr leicht gewesen mich zu kontaktieren und hier um Aufklärung zu bitten. Darauf wird jedoch verzichtet. Natürlich messe ich diesem Blog keinen journalistischen Anspruch bei, aber bevor ich jemanden kritisiere vergewissere ich mich vielleicht, bevor ich einfach drauf los blogge. Aber natürlich respektieren wir die Meinungsfreiheit.

    Herzliche Grüße

    Sascha Lienesch
    Vorsitzender des
    CDU Ortsverbandes Sankt Augustin-Ort

    • Sehr geehrter Herr Lienesch,

      vielen Dank für Ihren Beitrag und Ihren Einsatz. Anbei ein paar Erläuterungen meinerseits.

      Mein Blogbeitrag ist stilistisch ein Kommentar – wie übrigens die meisten Beiträge hier. Als solcher bezieht er sich auf einen Sachverhalt, der hinreichend klar ist. In diesem Fall die geplante Schließung der Medienzentrale. Ihr Brief ist nur ganz am Rande Gegenstand des Kommentars sondern vor allem Anlass. Eine Nachfrage an Sie als Verfasser erübrigt sich daher. Ich halte den Brief inhaltlich und formal für schlecht, aber ich spreche da aus der Perspektive des Bürgers, politisch ist er womöglich hervorragend. Mich aber überzeugt er nicht. Er ist zu lang und mir fehlen die Fakten.

      Zu Ihren Punkten

      a) Ich habe nicht gesagt, der CDU sei ein Brief diktiert worden, sondern Argumente in die Feder. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Leider fehlen die überzeugenden Argumente, und wie Sie selbst unter b) schreiben, haben Sie sich persönlich bei der Medienzentrale informiert, so dass ich davon ausgehen muss, dass dort entweder keine besseren Argumente vorhanden sind, oder Sie diese nicht verarbeitet haben.

      c) Richtig. Sie als CDU-Basis haben nicht die Aufgabe, Konzepte für die Medienzentrale zu erarbeiten – es verbietet Ihnen aber auch niemand. Aber wie gesagt: Dort, wo die dazu nötigen Kompetenzen zu vermuten wären – nämlich in der Medienzentrale – scheint das auch niemand zu tun. Unter Verweis auf den Geschäftsverteilungsplan ist das völlig richtig. Wer aber etwas ändern will, tut gut daran, zu gestalten statt zu verwalten. Dass das sowohl Ihrem Ortsverband als auch vielen Akteuren in der Medienzentrale fremd ist, nehme ich zur Kenntnis.

      d) Ich werfe Ihnen weder implizit noch explizit Lüge vor, sondern habe eine rhetorische Formulierung gewählt, um einen Punkt zu verdeutlichen. Als langjähriger Bürger dieses Landes weiß ich auch, daß Politiker nie lügen würden.

      Der formale 1. Dienstsitz des BMVg ist eine Form ohne Wert. Und modernes Kommunikationsmanagement ist mehr als Öffentlichkeitsarbeit. Davon losgelöst gibt es gute Gründe für eine professionell geführte Produktionseinrichtung, die auch gerne in Sankt Augustin stehen kann. Hier habe ich meine über lange Jahre gepflegte Einschätzung grundsätzlich revidiert.

      Abschließend: Ich schätze nicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medienzentrale gering, sondern kritisiere das, was sie unter der bisherigen Führung in den vergangenen etwa 15 Jahren produziert haben, denn eine einstmals moderne Medienproduktion ist inzwischen inhaltlich und fachlich zum Schlußlicht geworden. Missmanagement par excellence.

      Ich wünsche Ihnen dennoch, auch im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medienzentrale, viel Erfolg für Ihre Initiative, bin aber aus Kommunikationssicht skeptisch, dass Sie dazu die richtigen Inhalte und Mittel gewählt haben. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

      • @ sascha_stoltenow

        Ich gehöre zwar nur zur technischen Arbeitsebene und habe keinen großen Einfluss auf inhaltliche und fachliche Vorgaben, aber wenn Sie die Medienproduktion als “Schlusslicht“ bewerten, würde mich interessieren im Vergleich zu welchen anderen Medienproduktionen Sie zu dieser Bewertung gekommen sind? Der YouTube Kanal wird als Erfolg bezeichnet, an dem auch ihrer ehemaligen EKT-Kameraden mit ihren Berichtbeiträgen aus den Einsatzländern beteiligt sind.

        Gerne würde ich versuchen ihrer Argumentation zu folgen, wenn Sie vielleicht die besseren Medienproduktionen (innerhalb der Bundeswehr?) benennen könnten, damit ich (wir alle) mir (uns) ein Bild machen können. Wäre vielleicht eine gute Weiterbildungsmaßnahme für mich (oder uns alle).

        Vielen Dank!

        • Das wäre eine gute Idee. Eine große Redaktionskonferenz als „Screening“, zu der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hervorragende Beispiele mitbringen. Der Anteil der Produktionen der Bundeswehr wird darin leider sehr klein sein. Daran ändert auch nichts der Umstand, dass der YouTube-Kanal der Bundeswehr als Erfolg bezeichnet wird, denn die Qualität der darüber erreichbaren Beiträge ist doch sehr schwankend – to say the least.

          Aber drehen wir es mal um und stellen die Frage: Was ist gut? Dann fällt mir vor allem die Kampagne Wir.Dienen.Deutschland. ein, die konzeptionell gut, handwerklich aber auch eher durchschnittlich ist. Dann kommt sehr lange nichts, bevor ich mich an einige Schätzchen aus der fernen Vergangenheit erinnere, als man noch sein filmerisches Handwerk beherrschte und der Dienstherr ausreichend Budget bereit stellte.

          Als Vergleichsmaßstab für heute: http://www.marines.com/home

  25. Interessante Debatte. Guten Morgen. Herr Stoltenow kritisiert die Medienarbeit der Bw der letzten 15 Jahre. Gut und schön, diese Kritik trifft die Macher in Sankt Augustin. Meines Erachtens trifft es aber die Falschen. Leider wird in der Debatte verschwiegen, dass es tragfähige Medienkonzepte gab. Das Bundeswehr-TV (bwtv) sollte ursprünglich flächendeckend eingeführt werden, nicht nur selektiv im Ausland. Nur so hätte es als Business-TV Sinn gemacht. Plötzlich hatte man kein Geld mehr dafür. Der STOP kam aus Berlin, seltsam oder? Alle tragfähigen Konzepte wurden seitens der politischen und militärischen Führung begraben! Es war wohl politisch nicht gewollt. Politisch nicht gewollt war auch ein Hauptstadtstudio, dass mit dem technischen Mutterhaus vernetzt gewesen wäre. Ansätze, die übrigens auf Initiative der IMZBw selbst vorgeschlagen, und technisch aufgebaut worden sind, wurden von Berlin torpediert. Entsprechende technische Einrichtungen verschwanden eines Tages spurlos, wie man hört. Alles Zufälle? Leider sind die entsprechenden Fachleute die das bezeugen könnten, inzwischen nicht mehr bei der IMZBw beschäftigt.

    • Lieber Jan Smidt, Sie vermischen hier etwas die Ebenen. Die Medienarbeit der Bw liegt nicht allein in der Verantwortung der Medienzentrale. Ich habe wiederholft darauf hingewiesen, dass ich für die allenfalls durchschnittliche Qualität der Arbeit, vor allem die Führung verantwortlich halte. Und das von Ihnen tragfähig genannte Medienkonzept, war weder tragfähig noch ein Medienkonzept.

      Was es gab, war eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum aus dem Jahr 1999, die später fast eins zu eins in die Konzeption „Truppeninformation 2000“ überführt wurde. Die Zielsetzung der Studie war es, ein Konzept für die Truppeninformation zu erarbeiten, das den Fortschritt innerhalb der Medienlandschaft und das Mediennutzungsverhalten berücksichtigt, wobei die Medien in Umfang, Gestaltung und Präsentation bedarfsgerecht und in möglichst effektiver Weise eingesetzt werden sollten. Eine wesentliche Vorgabe war es, diese Ziele ohne eine Erhöhung der Kosten zu erreichen.

      Details inklusive einer differenzierten Kritik können Sie gerne hier nachlesen: http://bendler-blog.de/wp-content/uploads/2011/02/master-thesis-gegen-bilder-30-dezember-2006-final.pdf

      Bemerkenswert an der Studie sind vor allem, dass auf Basis der Ergebnisse ein Spartenkanal nur schwach begründet ist, vor allem aber, dass dieser vor allem nur als alternativer Distributionsweg zu Videokassetten bzw. CD-Roms gesehen wurde. Methodisch sehr fragwürdig ist für mich, dass Kienbaum nicht nur diese Studie erstellt hat, sondern zum gleichen Zeitpunkt auch Träger der Business TV Initiative NRW war. Alles Zufälle?

      Kurzum: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Medienzentrale qua Geburt immer auch ein Objekt von Subventionspolitik war, dem man dummerweise zum Sterben zu viel, zum Leben aber zu wenig Mittel, vor allem aber professionelle Führung angedeihen ließ. Dass die Dilettanten dabei auch in Berlin saßen, macht es nicht besser.

  26. bitte niht vergessen:
    die IMZBw und seine technik und infrastruktur gab es lange vor der kienbaumstudie!
    d.h. sehr weitsichtige männer und frauen haben weit davor eine richtungsweisende technische infrastruktur geschaffen.
    von videokassetten und cd-roms, lieber herr stoltenow, sind wir doch heute weit entfernt, aber das bewegte bild regiert die handys und computer.
    deshalb sollte die bw diese leistungsfähige, vernetzte infrastruktur erhalten (nochmals: nicht vorrangig für die mitarbeiter, sonst sind wir bei der heizer diskussion für e-loks).
    nein, das haus hat seinen sinn gemacht und macht ihn weiter.
    aber wie sollte den „zukunft“ gemacht werden, wenn die torpedos ständig aus berlin kamen (keine nutzung sozialer netzwerke, bw-aktuell bleibt eigenständig, eigenständige bw-tv beiträge einstellen,… wollen sie mehr hören?

  27. @RuthMahn
    … schöner Abgesang, der das Ende nicht verhindert.
    Eine medienerprobte Ministerin sollte mit ihrem Sprecher „mal in`s Gebet“ gehen, ob sie/er das wirklich so wollen.
    Für uns Privatbürger werden sich bald tolle Schnäppchen bei der Vebeg ergeben, wenn „alles raus muss“.
    Es wird ja wohl ein besenreines Verwaltungsgebäude (unglaublich!) vermarktet…

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