Statt freundlichem Desinteresse – Das Beispiel Kanada

Ist es Zufall, dass in Kanada – einem Land, in dem die Regierung regelmäßig über den Afghanistan-Einsatz ihrer Streitkräfte informiert – auch die Öffentlichkeit etwas interessierter an den Soldatinnen und Soldaten scheint? Vielleicht. Es ist dennoch überaus bemerkenswert, wie kanadische Bürger trotz ihrer Skepsis (im Sommer 2007 sprachen sich bei einer Umfrage 59 Prozent gegen den ISAF-Einsatz aus) den im Einsatz getöteten Soldaten ihren Respekt erweisen.

Die Leichname der „Fallen Canadians“ werden per Flugzeug auf die Luftbasis Trenton in der Nähe von Toronta überführt. Dort nehmen Fahrzeuge die Särge auf und transportieren sie von dort über den Highway 401  in die zentrale Pathologie in Toronto. Die Angehörigen der Getöteten begleiten diesen Konvoi. Seit 2002 versammeln sich Menschen aus den anliegenden Gemeinden entlang dieses Weges. Es sind Anwohner, Polizisten, Feuerwehrleute, Bauarbeiter, Veteranen – quasi ein Querschnitt der kanadischen Bevölkerung – die am Straßenrand oder auf Brücken stehen, um „ihren“ Soldaten die letzte Ehre zu erweisen. 2007 wurde der Autobahnabschnitt offiziell in „Highway of Heroes“ umbenannt. Dieses Ritual mag für die deutsche Gesellschaft seltsam oder sogar pathetisch anmuten, es ist aber in jedem Fall bewegend. Ein Blick auf die entsprechenden Videos bei YouTube ist sehr zu empfehlen.

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