KSK – Kommando Spezial-Kommunikation II

Vertrauen ist der Anfang von allem. Warb mal eine Bank. Verteidigungsminister zu Guttenberg musste am Anfang seiner Amtszeit allerdings feststellen, dass Vertrauen alles andere als eine Bank ist. Einen Staatssekretär und einen Generalinspekteur später, intensiviert der Minister die Kontrolle. Wie aus Berlin zu hören ist, unterstützen ihn dabei jetzt zwei Kommunikations-Prätorianer: Dr. Christoph Schwegmann, unter anderem ehemals persönlicher Referent von Volker Rühe und zuletzt bei der NATO tätig sowie Joachim Peter, vormals Redakteur bei der Welt. Über die konkreten Aufgaben dieses Kommandos Spezial Kommunikation ist wenig zu erfahren, aber u.a. im Bendlerblock lästert wohl schon mancher, dass das wohl „Strategic Communication“ sein müsse.

Nun stünde der Bundeswehr eine strategische Ausrichtung der Kommunikation zwar ausgezeichnet, allerdings wäre es unklug, dieses Vorhaben außerhalb der etablierten Abteilungen voranzutreiben. Unklug aber ist zu Guttenberg wirklich nicht. Vermutlich dürfte die Hauptaufgabe der Verstärkungskräfte also der Flankenschutz für den Minister sein. Und nachdem er sich mit Walther Otremba einen Staatssekretär an die Seite geholt hat, der die Gespräche über die Finanzierung des A 400 M sicher zielführend beenden wird, bleibt eigentlich nur noch eine Baustelle, die gleich – Achtung, Wortspiel – zweier Poliere bedarf: Der Kunduz-Untersuchungsausschuss. Die Auftritte dort wollen gut vorbereitet sein, und dabei können Verbindungen zur NATO und in die deutsche Medienlandschaft nicht schaden. Wenn es also um strategische Kommunikation geht, dann um die des Ministers.

Und was macht die Kommunikationsstrategie der Bundeswehr? Die muss warten. Um die Zeit etwas zu verkürzen, empfehlen wir einen gründlichen Blick auf die Vorschläge, die die Leser dieses Blogs gemacht haben. Einen guten strategischen Rat liefern wir frei Haus mit. Um die in der Bundeswehr verborgenen Kommunikationskräfte zu entfesseln, empfehlen wir nur zwei minimale Veränderungen vorzunehmen:

1. Die Budgets für Kommunikationsmaßnahmen den inhaltlich verantwortlichen Ressorts zuweisen.

2. Einen Ausbildungsverbund zwischen den Universitäten, der Führungsakademie, der AIK und führenden Hochschulen etablieren und insbesondere in den Aufbau von qualifiziertem Personal und die Ausbildung investieren.

Die Wette gilt, dass dann viele der kundigen Vorschläge, die hier gemacht wurden, quasi automatisch umgesetzt würden. Aber Achtung: Nur Punkt 1 umsetzen ist zu wenig. Dort, wo die inhaltlich verantwortliche Abteilung auch das Budget verwaltet – bei der Personalwerbung – kommt nämlich manchmal ganz schön großer Mist raus.  Ich zumindest frage mich, welches Aufnahmeritual der am Fallschirm hängende Kamerad durchlaufen musste, um einen solchen Blick zu haben. Vermutlich war er in Zweibrücken stationiert. Die Vorgänge dort hat der Stern unter einer Weltklasseüberschrift zusammengefasst: „Obst in den Po und Paddel drauf.“

7 Gedanken zu “KSK – Kommando Spezial-Kommunikation II

  1. 😉 Dörrobst ist wenigstens in AFG vorhanden! Wenn sich unsere Jungs schon auf den Einsatz vorbereiten, wie die Gebirgsjäger, dann doch bitte auch realistisch! Wo gibts denn bitte in AFG rohe Schweineleber? Bitte das nächste mal mit Ziegen- oder Hühnerleber trainieren. Das ist für mich der einzige Kritikpunkt an unseren Gebirgsjägern. 😉

  2. Weicheier an die Front. Unseren CIMIC-Truppen werden gerne mal Schafsaugen, als Delikatesse, beim Besuch des Dorfältesten angeboten. Ablehnen gilt als unhöflich. Wie wird man in einem Land in dem tendenziell für jedes Brathähnchen ein Trauergottesdienst abgehalten wird auf sowas vorbereitet? Soetwas nenne ich kaum einen Vorfall aber sei es drum, es gehört dort geklärt wo es entstanden ist. Wenn der Disziplinarvorgesetzte einen Grund sieht tätig zu werden hat dieser genug Möglichkeiten. Für so einen Schafsch…….. muss sicher nicht der Minister eingeschaltet werden. Ich bitte diese Ausdrucksweise zu entschuldigen, mir fiel einfach nichts besseres ein.
    Insofern schliesse ich mich Holger ausdrücklich an.

  3. <p>ähm Holger natürlich ohne ö ;-)</p> (Anm. d. Redaktion: Geändert ;-))
    <p>Ich weiß natürlich nicht wie unsere Truppen im Einzelenen auf ihre Einsätze vorbereitet werden. Ich hoffe so realistisch wie möglich. Was Soldaten in ihrer Freizeit machen hat mich nicht zu interessieren, so lange es nicht strafrechtlich relevant ist. Eine Ausbildung für extreme Situationen sollte natärlich standartisiert sein, soweit das möglich ist. Da sollte sowas wie Augen essen auch dazu gehören. Es ist unhöflich eine Einladung abzulehenen. Ich finde auch die damaligen „Schädelspiele“ der Fallis? Btl? nicht schlimm. Auch Fotos für den Privatgebrauch sind o.k, aber man muß schon ein Depp sein das öffentlich zu machen, die Dummheit gehört bestraft. So ists auch mit den Ritualen beim Gebirgshochzug. Da sind auch Rekruten dabei? die wohl nicht mit Überzeugung dienen. Wie kann ich mit denen so einen scheiß veranstalten, wenn ich nicht sicher bin, daß das nicht an die Öffentlichkeit dringt?</p>

  4. @BausC Says:
    Wir diskutieren eh an einen Nebekriegsschauplatz herum.
    Viel wichtiger ist es m.E. darüber nachzudenken was unsere Truppen in AFG erwartet.
    Folgen wir der Strategie der USA? Dann müssten wir zumindest im Frühjahr eine Operation im Norden starten, wie sie gerde im Süden von AFG begonnen hat. Wir haben jetzt ja bald 5000 GI´s die wir herumkommandieren können 😉 . Weiß hier jemand was das für Einheiten sind? Wie wir operieren und halten können frage ich mich allerdings bei der Personalausstattung. Das müssen dann die Afghanen oder die Amis machen.

  5. @Holger
    Da gebe ich ihnen absolut Recht, es ist eigentlich ein Nebenkriegsschauplatz. Aber medial wird das Ganze ausgeschlachtet, als wäre es die Jahrhundertsensation. Wenn die gleiche Energie aufgewendet würde um z.B. ihre Fragen in der breiten Öffentlichkeit zu beantworten, wäre meine kleine Welt wieder in Ordnung. 😉

  6. Auf die Vorschläge habe ich unter anderem hier hingewiesen: http://bendler-blog.de/2010/02/12/ksk-kommando-spezial-kommunikation-ii/

    Die dort enthaltenen Kernthesen habe ich als Brief per E-Mail StS Schmidt geschickt. Dessen Büroleiter hat sich daraufhin mit mir telefonisch in Verbindung gesetzt und zugesagt, sie mit dem PI-Stab zu diskutieren. Es wird also entweder kleinadministriert, oder Anklang finden. Angesichts der Veränderungen in jüngster Zeit, bspw. am Internetauftritt der BW, der verstärkten Präsenz deutscher Generale in den Medien, etc. bin ich aber optimistisch.

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