Der Arnold-Malczak-Effekt, oder wie virale Werbung mit Web-Videos funktioniert

„Als Streisand-Effekt wird bezeichnet, wenn durch den Versuch, eine Information zu unterdrücken, genau das Gegenteil erreicht wird, nämlich die Information besonders bekannt gemacht wird.“ (Quelle: Wikipedia)

„Als Arnold-Malczak-Effekt wird der Versuch bezeichnet, durch falsche Tatsachenbehauptungen die Depublikation eines Bundeswehr-Werbefilmchens zu unterdrücken erwirken und genau das Gegenteil zu erreichen.“ (Quelle: Eigene Erhebungen)

Vergleicht man die Statistik der meistgesehenen Videos auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Bundeswehr mit den Aufrufen des von den beiden Bundestagsabgeordneten kritisierten Videos, belegt dieses in der aktuellen Hitparade mit kumuliert fast 90.000 Aufrufen (Stand 21.11.2011) Rang 5. Nicht schlecht für ein etwas lieblos aus Archivmaterial zusammengeschnittenes Musikvideo.

Darüber, wie sich das Video verbreitet hat, gibt die folgende Statistik des am weitesten verbreiteten Uploads Auskunft (Dank an Leser Michael). Interessant ist daran neben der hohen Verbreitung über die Online-Medien, die inhaltlich mehrheitlich der Skandalisierung durch die Kritiker folgten, auch der hohe Anteil mobiler Zugriffe (>6.000):

Statistik Verbreitung Bundeswehr-Video

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13 Gedanken zu “Der Arnold-Malczak-Effekt, oder wie virale Werbung mit Web-Videos funktioniert

  1. @Michael: Interessant ist auch, dass der Kollege des SWR munter behauptet, die „meisten“ Kommentare zum Video seien kritisch.

  2. Wenn ich nicht wüsste, dass der Artikel wegen mangelender relevanz direkt wieder Löschantrag bekommt, würd ich es direkt bei Wikipedia einstellen.

  3. Das Video wurde ja nach dem Upload durch mich, in vorbildlicher Weise auch von anderen Netznutzern der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt, das o.g. hat dann durch die Verlinkung durch andere Medien die höchste Reichweite erzielt.

  4. Ähhmm… Streikt da nur bei mir die Lese-Logik…? “Als Arnold-Malczak-Effekt wird der Versuch bezeichnet, durch falsche Tatsachenbehauptungen die Depublikation eines Bundeswehr-Werbefilmchens zu unterdrücken…“

    Haben Arnold und Malczak nicht versucht, „durch falsche Tatsachenbehauptungen die Depublikation eines Bundeswehr-Werbefilmchens zu“ e r z i e l e n – statt diese Depublikation zu unterdrücken = die Publikation aufrecht zu erhalten…?

    Hm.

  5. @Sascha: Aber Hut ab! und Glück Ab! für die Entdeckung und den wissenschaftlichen Nachweis des „AME“.

    Sollte man doch an sich unverzüglich einen WikiArtikel generieren … den einschlägigen Ruhm dürfen sich die beiden Kader-Abgeordneten dann ans Revers bzw. das Jutebeutelchen hängen. Bzw. den gerahmten Internetausdruck (sic!) mit demselben ins MdB-Büro hängen.

  6. @ER: Ich habe gerade heute morgen von Arne Klempert gehört, dass es am besten ist, wenn ein Wikipedia-Autor mit hoher Reputation so ein Thema aufgreit und es zunächst in der Diskussionsseite der Wikipedia, hier also beim Artikel zum Streisand-Effekt, vorschlägt.

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