Werbung, die nicht wirkt

Folgt man diesem Bericht der Süddeutschen Zeitung über die Adventure Camps der Bundeswehr, stellt sich viel weniger die Frage, ob eine solche Form der Nachwuchswerbung inhaltlich fragwürdig ist, sondern vor allem, ob sie wirkt. Laut SZ hat die Bauer Media Group, der Verlag der Bravo, der Bundeswehr im Rahmen der Kooperation 215.000 Euro in Rechnung gestellt. Das ist nicht wenig, aber auch nicht außergewöhnlich hoch.

Außergewöhnlich niedrig scheint jedoch die Wirkung dieser Werbekooperation gewesen zu sein. Offensichtlich gelang es nämlich nicht, die benötigte Zahl an (qualifizierten) Teilnehmern zu rekrutieren. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass zumindest eine Teilnehmerin, sich für beide Camps qualifizieren konnte. „Sarah Baiting, 19, aus Stuttgart ist eine von ihnen. Sie war gerade in dem Camp bei der Luftwaffe auf Sardinien dabei, beim Schnorcheln und Speedboot-Fahren. Dann hat man sie gefragt, ob sie spontan noch Lust auf die Alpen hätte.“, schreibt die SZ und weiter „Eine weitere 17-Jährige aus Essen erzählt, sie habe über ihren Bravo-Account eine Einladung bekommen.“

Insofern diese Beschreibung zutrifft, bedeutet das nichts anderes als dass, mindestens zwei der 50 Teilnehmern quasi direkt angesprochen werden mussten, um überhaupt teilzunehmen. Oder anders gerechnet: Die 215.000 Euro, die die Schaltung der Werbung kostete, waren fast völlig unwirksam. Oder anders gerechnet: Man hätte für das gleiche Geld auch 50 Jugendlichen, die fest entschlossen sind, zur Bundeswehr zu gehen, jeweils mehr als 4.000 Euro als Antrittsprämie zahlen können.

Natürlich ist das ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, denn schließlich muß bei der Bravo noch die übergreifende Werbewirkung miteinberechnet werden. Die aber scheint auch qualitativ eher bescheiden gewesen zu sein, wenn an den Camps laut SZ auch Jugendliche wie Nina teilnahmen. Die würde nach eigener Aussage ohnehin nie zur Bundeswehr gehen, aber ihre Mutter habe die Kampagne in der Bravo gesehen und sich in deren Namen beworben, heißt es in der Südeutschen Zeitung. Das klingt nun wirklich abenteuerlich.

11 Gedanken zu “Werbung, die nicht wirkt

  1. Wie, was, wo ?

    Bundeswehr ist doch geil, ey !

    Erst Saufen bis zum abwinken (Grundausbildung).
    Dann noch straffrei Nötigung, Körperverletzung, sexuelle Belästigung und womöglich weiteres.

    Zu guter letzt noch ein bisschen Terror aus Afghanistan nach Deutschland importieren.

    Wer wie der Verantwortliche für das Kunduz-Massaker Scheisse baut, wird am Ende noch befördert und verdient mehr.

    Besser geht es gewissen Charakteren heute doch nirgends (außer vielleicht beim Verfassungsschutz und der NSU) !

  2. (at)Militarist Says: mal zum ersten (und vorab schon enstchuldigung für den schreib-stil): gehirn einschalten dann etwas zu papier bringen über das andere auch diskutieren können und nicht nur (im günstigsten falle) über das unqualifizierte geschwafel mitleidig schmunzeln müssen. zum zweiten: den verfassungsschutz und die NSU miteinander auf eine stufe zu stellen, da sollte der schreiber mal darüber nachdenken ob er ein grundsätzliches problem mit dem staat hat in dem er lebt! wenn er das hat dann disqualifiziert er sich selbst für die teilnahme an solchen diskussionen. er sollte dann irgendwo im web nach alternativen für seine kommentare (gibt es sicher) suchen. und zum schluss doch noch was zum thema: wenn sie jemals bei der bundeswehr waren, dann war das ein fehler! ihr platz ist ganz sicher an einer vollkommen anderen „front“! nehmlich an der, an der unsinnige kommentare, dumme zusammenhanglose bemerkungen und fastiodische ansichten auf der tagesordnung stehen. Dieses land und mit ihm seine bundeswehr und deren Soldatinnen und soldaten mögen mit vielen, vielen fehlern belastet sein. mögen nicht immer den idealzustand ein gewünschten gesellschaft abbilden. Eines aber sind sie ganz sicher nicht! Ein auffangbecken für dumme, unqualifizierte bemerkungen ohne den anspruch darauf vor ihrer niederschrift durch die windungen eines denkenden gehirns gegangen zu sein! SORRY!!!!!

  3. @ Herr Wagner

    Ich habe tatsächlich ein Problem mit Teilen des Staates und seiner Sicherheitsbehörden, wenn sie wie immer mehr klar wird rechten Terrorismus diene bzw. ihn vertuschen und unterstützen. Wie es offensichtlich bei der NSU geschehen ist.

    Ich stehe da gerne neben Frau Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) die bereits nach Bekanntwerden der Vertuschungs- bzw. Schredderaktionen beim Verfassungsschutz die Auflösung desselben gefordert hat.

    Als Antimilitarist und sich den mitteleuropäischen Werten der Aufklärung gegenüber verpflichtender Demokrat kann ich nicht anders.

    Sie jedoch sehen das anscheinend anders und glauben wohl auch noch durch Ihre ideologisch militaristische Brille, mir eine Meinung bzw. eine Position innerhalb dieser Gesellschaft absprechen zu können.

    Leider nur eine typische Anti-Argumentation die sie hier liefern und nichts substanzielles. Ich würde gerne mit Ihnen diskutieren, wenn es etwas gäbe außer ihren ideologischen Mundtotmacher-Argumenten. Mit Leuten die einen nur Aussortieren wollen, kann man halt nicht diskutieren.

  4. Don´t feed the violent militarists !

    So ist das mit leider immer wieder den totalitären Ideologen.
    Wenn ihnen die sachlichen Argumente ausgehen, dann versuchen sie einen mundtot zu machen oder werden im Zweifel gewalttätig.

    Um diese letzte Option offen zu halten braucht es diese Gewalt verherrlichenden bzw. verharmlosenden Internetseiten wie den rechten Bendler-Blog.

    Eine Schande für Deutschland und das Ansehen der Widerstandskämpfer gegen Adolf Hitler ist das, was hier geboten wird.

    Ich jedenfalls kommuniziere und diskutiere lieber direkt, geradeaus und verstecke mich nicht feige hinter einer Großorganisation von Mitläufern.

  5. @militarist : Um diese Diskussion einmal auf die rationale Ebene „herunter zuholen“ möchte ich sie bitten (hier einmal direkt), folgende Fragen zu beantworten:

    1. Was bitte ist ihre „Argumentation“ anderes als eine „Anti-Argumentation“ ?
    2. Definieren sie bitte hier einmal ihre „Worthülse“- „totalitäre Ideologen.
    3. In welchen Situationen ist der staat Bundesrepublik gegen „Andersdenkende“ gewalttätig vorgegangen.
    4. Was macht den „Bendler-Blog“ in ihren Augen zu einem „rechtsgerichteten“ Internetauftritt?
    5. Welche Kriterien sprechen nach ihrer Meinung für ihre Behauptung, dieser Blog sein eine „Schande „… für Deutschland und das ansehen der Widerstandskämpfer gegen Adolf Hitler…“
    6. Was verbirgt sich hinter ihrer Bezeichnung einer „Großorganisation von Mitläufern“?
    7. Warum ist ihr Name hier eigentlich „Militarist“, wenn sie doch gegen Militarismus sind?

    Und nun, ich kann sie nur ermutigen hier offen ihre Meinung zu schreiben. Schließlich wurde an dieser Stelle durch den Betreiber dieser Seite keine Zensur ihrer Meinung betrieben. Also lieber „Militarist“, nutzen sie einfach die Möglichkeiten einer Demokratie, ungestraft, „totalitären Ideologen“ IHRE Meinung zu schreiben….

    Ich jedenfalls bin sehr gespannt auf die Antworten ….

  6. Es gibt einen rechten Bendler-Blog? Wo denn? Links sehr willkommen. Und bei einer direkten, geradeausen und unversteckten Kommunikation freue ich mich sehr über Klarnamen bzw. E-Mail-Adressen, die auch erreichbar sind. Wenn die Tat nicht dem Wort entspricht, ist letzteres in der Regel gelogen.

  7. Werbung wirkt oft einfach nur im Unterbewusstsein und das ist das Fatale, denn 80% der Hirnaktivitäten finden im Unterbewusstsein statt, auch ein Teil des Einkaufens!

  8. @Manfred Wagner

    Schön dass Sie sich scheinbar doch noch für eine echte sachliche Auseinandersetzung zu interessieren scheinen.

    Zunächst möchte ich folgendes feststellen:
    Eine Diskussion auf Augenhöhe setzt voraus das man den anderenb nicht mundtot machen will. Auch wird man in einer echten Diskussion nicht den Themenkatalog diktieren sondern unter Umständen gar flexibel auf das Gegenüber eingehen. Nicht so wie beim Militär. Dessen antidemokratische Hierarchie ich ablehne.

    Dennoch (und abgesehen von der von Ihnen versuchten Diskriminierung ) möchte auf einige Ihrer Fragen antworten:

    Zu 1. Das habe ich in meinem Beitrag vom 28. Oktober ausreichend erklärt. Lesen hilft !

    Zu 2. Der Begriff „totalitäre Ideologie“ ist für mich in keinster Weise eine Worthülse. Das er es in Ihrem ideologischen Universum zu sein scheint, bestätigt mich in meiner Wahrnehmung des „Bendler-Blog“ und seines Umfeldes.
    Gerade als einer mit der hiesigen Geschichte vertrauter Deutscher, sehe ich mich in besonderer Verantwortung, wenn es um die Verteidigung der Demokratie und bürgerlicher Rechte geht. Die übrigens auch für Migranten und alle anderen Randgruppen gelten.
    Ich empfehle Ihnen Herr Wagner dringend die Begriffe „Totalitarismus“ sowie „Ideologie“ bzw. auch den Begriff „totalitäre Ideologie“ mal nachzuschlagen und auch das dazu erklärte durch zu lesen. Eine weitere Erklärung hier, würde wohl den Rahmen sprengen.

    Zu 3. Zunächst möchte ich festhalten: Ich habe dies nicht behauptet. Das waren Sie. Wenn man auch angesichts des Umganges mit rechtsradikalem Terrorismus im Gegensatz zu linken Aktivisten gegen Faschismus in Deutschland (und angesichts der Aktivitäten des Sogenannten Verfassungsschutzes) mittlerweile auf andere Ideen kommen kann. Das Argument möchten Sie mir -angesichts bisher nicht gelieferter sachlicher Argumentation Ihrerseits- wohl unbedingt in den Mund schieben. Schade.

    Zu 4.& 5. Der Bendler-Block in Berlin hat eine historische Bedeutung. Hier wurden u.a. die Widerstandskämpfer rund um Stauffenberg hingerichtet. Mit diesem Namen nun Jubelmilitarismus zu verbinden, wie hier auf Bendler-Blog dargeboten, entspricht nicht einem angemessenem Andenken an die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus sondern besudelt eben dieses.

    Zu 6. Jemanden der keine eigene Meinung zu haben scheint bzw. diese nicht zu äußern bereit ist und die Meinung anderer quasi nachplappert bzw. umsetzt bezeichnen sowohl ich als auch eingängige sozialwissenschaftliche Literatur als einen „Mitläufer“ im klassischen Sinne.
    Ich kann leider immer noch kein originäres Statement ihrerseits erkennen.

    Zu 7.
    In Zeiten der wieder von Berlin ausgehenden Totalüberwachung, „Vorratsdatenspeicherung“ und Verfolgung politisch unliebsamer Meinungsträger (siehe bspw. auch: http://www.spiegel.de/panorama/feine-sahne-fischfilet-im-verfassungsschutzbericht-mecklenburg-vorpommern-a-864974.html)
    ist eine Annonymisierung (soweit es denn noch geht) der Beiträge in Blogs etc. meiner Meinung nach stets angeraten.

    Das mein Pseudonym hier ausgerechnet „Militarist“ ist, ist übrigens schlicht einem Eindruck vom Bendler-Blog und der hier abgebildeten dollen Riesen-Kanone geschuldet gewesen.

    (Ab hier auch @sascha_stoltenow:) Den Inhalt und die Form auseinander halten zu können ist übrigens ebenfalls eine der Grundkompetenzen für eine Diskussion auf einer gewissen Ebene.

    Um es (für alle Interessierten) noch mal klar zu benennen:
    Obwohl ich das Pseudonym Militarist gewählt habe, bin ich eben gegen die kritiklose Verherrlichung von Militarismus, wie sie auf dieser Webpräsenz reichlich nachzuvollziehen ist. Das sollte klar werden, wenn man meine Beiträge auch durchliest.

  9. @George

    Ich stimme Ihnen zu, „80% der Hirnaktivitäten finden im Unterbewusstsein statt“.
    Das haben schon etliche Hirnforscher, Generationen von Psychologen, etc. herausgearbeitet.

    Deshalb soll bei Sigmund Freuds Therapie ja auch aus Es Ich werden. Also das 80prozentige Unbewußte ins (zunächst nur ca. 20% ausmachende) Bewußte überführt werden.

    Werbung an sich ist am Gegenteil interessiert. Hier werden über das appellieren an die basalen Triebe (Sex, Neid, Gier, etc.) versucht das Unterbewußte zu adressieren (siehe auch Bundeswehrwerbung mit großen Kanonen, Abenteuersafari-charme, etc.) und uns Adressaten (unbewußt) in die Falle zu locken.

  10. Hallo,
    gute Werbung sollte immer auf Unterbewusstsein wirken. Interessant heirbei ist, dass Bilder die wir optisch nicht wahrnehmen (etwa weil sie nur kurz eingeblendet wurden) in unserem Unterbewusstsein wirken können. Dieses Phänomen belegen auch diverse Studien. Aus diesem Grund sollte das Hauptziel einer jeden Werbung die Beeinflussung des Unterbewustseins sein

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