Jugendoffiziere – Phalanx der Öffentlichkeitsarbeit oder Auslaufmodell?

Der folgende Beitrag wäre ohne die tätige Mithilfe externer Experten nicht zu Stande gekommen. Aus guten Gründen bleiben deren Namen anonym. Das soll interessierte Leserinnen und Leser allerdings nicht davon abhalten, sich in den Kommentaren oder per -Mail an der Diskussion zu beteiligen. Im Gegenteil: ohne alarmistisch klingen zu wollen, ist es plausibel, anzunehmen, dass eine hervorragende Institution der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr vor grundlegenden Veränderungen steht. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stimmen derjenigen, die als Jugendoffiziere täglich erleben, welches Bild junge Menschen in Deutschland von der Bundeswehr haben, während der anstehenden Umbaumaßnahmen der Streitkräfte nicht ausreichend Gehör finden. In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn der folgende Beitrag Impulse zu einer konstruktiven Diskussion gibt.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr steht regelmäßig in der Kritik, zuletzt wegen gesponserten Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Young Leaders-Seminaren für Nachwuchsredakteure. In zahlreichen Beiträgen in diesem Blog wurden die teilweise unprofessionelle Aufbereitung von Themen durch das Ministerium ebenso bemängelt, wie Ansätze zur Verbesserung genannt – auch unter Beteiligung vieler Leserinnen und Leser dieses Blogs, die nun auf deren Umsetzung hoffen.

Eine Institution, die in der Vergangenheit häufig mit Lob für ihre Arbeit bedacht wurde, sind die Jugendoffiziere der Bundeswehr. Diese 94 in ganz Deutschland tätigen jungen Oberleutnante und Hauptleute haben den Auftrag, Sicherheitspolitik in den weiterführenden Schulen im Rahmen des Unterrichts auf Einladung der Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln.

Das Thema, welches am Häufigsten von den Schulen nachgefragt wird, ist der Afghanistaneinsatz, so dass Jugendoffiziere in zahlreichen Veranstaltungen Rede und Antwort den Schülerinnen und Schülern standen. Dabei waren bereits viele Jugendoffiziere im Einsatz und können in den Schulen somit aus erster Hand von den Herausforderungen vor Ort berichten. Dass andere Themenangebote der Jugendoffiziere hinter dem Afghanistaneinsatz hinten anstehen, zeigt auch, dass das Interesse an dem Einsatz in Afghanistan in den Schulen weit größer zu sein scheint, als man für gewöhnlich denkt. Hilfreich scheint hier vor allem der Lehrplan zu sein, der eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Bundeswehr im Auslandseinsatz“ von den Schulen verlangt.

Kommunikative HerausforderungenFarbanschlag auf der Bildungsmesse DIDACTA

Der Erfolg der Jugendoffiziere hat jedoch auch Kritiker auf den Plan gerufen. Denn zahlreiche Gruppierungen haben sich diese nunmehr als Hauptbetätigungsfeld für ihre kommunikativen Vorstöße gegen die Bundeswehr auserkoren. Vorneweg marschieren die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) sowie die DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen), die die Hauptträger der kommunikativen „Feldschlacht“ gegen den Einsatz von Jugendoffizieren in den Schulen zu sein scheinen. Bei genauer Betrachtung sind die Argumente der Kritiker leicht zu widerlegen. Darauf soll hier im Einzelnen nicht eingegangen werden , da dies einen eigenen Beitrag rechtfertigen würde.

Eine kommunikative Herausforderung stellen sie jedoch allemal dar, besonders dann, wenn sie mit spektakulären Auftritten von sich reden machen oder Schulen gar dazu übergehen, sich zu bundeswehrfreien Zonen zu erklären, wie das Robert-Blum-Gymnasium Berlin.

Jugendoffiziere und Web 2.0

Die Frage ist nun, was die Bundeswehr den zahlreich auftauchenden Internetseiten der Kritiker kommunikativ im Web 2.0 entgegen zu setzen hat?

Ein Blick auf die offizielle Internetseite der Jugendoffiziere macht hier wenig Hoffnung, denn die letzte Aktualisierung datiert vom 29.11.2010 – im Zeitalter von Twitter und Facebook ein Jahrhundert alt. Dieser Punkt wird auch im aktuell vorgestellten Bericht der Jugendoffiziere bemängelt, der – bezeichnender Weise – zuerst von einer Bundeswehr kritischen Seite publiziert wurde! Insgesamt ist die Information über Arbeit und Inhalte der Jugendoffiziere von Seiten des Ministeriums im Internet stark verbesserungswürdig, denn aktuelle Informationen finden sich hier kaum wieder.Jugendoffiziere in Bayern

Eine Behelfslösung der Jugendoffiziere durch Erstellung eigener regionaler Internetseiten, wird durch das BMVg vorläufig toleriert, obwohl es hiermit nicht glücklich ist, da diese sich dem Einfluss des Ministeriums entziehen und keine offizielle Internetpräsenz darstellen (Vgl. Diskussion zu der Facebook-Seite hier im Blog). Die Kommunikation mit dem Nutzer ist leider auf diesen selbst erstellten Seiten bisher nicht möglich und die redaktionelle Gestaltung variiert auch sehr stark. Es bleiben eben Auftritte, die mit dem privaten Engagement von Jugendoffizieren stehen und fallen. Letzteres vor allem dann, wenn Expertise den Dienstposten verlässt und neue nicht in Sicht ist.

Welche Handlungsmöglichkeiten bieten sich? Vielleicht lässt sich in naher Zukunft eine Kommunikation via Facebook etablieren, die redaktionell professionell durch die Jugendoffiziere betreut wird und technisch durch geschulte Mediendesigner unterstützt wird. Die Zielgruppe der Jugendoffiziere ist zumeist heute schon zu fast 100% auf Facebook zu finden, so dass sich hier sicher neue Möglichkeiten der Interaktion bieten könnten. Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch die potentiellen Gefahren der Interaktion im Web 2.0, da eine Kommentarfunktion auch betreut werden will. Erste Erfahrungen hierzu konnte die Bundeswehr bereits auf ihrem Youtube-Auftritt sammeln.

Jugendoffiziere in der Strukturreform

Betrachtet man die technische Ausstattung der Jugendoffiziere, so sind diese zumeist für ihren Auftrag gut gerüstet. Bundesverteidigungsminister De Maizière sprach im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Nachwuchswerbung in den Kreiswehrersatzämtern davon, dass dieses Personal in Zukunft einen Laptop und einen Dienstwagen benötigt und weniger ein Büro im Kreiswehrersatzamt, um somit näher an der Zielgruppe sein zu können. Für Jugendoffiziere gilt dies bereits heute, denn sie sind allesamt mit einem Laptop, einen Beamer, einem Diensthandy und einem Dienstfahrzeug ausgestattet. Das Büro dient ihnen als fester Anlaufpunkt.

Einen entscheidenden Unterschied scheint es jedoch zu geben zwischen der Nachwuchsorganisation und den Jugendoffizieren der Bundeswehr: Erstere wird personell vermutlich um 100% durch die Integration von freiwerdendem Zivilpersonal aus den Kreiswehrersatzämtern aufwachsen und materiell deutlich besser ausgestattet werden, um auch in Zukunft die personelle Regeneration der Bundeswehr sicherstellen zu können. Die Zukunft der Jugendoffiziere hingegen scheint in den Überlegungen des Inspekteurs der Streitkräftebasis (SKB) weit weniger Vorrang zu genießen.

Zur Erklärung: Die Jugendoffiziere sind allesamt Angehörige der Streitkräftebasis (SKB), werden fachlich durch das Streitkräfteamt und den Arbeitsbereich 2 im BMVg geführt, disziplinarisch jedoch in den vier Wehrbereichskommandos geführt. Absicht des Inspekteurs der SKB ist es, statt 94 Jugendoffiziere nur noch 57 Jugendoffiziere in Deutschland einzusetzen. Betrachtet man die teilweise heute schon sehr langen Anfahrtswege der Jugendoffiziere im ländlichen Raum zu den Schulen von bis zu 2 Stunden, würden diese sich durch Reduzierung der Dienstposten nochmals deutlich vergrößern.Jugendoffiziere vor der Reduzierung

Reduzierung der Dienstposten von 94 auf  57?

Ob die Verringerung der Dienstposten im Anbetracht des zu erwartenden weiteren Abbaus der Präsenz in der Fläche der Bundeswehr klug ist, muss nun im Ministerium geklärt werden. Logisch erscheint der Abbau nur aus fiskalischen Gründen zu sein. Die Personalkosten für 94 Jugendoffiziere belaufen sich aktuell im Jahr 2010 auf 4 072 910 Euro (laut BT-Drucksache 17/6311, Antwort zu Frage 18).

Andererseits sägt damit der Inspekteur SKB eventuell an einem der Äste, auf denen er sitzt. Denn letztlich bedeuten 94 Jugendoffiziere auch etwa 177 000 Personen, die durch die Jugendoffiziere unmittelbar erreicht wurden. Das heißt, 177 000 Personen konnten sich mit der Bundeswehr oftmals zum ersten Male auseinandersetzen und persönliche Positionen zur sicherheitspolitischen Ausrichtung im kritischen Dialog mit den Jugendoffizieren überprüfen.

Im Bericht der Jugendoffiziere heißt es hierzu:

„Kritische Ansichten zu sicherheitspolitischen Themen werden nur von einer Minderheit vertreten; diese Stimmen sind vor allem in der Sekundarstufe II der Gymnasien zu hören. In den Haupt-, Real-/Werkreal- und Mittelschulen besteht im Gegensatz zum Gymnasium häufiger ein spürbarer Mangel an Allgemeinbildung und grundlegendem Wissen zu politi-schen und sicherheitspolitischen Geschehnissen und Zusammenhängen. Es fällt auf, dass mehrere Jugendliche des Öfteren stereotype und zum Teil auch polemische bis hin zu radikalen Argumenten unreflektiert übernehmen. Hier müssen Informationen folgen, damit der Prozess der Auseinandersetzung mit der Thematik zur eigenständigen, im Ergebnis ggf. auch kritisch-ablehnenden Meinungsbildung führt. Dazu leisten die Jugendoffiziere durch ihre Arbeit im Rahmen der politischen Bildungsarbeit einen fundierten Beitrag, der von der anfragenden Lehrerschaft im Bundesgebiet breite Anerkennung findet.“

In einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem der Bundeswehr mit freundlichem Desinteresse begegnet wird, kann es nur richtig sein, diesem Desinteresse mit dem Diskussionsangebot der Jugendoffiziere entgegen zu treten. Eine Beschneidung dieser Fähigkeiten würde sicherlich die jetzige Situation eher verschlechtern, als verbessern und somit langfristig auch Auswirkungen auf die Anziehungskraft der „Marke“ Bundeswehr haben.

Organisatorische Herausforderungen …

Inhaltlich stehen die Jugendoffiziere vor vielfältigen Herausforderungen. Die Kernthemen für das Jahr 2011 sind sicherlich wiederum der Afghanistaneinsatz, ergänzt um die Strukturreform der Bundeswehr und der neuen Wehrform sowie der Attraktivität des Dienstes (Wir.Dienen.Deutschland). Zu klären ist auch, wie das Verhältnis zur Nachwuchswerbung der Bundeswehr in Zukunft aussehen soll. Bestrebungen zu einer Verschmelzung mit der Öffentlichkeitsarbeit erscheinen aus Gründen der Akzeptanz in der Zielgruppe, aber auch aus rechtlichen Gründen eher unwahrscheinlich (Vgl. Studien des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages März 2010 und September 2010). Letztlich gibt es jedoch sehr enge Berührungspunkte in Anbetracht der Tatsache, dass sowohl die Nachwuchswerbung als auch die Öffentlichkeitsarbeit die „Marke“ Bundeswehr kommunizieren.

Im täglichen Dienst werden Anfragen von Schülerinnen und Schülern zu Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr von den Jugendoffizieren an die Wehrdienstberater weiter geleitet. Daher macht es sicherlich auch Sinn, die Betreuungsbereiche aufeinander abzustimmen. Denn bisher kommt es durchaus vor, dass Jugendoffiziere in ihrem Betreuungsbereich gleich zwei zuständige Wehrdienstberater haben. Durch den zahlenmäßig zu erwartenden Aufwuchs der Nachwuchswerbung und der eventuellen Verringerung der Jugendoffiziere, ist hier jedoch Gegenteiliges zu erwarten. Es bleibt die Hoffnung, dass bei Schließung der Kreiswehrersatzämter, die Jugendoffiziere auch weiterhin Tür an Tür mit den Wehrdienstberatern sitzen werden.

Einsatzstatistik Jugendoffiziere 2010

… und neue inhaltliche Perspektiven?

Mit Blick auf die an der vernetzten Sicherheit beteiligten Ministerien stellt sich aus Sicht der Jugendoffiziere oftmals die Frage nach einem Äquivalent in der Kommunikation mit dem Bürger. Das BMVg leistet sich derzeit 94 Jugendoffiziere, die in den Schulen aktiv über die Auslandseinsätze berichten. Das Erstaunen der Schülerinnen und Schüler ist groß wenn sie im Unterricht hören, dass die Bundeswehr in Afghanistan nur eines von vier vor Ort tätigen Ministerien ist, da das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministerium des Inneren (BMI) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) ebenso in Afghanistan aktiv sind. Eine aktive Informationsarbeit aus einer Hand findet aber nicht statt.

Jedes Ministerium betreibt seine eigene Öffentlichkeitsarbeit, was im Ressortprinzip begründet liegt. Jedoch fehlen auf Seiten der zivilen Ministerien scheinbar die Kapazitäten, aktiv in der Öffentlichkeit Informationsveranstaltungen zum Thema vernetzte Sicherheit durchzuführen. Eine Information kann oft nur am jeweiligen Standort des Ministeriums durchgeführt werden, so dass Schülerinnen und Schüler nur durch eine Fahrt nach Berlin und Bonn die persönliche Auseinandersetzung suchen können.

In Anbetracht der geäußerten Kritik von Seiten der GEW und der DFG-VK an den Jugendoffizieren wäre es hier doch ein leichtes, durch ein gemeinsames Auftreten diese in Teilen zu entkräften. Leider fehlt es dazu bisher an den notwendigen Ressourcen. Einzig durch Tagesseminare der Jugendoffiziere für z.B. Lehrkräfte, kann dieses Informationsdefizit durch Einladung von Referenten aus den erwähnten Ministerien aufgefangen werden.Wünschenswert wäre in jedem Fall eine bessere Koordinierung der Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Afghanistan durch das Bundeskanzleramt.

Warum vier eigene Internetpräsenzen zum Thema Afghanistan in den Ministerien pflegen, anstatt die Informationen zusammen zu tragen und auf einer Unterseite des Bundeskanzleramts zu vereinen? Ein erster Ansatz hierzu findet sich auf den Seiten des Bundespresseamtes, der allerdings noch sehr unübersichtlich wirkt. Ein gezielter Ausbau dieser Aktivitäten könnte dem Bürger die Suche nach Informationen zum Thema Afghanistan deutlich vereinfachen.

Jugendoffizier – Quo vadis?

Die Jugendoffiziere als Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 1958 bewährt. Sie sind oftmals die ersten und einzigen Berührungspunkte für Schülerinnen und Schüler in ihrem Leben, um sich mit Fragen zum Thema Sicherheitspolitik intensiv auseinander zu setzen. Seit geraumer Zeit häufen sich jedoch Aktionen gegen die Tätigkeit der Jugendoffiziere in den Schulen. Diese sind letztlich auch auf den großen Erfolg der Jugendoffiziere in der Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern zurück zu führen.Anhänger Jugendoffizier

Für die Zukunft wird es deshalb darauf ankommen, den kommunikativen Raum im Internetzeitalter nicht aufgrund mangelnder technischer Fähigkeiten verloren zu geben, sondern mit einem attraktiven und zugleich qualitativ hochwertigen Informationsangebot dagegen zu halten. Konsequent wäre hier beispielsweise eine Ausweitung des Auftrittes der Bundeswehr auf Facebook mit einem Zugang für die Jugendoffiziere.

Im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr sollte dieses effektive Instrument der Öffentlichkeitsarbeit statt verkleinert, vor allem inhaltlich eher noch ausgebaut, zumindest aber beibehalten werden, um auch weiterhin einen möglichst großen Personenkreis mit Informationen zur Sicherheitspolitik erreichen zu können und den Dialog mit dem Bürger aufrecht zu erhalten. Nur so kann dem freundlichen Desinteresse des Bürgers aktiv entgegen gewirkt werden.

Das Verhältnis zur Nachwuchswerbung sollte nach Überwindung der jahrelang gepflegten Konkurrenz in ein freundliches und enges Miteinander übergehen, bei gleichzeitiger Beibehaltung der strikten Aufgabentrennung zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung.

Letztlich bleibt zu hoffen, dass für die Zukunft die Schnittmengen im Bereich der Kommunikation zur vernetzten Sicherheit durch die beteiligten Ministerien personell unterfüttert werden, so dass eine Information des Bürgers aus einer Hand erfolgen kann.

Wie sehen die Leserinnen und Leser des Bendler-Blog das? Sind die Jugendoffiziere ein Auslaufmodell, oder können Sie ihre Rolle als Speerspitze der Öffentlichkeitsarbeit mit jungen Menschen im Rahmen der Strukturreform der Bundeswehr noch ausbauen?

18 Gedanken zu “Jugendoffiziere – Phalanx der Öffentlichkeitsarbeit oder Auslaufmodell?

  1. Die Antwort zur Überschrift: Weder noch.
    Jugendoffiziere sind nur eine Möglichkeit, Bundeswehr und Sicherheitspolitik den jungen Menschen nahe zu bringen. Es ist auch anderes denkbar: Relaunch der Ausstellung „Unser Heer“, Angebote zur Lehrerfortbildung, Tag der Offenen Tür, etc.

    Viel interessanter ist allerdings folgender Passus.
    „Die Kernthemen für das Jahr 2011 sind sicherlich wiederum der Afghanistaneinsatz, ergänzt um die Strukturreform der Bundeswehr und der neuen Wehrform sowie der Attraktivität des Dienstes.“ Letzteres sollte zum Nachdenken anregen.
    Die Jugendoffiziere sollen gerade nicht (auch wenn es sich wahrscheinlich nicht 100%ig vermeiden lässt) für die Bundeswehr als Arbeitgeber Werbung machen. Tun sie es doch, haben sie im Unterricht genausowenig etwas verloren wie RWE in Physikcurricula, BAYER in den Chemiestunden und Monsanto in den Biologielehrmitteln.
    Die Forderung nach einer bundeswehr-/jugendoffizierfreien Schule ist vor dem Hintergrund einer nicht immer transparenten und der Wahrheit verpflichteten Institution (siehe genannte Young Leaders-Seminare) nur allzu gut zu verstehen.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Aus meiner Sicht braucht eine Neuasrichtung der Bundeswehrkommunikation im Rahmen von „Wir.Dienen.Deutschland“ unbedingt und ohne Alternative sowohl den verstärkten und vor allen Dingen verbesserten Internetauftritt auch und vor allem im Web 2.0.

    Die Jugendoffiziere sind nicht unabdingbar, allerdings täte die Bundeswehr gut daran deren möglichkeiten eher aus- als abzubauen, da sie die Bundeswehr erst richtig erlebbar machen und oft der erste kontakt für viele junge Menschen mit der Bundeswehr sind.

  3. @ required
    Solche Ausstellungen und Tage der offenen tür erreichen aber nur die Menschen, die bereits ein gewisses Interesse haben; die Jugendoffiziere hingegen diejenigen, die sich noch nie Gedanken über den Bund gemacht haben. Es gibt keinen Ersatz für die Jugendoffiziere.

  4. @Bertel
    Ich sehe Ihren Punkt. Gleichzeitig aber auch einen Zielkonflkt:
    Ich habe als junger Mensch das Recht, mich nicht für Bundeswehr und Sicherheitspolitik zu interessieren.
    Ich finde es also problematisch, wenn man (unausgewogene/gefärbte) Bundeswehrinhalte zum Teil eines benoteten Unterrichtsgeschehens macht. Oder man muss einen Tag später einen Vertreter der angesprochenen DFG-VK zu Wort kommen lassen. Aber den wollen wahrscheinlich auch wieder viele nicht auf ihre Kinder losgelassen sehen.

    Mit der gleichen Begründung, wie die Bundeswehr Jugendoffiziere in die Schulen schickt, könnten Dutzende andere Instititutionen Einlass in den Unterricht verlangen wie beispielsweise Gewerkschaften in den Sozialkundeunterricht.

    Und es gibt einen Ersatz für Jugendoffiziere: Bundeswehr und Sicherheitspolitik wieder interessant zu machen, sie als Teil demokratischer Diskussionkultur zu etablieren. Dazu braucht es aber mehr als ein paar Offiziere mit Dienstwagen – dafür braucht es politische Weitsicht und eine transparente Informationspolilitk der Institutionen.

  5. @required

    Ich verstehe Ihre Kritik vollkommen, doch ihr liegt ein Denkfehler zu Grunde: Die Jugendoffiziere kommen nur auf Einladung der Lehrer; sie verlangen niemals Zutritt. also ein vollkommen freiwilliges Angebot.
    Wenn der Lehrer dies in eine Benotungssituation umwandelt, so ist dies seine Schuld; dafür können die Jugendoffiziere nichts. Aber ich denke nicht, dass das ein Problem sein sollte.

    Desweiteren gibt es entsprechende Gegenangebote, nachzulesen bspw. in diesem kurzen Artikel: http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-05/bundeswehr-schule/komplettansicht

  6. Ob es wirklich einen Ersatz für Jugendoffiziere gibt, im Sinne einer demokratischen Diskussionskultur, das wage ich zu bezweifeln. Wer ist denn Träger dieser Kultur und wer befördert diese Kultur zu den Jugendlichen?
    Auch durch eine Wiederbelebung der Wanderausstellung „Unser Heer“ etc. kann ich mir nicht vorstellen, dass wir die Menschen in Ihrem Leben aktiv begegnen (zumindest dann nicht, wenn die Jugendoffiziere dafür eingestampft werden sollen).
    Was waren eigentlich die Gründe für die Einstellung der Wanderausstellungen? Vermutlich die hohen Kosten und der Aufwand.
    Ich will die Ausstellung nicht schlecht reden, da sie sicher ein hervorragendes kommunikatives Element darstellt. Aber wie Required schon erwähnte:
    Die Wanderausstellung ist „(…) nur eine Möglichkeit, Bundeswehr und Sicherheitspolitik den jungen Menschen nahe zu bringen.“

  7. Für uns als Fallschirmjäger war die Ausstellung unser Heer vor allem deshalb attraktiv, weil wir als Freifaller ein paar schöne Sprünge aus der Bell machen konnten – selbst dann noch, wenn in der Truppe keine Flugstunden mehr verfügbar waren 😉

  8. „Einen entscheidenden Unterschied scheint es jedoch zu geben zwischen der Nachwuchsorganisation und den Jugendoffizieren der Bundeswehr: Erstere wird personell vermutlich um 100% durch die Integration von freiwerdendem Zivilpersonal aus den Kreiswehrersatzämtern aufwachsen und materiell deutlich besser ausgestattet werden, um auch in Zukunft die personelle Regeneration der Bundeswehr sicherstellen zu können.“
    Wer glaubt, dass die freiwerdenden Beschäftigten der Kreiswehrersatzämter alle als Ergänzung der Wehrdienstberater auf die Öffentlichkeit „losgelassen“ werden können, hat dieses Zivilpersonal wohl lange nicht gesehen. Sicherlich gibt es auch unter dem Zivilpersonal einige geeignete Mitarbeiter, die Masse ist aber vorrangig nur für Administratives zu gebrauchen. Insofern sind die Jugendoffiziere wohl erhr ein Opfer der fehlenden Erfolgszahlen. Die angesprochenen 177 000 Personen, die durch die Jugendoffiziere erreicht wurden, sagen doch noch garnichts aus, da der Erfolg dieses „Erreichens“ nicht unmittelbar messbar ist, wie z.B. die Anzahl der Bewerbungen, die die Wehrdienstberater aus ihren „angesprochenen Personen“ generieren. In Zeiten knapper Budgets ist nachvollziehbar, dass eine derartige Form der Selbstdarstellung (um nicht den unzutreffenden Begriff Öffentlichkeitsarbeit zu strapazieren) nicht in der bisherigen Form beibehalten werden kann.

  9. @MB: Welche Kennzahlen schlagen Sie vor, um Kommunikationswirkung zu messen? Kennen Sie beispielsweise das Wertschöpfungsmodell des Berufsverbandes DPRG? Im Vergleich zu dem im Ministerium üblichen Dilettantismus ist das Berichtswesen der Jugendoffiziere vorbildlich – auch im Vergleich zu Unternehmen.

  10. Ich halte die Institution Jugendoffiziere sowohl für die Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) als auch für die Nachwuchsgewinnung (NwG) für ein hervorragendes Instrument. Die künstliche Trennung zw. ÖA und NwG liegt meiner Einschätzung nach fast ausschließlich nur noch in einer Person, die allerdings auf entsprechenden Dienstposten saß und heute auf einem strategischen Dienstposten sitzt, begründet. In nahezu jedem Unternehmen gibt es diese Trennung aus gutem Grunde nicht.
    Ich glaube das eine stärkere Verzahnung zwischen NwG und ÖA unablässig ist.
    Die Wehrdienstberatung hatte bis vor kurzem über das Argument, über den Wehrdienst zu informieren, die Möglichkeit an den Schulen Vorträge zu halten. Dies wurde auch so gemacht. Die Schüler haben meiner Erfahrung nach von ganz allein nach anderen Möglichkeiten beim Bund als den GWD nachgefragt. Leider zieht dieses das Argument „Wehrdienst“ nun nicht mehr.
    Die Jugendoffiziere informieren über Sicherheitpolitik. Meiner Erfahrung nach fragen die Jugendlichen regelmäßig nach Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr, selbst wenn die Darstellung des Jugendoffiziers noch so vermeintlich abschreckend war. Wenn der Jugendoffizier dann sagt, „Arbeitgeber Bw ist nicht mein Thema, hier haben sie die Karte des Wehrdienstberater.“ ist selbstredend nicht mal mehr als suboptimal zu bezeichnen.
    In der Praxis hat sich daher bewährt, dass Jugendoffizier und Wehrdienstberater gemeinsam auftreten. Der Jugendoffizier macht seinen Sichwerheitspolitik-Part, dann kurze Pause, nun macht der Wehrdienstberater seinen Arbeitgeber Bw-Part. Dies funktioniert natürlich nur, wenn die Schule/Lehrer vorher ihr/sein Einverständnis zu diesem Vorgehen gegeben hat. Erfahrungsgemäß sind die Jugendlichen dem Part Arbeitgeber Bw sehr aufgeschlossen – je nach Schultyp sogar interessierter als bei dem Part Sicherheitspolitik.
    Diese „Truppenlösung“ ist leider bei der Jugenoffizierführung nicht so gerne gesehen. Obwohl Synergieeffekte genutzt werden und eine optische und thematische Trennung zwischen ÖA und NwG eingehalten wird.
    Für mein Dafürhalten sollten beide: Wehrdienstberater und Jugendoffiziere zusammen in einem Büro arbeiten. Positive Effekte: Abstimmung zw. Wehrdienstberater und Juggendoffizier ist strukturell „vorgegeben“, die Jugendoffiziere können von dem ganzen administrativen Bürokram entlastet werden und sich auf ihr eigenes Geschäft: Schulvorträge konzentrieren können. Negative Effekte kann ich nicht unmittelbar erkennen
    Natürlich muss es dem Jugendoffizier vorbehalten bleiben zu entscheiden, ob eine Veranstaltung sich zur Nachwuchsgewinnung eignet oder nicht. Aber dafür ist er ja auch Hauptmann und der Wehrdienstberater maximal Oberleutnant.

  11. @ichundich: Während ich Ihren Argumente mit Blick auf die Wirkung zustimme, ist es eine der wesentlichen Anforderungen der Kommunikation mehrere Perspektiven zu beachten. Genau hier stolpert die Bundeswehr regelmäßig, eben weil es nicht nur um Wirkung im Ziel geht, sondern die Legitimation und Reputation eine wesentliche Grundlage ist. Genau deshalb ist die argumentative und operative Trennung der Jugendoffiziere und Wehrdienstberater eine der wenigen wirklich klugen Kommunikationsstrategien der Bundeswehr.

    Unbestritten ist, dass sich in den Köpfen des Publikums da so manches amalgamiert. Die Bundeswehr hat aber als publizistischer Akteur hier die vornehmste Aufgabe Klarheit bei Absender und Absicht herzustellen. Welche Wirkung das hat, wenn dies nicht geschieht, zeigt der Fall Young Leaders.

  12. An der Oberleutnant-Hauptmann-Problematik sollte die NwG endlich mal rangehen, da die Herren Oberleutnante disziplinarisch führen, die JgdOffz (Jugendoffiziere) jedoch nicht.
    Der springende Punkt bei einer Kooperation zwischen NwG und JgdOffz bei gemeinsamen Vorträgen ist in meinen Augen die Akzeptanz in der Zielgruppe. Den Schülern – meine persönliche Wahrnehmung – erscheint es relativ egal, ob die NwG nun dabei ist oder nicht.
    Aber wir beschäftigen und ja auch mit den „pressure groups“ und hier werden sehr schwere Geschütze aufgefahren, bzgl. des Werbens für das „Sterben“ in der Schule.
    Das heißt ja nicht, dass ich mir diese Argumente zu eigen mache, aber auch mit Blick auf die beiden Gutachten des Wiss. Dienstes des Deutschen Bundestages, sehe ich die Grenzen einer all zu enge Kooperation zwischen beiden Organisationen.
    Nichts desto troz macht es Sinn, dass die NwG und die ÖA Tür an Tür sitzen, da die enge Kooperation gewinnbringend für beide ist.

    Noch einmal zurück kommend auf die zivilen Mitarbeiter des KWEA:
    Es ist der politische Wunsch, dass dieses Personal in TEILEN in die NwG integriert wird. Daher wird es höchstwarscheinlich auch so kommen.
    Die Hürde, die es hierfür vermutlich zu überspringen gilt, wird der Lehrgang an der AIK in Strausberg sein (evtl. auf die besonderen „Bedürfnisse“ des §87b angepasst).

  13. @sascha_stoltenow
    An dieser Stelle das Beispiel Young Leaders anzuführen ist doch arg polemisch.
    Habe ich nicht gesagt, dass eine optische und thematische Trennung bei gemeinsamen Veranstaltungen aufrechterhalten bleiben soll (und nicht , dem Vernehmen nach bewusst zu verschleiern).
    Diese zusätzliche Dimension der Kommunikation von der sie sprechen, gibt es ja nur, weil es eben diese Trennung zwischen ÖA / Informationsarbeit auf der einen Seite und Nachwuchsgewinnung auf der anderen Seite bei der Bundeswehr gibt. Oder allgemeiner: Weil man glaubt es gäbe so etwas wie objektive InfoA.
    Ihrer Darstellung entnehme ich den impliziten Vorwurf ggü. der NwG, dass diese nur „shanghaien“ möchte und an „ehrlicher“ InfoA nicht interessiert sei. Aber selbst die NwG hat seit mind. 4 Jahren festgestellt, dass dieses Vorgehen (shanghaien) nur kurzfristig von Erfolg gekrönt ist und in der Folge von der Truppe auszubaden ist.
    Ich habe den Eindruck, dass Ihre Vorstellung von InfoA/ÖA in der Bw die Idee einer OBJEKTIVEN Information über Sicherheitspolitik zugrunde liegt. Bei allem Respekt: Das ist ein Wunschtraum. Selbstverständlich ist das was die Bw macht PR (im Sinne von ein generelles positives Image und eine gute Reputation zu erzielen).
    Gerade dieses verdruckste und vermeindliche objektive in der InfoA/ÖA und das stete wiederholen dieses Anspruches ist doch das kommunikative Desaster.
    Man sollte dazu stehen, dass die InfoA der Bw nunmal nicht objektiv ist (bei allen Bemühungen) und auch nicht objektiv sein kann.
    Wenn man sich das eingesteht, dann kann man endlich auch mal seine Kräfte bündeln und anfangen echte PR FÜR die Bw (und nicht nur IN der Bw) zu machen, ohne mit diesem semi-objektiven, verdrucksten InfoA-Anspruch unnötig Kräfte zu binden und sich regelmäßig die Schelte verdeckter PR u.ä. einzuhandeln. Denn dann wissen auch alle anderen Stakeholder (bspw. Journalisten) woran sie sind.
    Für ausgeglichene Informationen (ich verwende bewusst nicht objektiv) sind halt nicht die Unternehmen/Organisationen auch nicht der Staat zuständig, sondern eigentlich die Medien.
    Gerne wird ja immer das BVerfG-Urteil vom 02.03.1977 als Grundlage für die InfoA zitiert, aus dem man so etwas wie eine Verpflichtung zur objektiven InfoA herauslesen soll. Ich kann das nicht erkennen, dort steht nähmlich, „…für unpopuläre, aber erforderliche Maßnahmen muss in einem demokratischen Gemeinwesen um Verständnis GEWORBEN werden…Es ist Aufgabe staatlicher Stellen einen Grundkonsens der Bürger über die vom Grundgesetz geschaffene Staatsordnung lebendig zu halten“ Werben bedeutet nunmal per Definition „nicht objektiv“.
    Mein Appell lautet also: Alle in der InfoA und NwG der Bw Beschäftigten (und das sind bekanntermaßen sehr viele) sollten sich endlich eingestehen, dass sie PR machen und dieses auch nach außen hin vertreten und wenn nötig den anderen klar zu machen.

  14. @ichundich: Young Leaders habe ich nicht angeführt, um zu polemisieren oder gar Ihren Beitrag zu kritisieren. Sollte das so gewirkt habe: Es war nicht so gemeint. Gemeint war er als Kritik an der Unprofessionalität der verantwortlichen Kommunikationsmanager, die meines Erachtens – trotz zahlreicher positiver Entwicklungen in jüngster Zeit – symptomatisch ist.

    Darüber hinaus kritisiere ich die NwG nicht implizit, sondern wenn, dann offen und konkret. „Shanghaien“ ist für mich quasi ausgeschlossen, weil ich prinzipiell von einem selbstverantwortlichen Gegenüber ausgehen muss, das ich selbstverständlich werblich da packen will, wo eine große Aussicht darauf besteht, es zu gewinnen (Wir.Dienen.Deutschland.)

    Worauf sich Ihr Eindruck gründet, ich hätte ein auf eine objektive Information abzielendes Verständnis von Kommunikation, kann ich nicht nachvollziehen. In den inzwischen mehr als 400 Beiträgen zu diesem Thema hier im Blog sowie Artikeln in anderen Medien (http://www.theeuropean.de/stoltenow/5823-bundeswehr-in-der-mediengesellschaft) sollte eigentlich klar geworden sein, dass ich für eine professionelle PR-Arbeit der Bundeswehr eintrete. Nicht, weil die Medien für ausgeglichene Informationen zuständig wären, – die machen auch „nur“ PR: für ihre Verleger, Sender oder die eigene Geschichte -, sondern weil PR bzw. Kommunikation in einer durch das Internet vernetzten Mediengesellschaft für Organisationen und Unternehmen konstitutiv ist.

    Die Kommunikationsarbeiterinnen der Bundeswehr sollten sich also nicht eingestehen, dass sie PR machen, sondern, dass sie bislang in weiten Teilen schlechte PR machen, und es dringend nötig ist, ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu etablieren, bei dem Kritik nicht als Grund für einen beleidigten Rückzug in die Schmollecke, sonder als Lernchance begriffen wird.

  15. Hervorragender Artikel. Vielen Dank dafür.

    Ich glaube, dass den Verantwortlichen im BMVg die Relevanz der Jugendoffiziere vollkommen bewusst ist. Das gilt insbesondere für den PresseInfoStab. Auch im SKA gibt es wohl eine eindeutige Meinung dazu.

    Problematisch ist hingegen die einfache Tatsache, dass der Inspekteur der Streitkräftebasis einen klaren Auftrag hat: er muss den Einsatz sicher stellen!

    Jugendoffiziere sind nur bedingt in Auslandseinsätzen zu gebrauchen. Und wenn der Inspekteur nun vor der Frage steht, ob er lieber 94 Jugendoffiziere oder 94 ausgebildeter Logistikspezialisten haben will, dann dürfte seine Antwort da sein.

    Jeder weiß also um die Wichtigkeit der Jugendoffiziere, aber im Zuge der Sparmaßnahmen / Strukturreform sind 94 Hauptmannsdienstposten ein ganz schön dickes Brot.

  16. @sascha_stoltenow
    Meine Einschätzung zur Folge ist diese von Ihnen als „schlechte PR“ bezeichnete InfoA der Bw darauf zurückzuführen, dass man den Kommunikationarbeitern der Bw wie ein Mantra vorbetet, eben keine PR (sprich Imagepflege und somit Werbung für die eigene Sache zu machen) sondern ÖA oder InfoA mit dem Anspruch vermeindlich objektiv zu sein. Ausgerechnet die Jugendoffiziere besitzen nicht das Selbstverständnis, mit ihrer Arbeit eigentlich Werbung für die Bw zu machen (quasi „PRler“ zu sein), sondern sie verstehen sich viel lieber als „Referenten für Sicherheitspolitik“ (wie man auf den Visitenkarten lesen kann) sozusagen als objektive und unabhängige Experten für Sicherheitspolitik.
    Ich finde, das am Beispiel der Jugenoffiziere dieses eigenartige Verständnis zur eigenen Arbeit besonders deutlich wird. Es ist aber symtomatisch für den gesamten Bereich der InfoA der Bundeswehr.
    Man will ums verrecken keine PR (siehe oben) machen sondern irgendwie was anderes mit einem irgendwie objektiven Anschein (um bloß nicht politisch anzuecken).
    Ich glaube, dass genau dies der Grund dafür ist, dass man der InfoA der Bw vorwerfen kann, schlechte PR zu machen. Denn man macht gar keine PR, sie macht etwas, was sie selber als InfoA bezeichnet und nebenher noch NwG.
    Insofern haben sie recht, wenn sie für eine professionelle PR der Bw eintreten. Über die Aufgaben der Medien im speziellen möchte ich jetzt nichts ausführen, das bedürfte einer längeren Unterhaltung, ohne am Ende ein Ergebnis zu haben.

  17. @ichundich: Also ich kenne keinen Jugendoffizier, der nicht weiß, daß er PR macht, und halte es auch für keinen Zufall, dass sehr viele Jugendoffiziere nach ihrer Dienstzeit in der PR arbeiten. Mag sein, daß meine Stichprobe verfälscht ist, und ich meine anekdotische Evidenz überbewerte, insofern würde ich mich über eine Vollerhebung unter den 94 aktiven Kameradinnen freuen.

  18. Ich denke auch, dass Jugendoffiziere im SKA und im BMVg AB 2 gute Führsprecher haben. Wobei ich mir nicht sicher bin, was die betreffende Abteilung im SKA erreichen kann. Um Gewicht zu erlangen, müsste vermutlich der Amtsleiter SKA als Fürsprecher gewonnen werden können.

    Und was die Sorge Insp. SKB bzgl. des Einsatzes angeht, so halte ich diese für Vorgeschoben.
    Gegenfrage:
    Wie viele Presseoffiziere der WBK’s, Landeskommandos, und andere Dienststellen der SKB samt Pressesprecher-Ausstattung sind denn in der Lage, Presseoffiziere in den Einsatz zu senden?
    Gegenprobe:
    Wie viele Jugendoffiziere waren allein in den letzten vier Jahren im Einsatz? Was sind die Vorgaben für solch einen Einsatz und wie viele Jugendoffiziere KÖNNTEN rein theoretisch bei Anwendung dieser Vorgaben jedes Jahr in den Einsatz gehen?
    Ich lasse diese Überlegung mal so im Raum stehen…

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