Communication COINS – oder warum die Bundeswehr eine Social Media Strategie braucht

Freitag. Zeit, die Dinge mal aus der strategischen Perspektive zu betrachten. Weil ich aber eigentlich keine Zeit habe, ein paar normative Formulierungen, die aber eigentlich Anregungen sein sollen, sie zu diskutieren.

Mit einer erweiterten Präsenz der Bundeswehr auf YouTube und anderen Social Media-Kanälen ist zu rechnen. Leider steht dahinter keine Strategie. Die gibt es nur im Ministerbüro. Das ist ein Fehler, denn:

Social Media ermöglichen asymmetrische Kriegsführung

Im Social Media-Informationsraum gelten die Gesetze der neuen Kriege, also der asymmetrischen Kriegsführung. Warum das so ist, und warum Social Media kein Spielplatz für Amateure ist, analysiert Olivier Blanchard überzeugend am Beispiel Nestlé vs. Greenpeace auf seinem Brandbuilder-Blog (in englischer Sprache).

Social Media Communications ist COINS

Wer glaubt, bei Social Media reichte überlegene Feuerkraft, irrt sich. Den Raum beherrscht nur, wer bereit ist, clear, hold and built zu betreiben. Im übertragenen Sinne: da sein, zuhören, da bleiben und mitmachen. Alles andere ist nur PR.

5 Gedanken zu “Communication COINS – oder warum die Bundeswehr eine Social Media Strategie braucht

  1. Als Tipp für alle die, die bei der Fülle der – getreu dem BwAküFi (BundeswehrAbkürzungsFimmel) – Abkürzungen nach und nach verloren gehen bzw. nicht gleich auf den rechten Weg finden: der BigBoss der ISAF McChrystal persönlich erklärt COIN und – wie passend – noch dazu im Informationsraum: http://www.youtube.com/watch?v=X3APTOKZ9Vc

    Und wie jetz? „Alles andere is nur PR“?!
    Heisst PR etwa nicht, da zu sein, zuzuhören und mitzumachen?
    Das findet doch statt! Auch bei unserer lieben alten Tante Bw, die „da im Internetz“ mitmacht.
    Kuckstu Du zum Beispiel das neuste Einsatzvideo der Woche von EKT auf der bw.de Seite: „Den Gegner im Blick“ von der Höhe 4-3-1: Möhrchensuppe und EPA…

  2. Danke für den Verweis auf den ComISAF. Hatte ich zwar auch schon gesehen, ist mir aber hier nicht eingefallen. Good co-work.

    Das aktuelle EKT-Video zum Beweis der Social Media-Kompetenz zu erklären ist, sagen wir mal, gewagt. 3 Minuten 38 bewegte Bilder zuquatschen kann jeder – Praktikant. Sorry, aber den Beitrag hätte ich „damals“ nicht abgenommen, und da konnten wir noch fast gar nichts.

    Außerdem geht es darum nicht. Es geht um Social Media und dessen Dynamiken. Die lassen sich nicht von Berlin aus verbieten, und eine Organisation, die einer Teilstreitkraft das Twittern verbietet, ist kulturell einfach noch nicht so weit, sich ohne Strategie in den Social Media-Dschungel zu begeben.

  3. Danke Sascha, für den herausfordernden Beitrag. In der Konzeption und Weiterentwicklung ist auch dieser Kanal für Counterinsurgency (COIN) vorgesehen. Auch Social Media sind Teil, aber eben nur ein Teil, dieses holistischen Ansatzes. Bleibt zu hoffen, dass es nicht lange dauert bis der Löwenzahn durch den Beton(kopf) bricht. Die Grundlagen sind da, die Erkenntnis gewinnt Raum – nur die Umsetzung steht noch an …

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