Schade, Govermedia

Die Bundeswehr im Allgemeinen und vor allem das Verteidigungsministerium im Besonderen fallen ja nun nicht gerade durch eine besonders moderne und zukunftsorientierte Kommunikationsarbeit auf. Abgesehen von der soliden Imagekampagne „Wir. Dienen. Deutschland.“, die erste Schritte auf dem Weg zu einer anderen Darstellung des soldatischen Tuns gegangen ist, einem sehr erfolgreichen YouTube-Kanal und einem professionellen Corporate Publishing-Objekt mit grausliger Webseite, gibt es wenig Bemerkenswertes aus dem Bendlerblock.

In all‘ dieser Tristesse war die Veranstaltungsreihe „Govermedia“ ein erster Lichtblick. Trotz einiger, vor allem inhaltlicher, Anlaufschwierigkeiten, hatten die Verantwortlichen an der Akademie für Information und Kommunikation der Bundeswehr (AIK), mit dem Thema Behördenkommunikation einen Bereich gefunden, in dem es bislang wenig gab. Zwischen der hohen Politik und der professionellen Unternehmenskommunikation tat sich ein Feld auf, das sich zu beackern lohnte. Auch für dieses Jahr hatte sich die AIK vorgenommen, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Der Blick auf die Website des Projekts offenbart aber, dass daraus nichts wird:

 „Aus organisatorischen Gründen kann GOVERMEDIA 2013 nicht stattfinden.
Wir bitten sehr um Verständnis.
Für 2014 ist die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe geplant.“

Nun ist diese schmallippige Absage genau das Gegenteil moderner Behördenkommunikation. Und obwohl ich mit den Machern der Govermedia inhaltlich eher nicht auf einer Linie lag, waren sie doch immer engagiert und hinter den Kulissen haben wir offen und konstruktiv gesprochen. Um es kurz zu machen: Ich glaube nicht an organisatorische Gründe, sondern an persönliche. Ich glaube, die Institution AIK, genauer gesagt, ihre Führung, hat im Kern kein Interesse an solchen Veranstaltungen. Sie steckt ihren Kopf lieber weiter in den Strausberger Sand und ist weder Willens und in der Lage, Personalausfälle zu kompensieren und Menschen zu finden und diesen die Mittel in die Hand zu geben, eine erfolgreiche Veranstaltung weiter zu entwickeln. Das ist schade.

Auch für 2014 mache ich mir wenig Hoffnungen. Wie man aus Kreisen hört, soll es in nicht allzu ferner Zukunft einen neuen Kommandeur an der AIK geben, der in den vergangenen Jahren als Stellvertreter des Sprechers im Verteidigungsministerium und Leiter des Bereiches „Presse“ im Presse- und Informationsstab nachhaltig sein vormodernes Verständnis von Behördenkommunikation gezeigt hat. Aber vielleicht ist dieses Gerücht auch nur eine hoffnungsvolle Projektion klügerer Köpfe im Ministerium.

56 Gedanken zu “Schade, Govermedia

  1. wundert mich nicht, dass die AIK nix mehr auf die Reihe bekommt.

    Selbst das gemeinsame „Leuchtturmprojekt“ der AIK und Presse-Infostab des BMVg, die neue Zentralredaktion der Bundeswehr in Köpenik droht zu scheitern. Das Personal hat das „neue Medienkonzept“ als pure arbeitsuntaugliche Theorie durchschaut und versucht sich auf andere Dienstposten zu retten. Die verantwortlichen Vorgesetzten machen es sogar vor und die nachfolgende „Führung“ versucht sich alles schön zu reden!
    Die Zentralredaktion in das gleiche Gebäude wie das Planungsamt zu integrieren ist ein weiterer Geniestreich. Da sitzen „Hund und Katze“ in einem veralterten Plattenbau, der in keinster Weise die Vorraussetzungen für ein modernes Medienhaus erfüllen kann. Bald werden die Verantwortlichen zu der Erkenntnis gelangen, dass die teuren Umbauten nix bringen und nur ein Neubau ala Medienzentrale in Berlin eine Lösung sein kann.

    Aber wen wundert es, dass an dieser „Steuergeldverschwendung“ festgehalten wird, wenn man beachtet, wer demnächst vom Presse/Infostab an die Spitze der AIK wechseln soll……

  2. Das ist, wie es scheint, nur ein weiteres Indiz dafür, dass die Führung nicht wirklich weiß, was im nachgeordneten Bereich läuft. Schade, die Reform hätte eine Chance sein können, so richtig daran glauben kann ich aber nicht mehr.

  3. In Bonn war alles vorhanden und wäre es noch. Mitte 2014 ist dann zumindest die zivile Sachkompetenz beerdigt. 60 Jahre Medienarbeit der Bundeswehr in Bonn wird auf den „Schutthaufen“ der Geschichte geworfen. Aber keine Bange – die Reform wird durchgezogen und der Anspruch unserer Bundeswehr passt sich ihrer zukünftigen Größe an.

  4. @bitte_so_nicht und @Sapiens Horgard

    Das klingt ja fast so, als wäre für gute Medienarbeit die richtige Hardware und der richtige (natürlich linksrheinische!) Ort wichtiger, als die richtigen Köpfe und das richtige Konzept…

    No offense, aber mir klingt das hier alles ein bißchen weinerlich! Für eine Armee ist es nun einmal normal (wenn auch nicht immer optimal), dass durch regelmäßige Strukturreformen scheinbar (!) bewährtes umgesetzt oder umgearbeitet wird (werden muß).

    Mal entsteht dadurch besseres (frei nach Schrumpeter will ich das hier mal als „Schöpferische Zerstörung“ bezeichnen), mal eben auch nicht (siehe der Niedergang der Infanterie und PzGrenTr Anfang der 2000er und die relative Widergeburt in der aktuellen Reform).

    Aber das (scheinbar) zwanghafte Festhalten am alten Wohn- und Dienstort in diesem Fall erscheint mir doch eher als ein Verstoß gegen die Dienst- und Treuepflicht als denn wirklich mit Sachargumenten untermauert!

  5. @Koffer

    wäre ja schön, wenn wenigstens ein tragfähiges konzept vorhanden wäre.
    Und ob in Berlin die richtigen Köpfe sitzen? 🙂 die Qualität der Presse und Informationsarbeit des BMVg ist ja auch in den Tagen des Euro Hawk Debakels „legendär“! 🙂

    „zwanghafte Festhalten am alten Wohn- und Dienstort in diesem Fall erscheint mir doch eher als ein Verstoß gegen die Dienst- und Treuepflicht“???

    schon bei der Planung wurde ein wesentliches Aspekt übersehen, denn durch die Umstrukturierung und „Zerschlagung“ gibt es keine „Folgepflicht“ für das schon vorhandene Personal. Da haben sich einige in Berlin ganz schön „verrechnet“.

    Und das beste Sachargument ist die Steuergeldverschwendung! Aber das setzt ja den momentanen roten Faden in Berlin fort: einfach mal machen und gucken was dabei rauskommt. Und wenn es scheitert, will es keiner Schuld gewesen sein.

    „Breite statt Tiefe“ = „Gemurkse statt Qualität“

  6. @bitte_so_nicht
    „schon bei der Planung wurde ein wesentliches Aspekt übersehen, denn durch die Umstrukturierung und “Zerschlagung” gibt es keine “Folgepflicht” für das schon vorhandene Personal. Da haben sich einige in Berlin ganz schön “verrechnet”.“

    Ich dachte die Treuepflicht ergäbe sich für einen Staatsdiener aus seinem Eid und aus seinem Berufsverständnis?!?!

    Vielleicht gilt das ja nur für Staatsdiener in Uniform…

  7. @Koffer

    und dennoch habe ich gelernt selbstständig zu denken und fragwürdige Entscheidungen zu hinterfragen und auch zu kritisieren und nicht wie ein dummer Lemming der Gruppe über die Klippe hinter her zu rennen…
    und wenn ich dank Tarifvertag die Wahl habe, dann entscheide ich mich für einen besseren Weg.

    …. zudem sind es nicht nur die Zivilisten sondern auch manche Staatsdiener in Uniform, die nach anderen Dienstposten als in Berlin Ausschau halten.
    Und selbst manche Mitarbeiter die schon seit Jahren in Berlin leben und arbeiten haben den Absprung geschafft und verlassen das sinkende Schiff.

  8. @bitte_so_nicht
    „und dennoch habe ich gelernt selbstständig zu denken und fragwürdige Entscheidungen zu hinterfragen und auch zu kritisieren und nicht wie ein dummer Lemming der Gruppe über die Klippe hinter her zu rennen…“

    Soso und die Fähigkeit selbstständig zu denken ist jetzt nur zivilen Staatsdienern zu eigen?!

    Jetzt mal unabhängig von der in dieser Aussage steckenden Beleidigung, sollten Sie sich vielleicht mal fragen, ob selbstständiges Denken und die Fähigkeit und Breitschaft zur sachlichen Kritik mit Defätismus und (wie hier in diesem Blog durch Sie und andere seit über 1 1/2 Jahren bewiesen) ständigem „Nachtreten“ einer nun einmal getroffenen Entscheidung identisch ist.

    Ich denke Sie verwechseln hier Kritikfähigkeit und selbstständiges Denken mit Egoismus und Egozentrismus.

  9. @koffer

    „Soso und die Fähigkeit selbstständig zu denken ist jetzt nur zivilen Staatsdienern zu eigen?!“

    …nein, da haben Sie nicht richtig gelesen, denn ich erwähnte auch die militärischen Kollegen, welche die „Mogelpackung“ in Berlin erkannt haben und sich nach anderen Dienstposten umschauen, die nicht unbedingt in Berlin sind …

    Und steht es mir als Steuerzahler nicht zu, mich über Steuergeldverschwendung aufzuregen. Darf ich als mündiger Bürger nicht Fehler in Politik und Bundeswehr kritisch hinterfragen? Muss ich alles akzeptieren, die Hacken zusammenschlagen und salutieren, wenn ein „Fehler“ von oben nach unten durchläuft?

    Sachliche Argumente für ein Medienhaus in Berlin vermisse ich zu dem auch. Bisher wurde nur Häme, Spott und Schadenfreude angebracht… aber was solls, es kommt wie es kommen muss!

    Na dann, viel Glück in Berlin! Es besteht vielleicht nicht die Möglichkeit „bruchfrei“ und auf gleichem Qualitätsstandard weiterzumachen, aber es ist eine neue Chance zum Neuanfang mit neuem Personal und neuer Technik! Alles auf Null und los gehts! Und wer weiß, die nächste Reform kommt bestimmt und alles wird wieder besser! 🙂

    • „Und steht es mir als Steuerzahler nicht zu, mich über Steuergeldverschwendung aufzuregen.“

      Klar, aber bisher habe ich mehr über den Verlust ihres eigenen Arbeitsplatzes als über Steuergelder gelesen!

      „Darf ich als mündiger Bürger nicht Fehler in Politik und Bundeswehr kritisch hinterfragen?“

      Ja, aber jede Entscheidung hat zwei Seiten. Und Sie beleuchten nur den Verlust ihres eigenen Arbeitsplatzes!

      „Muss ich alles akzeptieren, die Hacken zusammenschlagen und salutieren, wenn ein “Fehler” von oben nach unten durchläuft?“

      Nein, (kritische und offene) Beratung ist die Pflicht jedes Staatsdieners.

      Aber irgendwann einmal ist eine Entscheidung getroffen und dann heißt es diese mit Schwung und Tatkraft umzusetzen.

      So etwas nennt man einerseits Loyalität und andererseits Pflichtgefühl. Und ich glaube das sind zwei Tugenden, die einem deutschen Staatsdiener gut zu Gesicht stehen, oder?

  10. @ Koffer

    das macht mich jetzt aber stutzig, dass Sie den Zusammenhang zwischen einer unötigen Auflösung eines vollausgestatteten Medienhauses in Sankt Augustin und dem Neuaufbau eines Medienhauses in einem baulich untauglichen Plattenbau, nicht als Steuergeldverschwendung erkennen?

    Warum muss eigentlich nur die IMZBw nach Berlin? Warum wurde den nicht auch Radio Andernach oder die ganzen PIZen nach Berlin geholt? Warum wird das neue Medienhaus nicht im Bendlerblog angesiedelt, wenn es doch so wichtig ist, in der Nähe der politischen Entscheidungsträger zu sein? Warum wird die IMZBw zerschlagen, wenn die Medienarbeit dann doch auf mehrere Dienstorte (Berlin, Straussberg, Mayen, Bonn, Gatow, Köpenick, Rostock) aufgeteilt wird? Hätte man die IMZBw, als nachgeordneten technischen Bereich nicht auch von Berlin aus führen und lenken können? Dann könnte man die millionenschwere Infrastruktur weiter nutzen. Warum wird die IMZBw nicht auch im Berich der Personalgewinnung medial genutzt, wenn das neue Amt für Personal sogar auf der gegenüberliegenden Straßenseite im ehemaligen Logistikamt untergebracht ist? Man hätte der IMZBw auch einen neuen Namen geben können und als medialer Dienstleister allen PIZen oder auch anderen Bedarfsträger in der Bundeswehr zur Verfügung stellen können.

    @ koffer: haben Sie ein paar Antworten für mich?

    • Also Bendler-Blog ist immer noch hier. In Berlin steht der Bendlerblock 😉

      Und zur Frage, warum man die IMZBw nicht weiter nutzt, muss ich die Frage ergänzen, warum man sie nicht schon früher richtig genutzt hat?

      Und mal ganz abgesehen von meinen persönlichen Ressentiments: Mit einem vernünftigen Konzept, und umsomehr, wenn nun das PersAmt quasi gegenüber angesiedelt ist, hätte man die Infrastruktur weiter nutzen können. Red Bull macht schließlich auch aus Österreich weltweit Kommunikation. Leider sind die Zeiten, da wirklich gute Produkte aus St. Augustin kamen, seit Zeiten des 16mm Films vorbei. Leider.

      • Ha! 🙂 Bendlerblog ~ Bendlerblock….. sorry für die Verwechselung! 😉

        @sascha_stoltenow

        wieso haben sie den YouTube-Kanal oben in ihrem Beitrag als erfolgreich eingestuft, wenn schon seit langen keine guten Produkte in der IMZ mehr entstehen? Sind die Filmbeiträge der IMZ auf dem Kanal so schlecht?

        Aber… warum darüber streiten, wenn eh blad Schluss ist. 😉

        Freut mich jedoch ein wenig, das Sie dem Laden mit einem anderen Konzept und vielleicht einer anderen Führung, zumindest noch eine Chance eingeräumt hätten. 🙂

        • Zum Einen sprach ich von „wirklich guten Produkten“, also Medien, bei denen Hand- und Kopfwerk zusammenpassten. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass so eine 16mm-Kamera nicht von jedem Hans und Franz bedient werden konnte und man sich wegen der Materialkosten sowie des Schnittaufwandes einfach vorher überlegen musste, was man filmt.

          Zum anderen ist erfolgreich für mich kein Qualitätsurteil. Erfolgreich ist also nicht immer gut. Genausowenig übrigens wie gut nicht immer erfolgreich ist.

          N ja, und wie zu der Sack ist, da will ich mal keine Prognose abgeben. Wenn aber die Gerüchteküche in Sachen AIK wahrhaftiges kocht, droht aus dieser Richtung kein Qualitätsanspruch. Leider.

    • Leider ist die Richtung der IMZBw schon vor mehr als 10 Jahren in die falsche Richtung gegangen. Das Drama fing mit BwTV an. Einem Fernsehen das als Leitmedium der Truppeninformation stolz zu Scharpings Zeiten gepriesen wurde. Der damalige Abteilungsleiter Oberst F. hat dann die Karre mangels Weitblick und Inovationsunfähigkeit gegen die Wand gefahren. Man wollte die damals schon veraltete AV Produktion zu einer TV Station aufwerten. Ich höre noch Zitat:“Ich will kein Daumenkino über IT Netzwerk“. Leider konnte das Programm nur ein kleiner Wehrbereich sehen und das Sendeschema über Satellit war fern jeder Truppenpraxis. Also sendete man teuer für fast keinem teuer über Satellit. Als dem ganzen dann das Wasser bis zum Hals stand, entdeckte man das Internet und Intranet sowie Youtube. BwTV ist ein gutes Beispiel wie die Leitung der IMZBw sich selbst den Hahn zugedreht hat. Hätte man damals gleich die richtigen Entscheidungen getroffen, dann würde es heute eventuell anders aus sehen. Den mit damals recht erfolgreichen Redaktionen Intranet, Internet hätte man damals den Zugang zu den Erfolgstechnologien für BwTV gehabt.

      Verantwortlich sind die Führung der IMZBw die sich zusehr an alten Zöpfen verstrickt hat. Mir tun die Mitarbeiter leid, die das jetzt ausbaden müssen.

  11. @bitte_so_nicht

    „@ koffer: haben Sie ein paar Antworten für mich?“

    Nein, habe ich nicht, einige Ihrer Fragen erscheinen mir durchaus berechtigt, einige nicht.

    Insgesamt habe ich auch nicht die Entscheidung der Verlagerung bestimmter Organisationselemente nach Berlin verteidigt.

    Diese Entscheidung mag richtig sein oder sie mag falsch sein oder sie mag grundsätzlich richtig sein, aber im Detail falsch umgesetzt sein oder sie mag grundsätzlich falsch sein, aber im Detail zweckmäßig umgesetzt…

    Ehrlich gesagt sind das Fachfragen, die ich als FschJgOffz nicht ohne weitere Informationen (pro wie con) beantworten könnte.

    Wogegen ich mich wende, ist die offensichtlichen Beharrungskräfte aufgrund persönlicher Betroffenheit nach einer getroffenen Entscheidung die sich für mich an der Grenze zwischen Wehleidigkeit, Nachkarten und Defätismus ansiedeln lassen!

    Mich stört nicht die (möglicherweise sachlich begründete) Kritik an sich, sondern die für mich erkennbare unsachliche Basis und die offensichtliche Unwilligkeit eine einmal getroffene Entscheidung zu akzeptieren und loyal und mit Tatkraft umzusetzen!

  12. @ koffer

    also über was diskutieren wir jetzt? Sie haben also nicht die fachlichen Informationen um das Thema Zentral Redaktion Berlin oder IMZBw in Sankt Augustin ausreichend zu bewerten.

    Meine Kritik an der Themaitk sehen sie als „Gejammer“ an, obwohl sie mir das Recht zugestehen, dass ich mich als Steuerzahler und Bürger aufregen darf und als „Staatsdiener“ eventuelle falsche Befehle, Weisungen und Anordungen kritisch hinterfragen darf und soll. Aber dennoch darf ich meinen Unmut und meine Zweifel oder sogar bekannte Fakten nicht öffentlich aussprechen?
    Tut mir leid, aber einfach „Schnauze halten und durch, wird schon alles Gut werden“ ist mir zu einfach. Ich glaube nicht daran, dass alles „von Oben“ richtig ist.
    Ich persönlich kann an der Stituation eh nix ändern und es wird so kommen wie es kommen muss, aber ich will mir nicht mein Recht nehmen lassen meine Kritik zu äussern. Und wenn Sie halt etwas einseitig ist, dann liegt das natürlich an meiner Betroffenheit. So ist es halt.
    Aber ich lasse mich auch gerne mit logischen und vernünftigen Argumenten davon überzeugen, dass ich falsch liege. Aber die habe ich hier noch nicht gelesen.

    Und ich glaube, ich bin nicht der Einzige in der Bundeswehr, ob Zivilist oder Soldat, der mit dieser Bundeswehrreform aufgrund persönlicher Betroffenheit äusserst unzufrieden bin!

  13. @Koffer – Sie springen auch über jede „Klippe“ wenn Sie den Befehl dazu bekommen, was? Ihre Entscheidung …

    Sowohl Herr de Maizière, als auch die zuständigen Staatssekretäre sind seit mehr als zwei Jahren regelmäßig, über die durch diese (Fehl-)Entscheidung zu erwartenden Probleme informiert worden. Es gab Gepräche zwischen Herrn MdB Röttgen, es gab Briefe seitens der Opposition usw. Alle diese „Warnungen“ wurden ignoriert. Ich bin mir sicher, kein verantwortlicher Offizier, bzw. hoher Beamter, geschweige denn ziviler Leiter im Presse-und Infostab oder im Berliner Ministerium hatte den Mut, oder war auch nur Willens, den Minister von seiner Schließungsentscheidung der Medienzentrale abzubringen. Weinerlich sind nicht die betroffenen Mitarbeiter, sondern jene Führungskräfte im Ministerium, die den Zustand in Berlin und die ach so überraschende Erkenntnis beklagen, dass weder in der AiK, noch in der Oberspreestraße bis heute (2 Jahre nach der Entscheidung), dieser Auftrag einer professionellen Medienarbeit wahrgenommen werden kann.

    • Die Erfahrung teilt die IMZBw dann vermutlich mit der Heeresfliegertruppe, konkret den CH53-Einheiten.

  14. @LoreleiKast
    „@Koffer – Sie springen auch über jede “Klippe” wenn Sie den Befehl dazu bekommen, was? Ihre Entscheidung …“

    Uauaua. Das ist ja mehr als billig. Hier scheint der „getroffene Hund“ zu jaulen!

    Nur weil ich kein Defätist bin und Treue und Loyalität gegenüber einer einmal getroffen Entscheidung als Wesens- und Qualitätsmerkmal deutscher Staatsdiener bewerte, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht vorher (!) offen und kritisch berate.

    Aber rumjammern noch über zwei Jahre nach einer Entscheidung ist mehr als nur pfui-bah.

    Vielleicht sollten sich solche Staats-„diener“ mal einen anderen Beruf suchen?

    Als Selbstständiger wären solche Menschen vielleicht besser aufgehoben?

    „Sowohl Herr de Maizière, als auch die zuständigen Staatssekretäre sind seit mehr als zwei Jahren regelmäßig, über die durch diese (Fehl-)Entscheidung zu erwartenden Probleme informiert worden. “

    Tja, dann ist es vielleicht eine getroffene Entscheidung des hierzu Befugten, die nun mit Schwung und Tatkraft umzusetzen ist?

    Oder widerspricht Loyalität und Treue auch ihrem „freien“ Geist?

    @bitte_so_nicht
    „also über was diskutieren wir jetzt? Sie haben also nicht die fachlichen Informationen um das Thema Zentral Redaktion Berlin oder IMZBw in Sankt Augustin ausreichend zu bewerten.“

    Stimmt, das habe ich nicht. Habe ich auch nie behauptet!

    Was mich nervt, ist ihr (in der Zwischenzeit jahrelanges!) Nachkarten und Rumjammern über eine einmal getroffene Entscheidung.

    „Und ich glaube, ich bin nicht der Einzige in der Bundeswehr, ob Zivilist oder Soldat, der mit dieser Bundeswehrreform aufgrund persönlicher Betroffenheit äusserst unzufrieden bin!“

    Tja, da wären wir wieder mal bei der ortsunabhängigen Treue- und Loyalitätspflicht, die der eine oder andere immer dann zu vergessen scheint, wenn es mal um SEINEN Umzug geht.

    Dumme Sache so etwas…

    • @koffer

      respekt…. ich bin bin sprachlos

      sie erfüllen ja mitlerweile alle Klischees eines Soldaten: Befehle hat man wiedersruchslos folge zu leisten und bloß nicht zweifeln, Zivilisten sind alles Memmen auf die die Bundeswehr gut verzichten kann und ein Foto vom Minister (wer es auch gerade ist) hängt wohl auch auf dem Klo…. oh mann….

      und Offiziere wie sie sind ja so frustrierend, so beratungresistent, so obrigkeitshörig, gut im austeilen und schlecht im einstecken… Treue- und Loyalität geht vor Sinn und Verstand. Vorsicht, das Sie nicht in den Bereich des blinden Gehorsams verfallen.

      Auch wenn es offtopic erscheint, ist das aber genau das Problem in der Bundeswehr: solche Offiziere, die nach oben melden „Alles ist toll“ und nach unten treten nach dem Motto: „Jammert nicht so rum“.
      Wow… hatte der Minister nicht letztlich auch so argumentiert?

      Nun gut, wir wissen nun, welches Geistes Kind Sie sind, welche Meinung Sie haben und das Sie vom eigentlichen Thema „Medienarbeit“ keine Ahnung haben.

      Danke, wegtreten….

      • @bitte_so_nicht
        Denken, drücken, sprechen.

        Oder in Ihrem Fall lesen, verstehen, antworten!

        „Befehle hat man wiedersruchslos folge zu leisten und bloß nicht zweifeln,“

        Das habe ich noch nicht einmal ansatzweise gesagt.

        „Zivilisten sind alles Memmen auf die die Bundeswehr gut verzichten kann“

        DAS wiederum kann man in meine Antworten hinsichtlich IHRER Aussagen durchaus so interpretieren. Zumindest personenbezogenen auf den einen oder anderen Zivilisten 😉

        „so beratungresistent, so obrigkeitshörig,“

        Soso, es ist also schon wieder so weit. (Kritische) Loyalität und offene Beratung VOR einer Entscheidung bei gleichzeitigem Anpacken NACH der Entscheidung wird also als obrigkeitshörig bezeichnet?

        Arme Wehrverwaltung…

        „gut im austeilen und schlecht im einstecken…“

        TsTs, man sollte nicht von sich auf andere schließen!

        „Treue- und Loyalität geht vor Sinn und Verstand.“

        Hihi, heult da etwa ein „getroffener Hund“ auf?!

  15. Meine Damen und Herren,
    ….und damit meine ich Alle die sich an dieser Diskussion bisher beteiligten.
    Auch die beste Medienarbeit hilft nicht wenn Menschen wie sie im Internet die Bundeswehr als in sich verfeindet und uneinig darstellen.

    Ich bin sicherlich auch ein Mensch der mitdenkt und konstruktive Kritik kann nie überflüssig sein. Doch denken Sie wirklich das hier das richtige Forum für dieses Thema ist. Bewirkt man im Bendler Blog Änderungen? Das wage ich zu bezweifeln.

    Wenn Offiziere und Zivilangestellte hier auf persönlicher Ebene und ohne sachliches Hintergrundwissen „streiten“ und gegen die Führung anstänkern, dann brauchen wir keine Medienarbeit mehr….denn dann ist schlechte PR vorprogrammiert.

    Weiterhin gebe ich zu bedenken das Aussagen die sich auf dienstliche Interna stützen wohl nicht in diesen Blog gehören.

    • Höre ich da den Ruf nach Zensur? Und davon losgelöst: In welchem internen Forum der Bundeswehr könnte man den Veränderungen bewirken?

      Mir gefällt es auch nicht, wenn sich die Diskutanten hier verbal an die Gurgel gehen, vor allem, wenn sie offenkundig der Arbeitsebene entstammen. Genau deshalb richte ich meine Kritik an das dokumentierte, wiederholte Führungsversagen der militärischen und politischen Führung, in Fragen der Kommunikation auch nur den geringsten professionellen Anspruch an sich zu stellen. Stattdessen herrscht in diesem Bereich eine seltsame Kontinuität in der Zusammenarbeit mit medialen Strauchdieben vor, so dass mich ein Fall wie der der mutmaßlichen Untreue zu Lasten der Bundeswehr nicht wirklich wundert.

      Allerdings ist das in weiten Teilen vermutlich Gedöns und die eingesetzten Mittel relativ gering. Dennoch ist es in weiten Teilen beschämend, wie sie eingesetzt werden und ich sehe niemanden in verantwortlicher Position, der Willens wäre, das zu ändern.

  16. @Koffer

    Das mit dem getroffenen Hund hatten wir schon. Sonst nix Neues zum eigentlichen Thema beizusteuern?

    Na dann, alles Gute für die Zukunft. 😉

  17. @sascha_stoltenow Nichts läge mir ferner als Zensur zu verlangen. Doch eine fachliche Kritik auf Arbeitsebene ist doch wohl effektiver als wenn sich Offiziere im Internet über Ihre Führung beschweren. Man möge doch bedenken das hier auch Leute außerhalb der Bundeswehr mitlesen. Welchen Eindruck vermittelt man diesen Menschen hier? Und wie soll die Medienarbeit diesen Eindruck wieder auffangen?

    Als Denkansatz…in einer zivilen Firma wäre öffentliche Kritik an der Führung ein Kündigungsgrund.

    Nachtrag: Mein erster Beitrag bezog sich im Schwerpunkt auf die Kommentare nicht auf den Blog Beitrag als solches.

    • Bei einer ordentlichen, sprich professionellen Medienarbeit und Führung, wäre diese Kritik deutlich geringer. Das Reden auf Arbeitsebene haben die Beteiligten nicht gelernt, eben weil es dem Einzelnen überlassen bleibt, ob er das professionell machen will oder nicht. Das treibt die Guten in die Verzweiflung.

      Und nein, in einer zivilen Unternehmung ist Kritik kein Kündigungsgrund, vor allem nicht, wenn sie anonym erfolgt, und das ist gut so.

  18. @MJ
    Ihr post hat mich in mehrfacher Hinsicht äußerst erstaunt!

    Sowohl im fachlichen Detail, als auch im Blick auf „das große ganze“!

    „Doch eine fachliche Kritik auf Arbeitsebene ist doch wohl effektiver als wenn sich Offiziere im Internet über Ihre Führung beschweren.“

    1. Die Diskussion im Laufe des Tages lief zwischen EINEM Offizier (das bin ich) und drei mutmaßlichen Zivilangestellten.

    Der OFFIZIER hat im Kern kritisiert, dass das ständige anstänkern und das ständige Schlechtreden einer einmal durch die Führung getroffenen Entscheidung nicht zielführend und vor allem eines Staatsdieners nicht angemessen ist.

    „Man möge doch bedenken das hier auch Leute außerhalb der Bundeswehr mitlesen. Welchen Eindruck vermittelt man diesen Menschen hier?“

    2. Das ist zwar im Ansatz richtig und bedenkenswert, aber einerseits haben wir in der Bundeswehr keine dienstlichen Foren in denen man den freien Meinungsaustausch pflegen kann und andererseits muß eine Institution wie die unsrige, die ein wichtiger (vielleicht DER wichtigste Teil der Exekutive ist) auch öffentliche Diskussionen von „Insidern“ vertragen können.

    Das ist ein Teil der Demokratie, des Konzepts des Staatsbürgers in Uniform und nebenbei, wenn es von allen Seiten sachlich und mit der gebotenen Loyalität geführt wird auch nach meiner Meinung sogar anstrebenswert.

    Das es in dieser Faden (thread) nicht immer mit der gebotenen Loyalität zuging, ist eine andere Frage und im konkreten Fall bewegte mich ja gerade dies mich beharrlich zu einem Thema zu äußern, dass mich inhaltlich eher weniger interessiert 😉

    „Als Denkansatz…in einer zivilen Firma wäre öffentliche Kritik an der Führung ein Kündigungsgrund.“

    3a. DAS bezweifle ich. Soweit ging die Kritik in Laufe des heutigen Tages wohl kaum. Ein Arbeitsgericht würde eine solche Kündigung vermutlich im Schnellverfahren vom Tisch wischen.
    3b. Und selbst wenn. Das Konzept des Staatsbürgers in Uniform läßt uns Soldaten glücklicherweise hier große Freiheit – wiewohl ich zugeben (und das ist auch meine tiefe Meinung), dass es sich für einen Soldaten nicht immer „schickt“ das zu tun was er möchte, nur weil er es darf 😉

  19. @Koffer Zu allererst vielen Dank für die sachliche und ausgiebige Antwort.

    Des weiteren – Man möge es mir anlasten das ich hier vielleicht ein wenig auf den Offizier geschossen hab. Das war in dieser Form weder korrekt noch beabsichtigt. Gemeint waren natürlich nicht nur Ihre Beiträge.

    Ich bitte es mir nachzusehen.

    In einem Fall jedoch stimme ich Ihnen nicht zu. Eine Kritik an der eigenen Führung (Bundeswehr oder Wirtschaft) gehört nicht ins Internet und konkrete öffentliche Kritik am Führungsstil ist ohne Frage zumindest ein Grund für eine Abmahnung. (@sasha_stoltenow Die Anonymität ist das einzige was dem entgegensteht) Auch denke ich das viele Kommentare hier auch nur durch den Deckmantel der Anonymität zum Ausspruch kommen.

    Kritik- auch wenn inhaltlich begründbar gehört intern angebracht und nicht in einen Blog. Denn auch nur dort kann sie wirklich etwas bewegen.

    Deutlich machen möchte ich noch einmal das ich mich hier nicht auf den Schreiber des Blogs beziehe sondern auf die, die hier als „aktive“ Mitarbeiter/Soldaten auftreten und somit hier die Bundeswehr repräsentieren.

    Medienarbeit? Die betreibt hier jeder von uns wenn er sich als Bw Angehöriger zu erkennen gibt!!!

    • Sagen wir mal so: Es gibt einige Indizien, dass Themen, die in diesem und vor allem dem anderen, umfangreicheren Blog, diskutiert wurden, tatsächlich etwas im Apparat bewegt haben, eben weil die Kultur der Organisation einen solchen Austausch bislang verhindert. Aber in der Tat gehören solche Debatten im Idealfall in die „interne Öffentlichkeit.

      Und was die arbeitsrechtlichen Konsequenzen angeht: Da hätte der ein oder andere „Führer“ eher eine Würdigung verdient als die Truppe (militärisch wie zivil).

  20. 1. Kritik am Führungsstil ist natürlich KEIN Kündigungsgrund.
    2. Alle Infos die ich hier gelesen habe, wurden längst veröffentlicht (SPIEGEL, Bonner Generalanzeiger, Kölner Stadtanzeiger usw.)
    3. Irren ist menschlich. Eine von Politikern getroffene Entscheidung darf sowohl hinterfragt, als auch von Politikern wieder revidiert werden.
    4. Loyalität ist kein Kadavergehorsam

  21. @MJ
    „Eine Kritik an der eigenen Führung (Bundeswehr oder Wirtschaft) gehört nicht ins Internet“

    Tja, da befinden wir uns ja in einem kleinen Dilemma 😉

    Denn das Konzept des Staatsbürgers in Uniform verlangt ja gerade zu von einem Soldaten sich mit sachlich-kritischen Beiträgen in die öffentliche Diskussion einzubringen.

    Und das verschweigen des eigenen Berufs ist wohl etwas was Sie mir keinesfalls zumuten wollen, oder?

    Also kann doch die Lösung nur sein, dass ein Soldat sehr wohl öffentlich und eben manchmal auch kritisch zu Sachpositionen Stellung bezieht und dabei aber persönliche Kritik an Vorgesetzten unterlässt.

    „Kritik- auch wenn inhaltlich begründbar gehört intern angebracht und nicht in einen Blog.“

    Solange die Bundeswehr keine internen Kommunikationsforen anbietet, kann ich Ihnen hier in keinster Weise zustimmen.

    Darüber hinaus wäre es ärgerlich – und im übrigen der Bundeswehr auch nicht zuträglich – wenn sich qualifizierte Soldaten und Zivilisten nicht auch öffentlich austauschen.

    Denn was unserer Armee am allermeisten fehlt – zumindest meiner Meinung nach – ist eine sicherheitspolitische „community“!

    „Medienarbeit? Die betreibt hier jeder von uns wenn er sich als Bw Angehöriger zu erkennen gibt!!!“

    Da stimme ich Ihnen aus vollem Herzen zu, aber solange wir den Soldaten und zivilen Mitarbeitern nicht ein Gefühl für zulässig-unzulässig, erwünscht-unerwünscht und privat-vertraulich geben, wird es in diesem Bereich keine Änderung geben.

    Man nehme hierzu nur einmal das „social media handbook“ des USMC GRANDIOS! oder das der US Air Force – immer noch gut. Oder das der französischen Armee – auch gut.

    Und setze da im Vergleich das dagegen, was die Bundeswehr versucht: Verbieten, ignorieren, bedrohen, verschweigen.

    So funktioniert es nicht!

    @Sapiens Horgard
    „3. Irren ist menschlich. Eine von Politikern getroffene Entscheidung darf sowohl hinterfragt, als auch von Politikern wieder revidiert werden.“

    Grundsätzlich ja, aber das ständige und fortgesetzte kritisieren von Staatsdienern an schon vor Jahren (!) getroffenen Entscheidungen ist keine politische Frage, sondern eine Frage der Loyalität und der Treue.

    „4. Loyalität ist kein Kadavergehorsam“
    Ja, aber erstens hat Kadavergehorsam etwas mit Tod und Töten zu tun und im vorliegenden Fall geht es nur um die räumliche Verortung Ihres Arbeitsplatzes und zweites ist Defätismus auch keine Alternative zum Kadavergehorsam!

  22. @Koffer

    Diese „vor Jahren getroffene Entscheidung“ (ich bestreite allerdings deren Sinnhaftigkeit nach wie vor), hätte dem Arbeitgeber Bundeswehr längst die Möglichkeit eröffnet – bei entsprechender Kommunikation – den betroffenen Fachleuten der IMZBw, alternative und sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten im Rahmen des Tarifvertrages zu ermöglichen. Diese „Chancen“ wurden seitens des Arbeitgebers fahrlässig „verschlafen“. Abgesehen davon sehen viele zivile UND militärische Angehörige der Medienzentrale der Bundeswehr, offenbar keinen Sinn darin, in ein Berliner „Neandertaler-Projekt“ einzusteigen. Wer könnte ihnen das auch verübeln …

    Mit „Kadavergehorsam“ im übertragenen Sinne, ist natürlich auch die „Gefolgschaft bis zum Untergang“ gemeint. Ohne Todesfallbezug versteht sich.

  23. Fakt ist: fachliche Kritik innerhalb der Bundeswehr ist nicht erwünscht
    Fakt ist: fachliche Kritik auch 2 Jahre nach Entscheidung ist selbst hier von einem auch hier nicht erwünscht 😉

    Fakt ist: die Mitarbeiter der IMZBw wissen, dass sie die getroffenen Entscheidung nicht beeinflussen können
    Fakt ist: es werden von der IMZ ca. nur noch ein 1/3 des Personals in Berlin benötigt, der Rest muss sehen wo er bleibt…
    Fakt ist: die Mitarbeiter der IMZ hätten es lieber heute statt morgen, dass ihre Aufgaben in Berlin übernommen werden
    Fakt ist: in Berlin sind sie nach zwei Jahren „Anpacken und Entscheidungen umzusetzten“ nicht in der Lage die Aufgaben zu übernehmen
    Fakt ist: Mitarbeiter in der IMZ müssen jetzt in Berlin den Neuaufbau anleiten, da in Berlin keine Fachkompetenz vorhanden ist
    Fakt ist: der alte DDR Plattenau als neues Medienhaus ist in Baustruktur und Elektroverkabelung gänzlich ungeeignet
    Fakt ist: eine Kombination von Planungsamt und „Öffentlichkeitsarbeit“ in einem Gebäude ist nicht zielführend
    Fakt ist: diverse Mitarbeiter die Dank Tarifvertrag nicht nach Berlin wechseln müssen, würden lieber heute als morgen ihre Dienstposten für Neubesetzungen in Berlin frei machen, aber man lässt sie nicht, da in Berlin der Auftrag immer noch nicht übernommen werden kann
    Fakt ist: die IMZBw wird endgültig zum 31.12.13 aufgelöst
    Fakt ist: die Videoproduktion muss nun noch bis zum 30.06.14 weitermachen
    Fakt ist: es klemmt und hakt im System, aber niemand traut sich zu sagen „Wir haben da ein Problem“, es wird alles nur schön geredet (Täuschen, Tarnen und Verpissen).

    und das frustriert. Das frustriert so sehr….

    • Vielen Dank für diese Stellungnahme, aus der ich mit zum ersten Mal echte Leidenschaft für die Arbeit und die Möglichkeiten herauslese (nicht, dass die vorher nich da war, sie kam in der Kritik nur nicht bei mir an). Angesichts der fortdauernden Unfähigkeit, in Berlin etwas vergleichbares zu installieren, wäre ich geneigt, meine Meinung dahingehend zu ändern, dass ein ordentlich geführtes Produktionshaus überall in Deutschland – sogar in St. Augustin ;- – vermutlich doch die bessere Lösung ist. Und wenn die Diskussion hier dazu beitragen kann, dafür Argumente zu liefern, umso besser.

  24. @bitte_nicht_so
    „diverse Mitarbeiter die Dank Tarifvertrag nicht nach Berlin wechseln müssen, würden lieber heute als morgen ihre Dienstposten für Neubesetzungen in Berlin frei machen“

    Wieso? Das ist doch einer der „Vorteile“ von Zivilangestellten, sie können doch jederzeit kündigen!

    „Fakt ist: eine Kombination von Planungsamt und “Öffentlichkeitsarbeit” in einem Gebäude ist nicht zielführend“

    DAS Argument interessiert mich jetzt mal wirklich!

    War ist das Ihrer Meinung nach nicht zielführend???

  25. @Koffer Kündigen können auch Beamte und Soldaten. Ich verstehe Sie nicht. Aber warum sollten sie kündigen? Was den Auftrag betrifft: Das SKA gibt diesen an die AiK und die Zentralredaktion in Berlin ab. Die Verantwortung liegt dort und nicht mehr in Bonn. Das hat zudem mit dem Personal rein gar nichts zu tun. Wenn Berlin der Meinung ist, dass man in diesem Plattenbau in Köpenick in unmittelbarer Nachbarschaft zum Planungsamt, dessen Auftrag doch eher dem Geheimschutz unterliegen dürfte, gute Öffentlichkeitsarbeit machen kann, dann lassen wir die „Macher“ dort einfach in dem Glauben.

  26. @Sapiens Horgard
    „Kündigen können auch Beamte und Soldaten.“

    Soldaten und Beamte können nicht „kündigen“. Sie können ihren Abschied einreichen. Und bei Soldaten geht dies sogar teilweise nur nach jahrelanger „Wartefrist“ (z.B. 10 Jahre nach Studienende etc.)

    „Ich verstehe Sie nicht. Aber warum sollten sie kündigen?“

    Na wenn einige Mitarbeiter sich quasi danach „sehnen“ endlich ihren Dienstposten freimachen zu dürfen…

    „Wenn Berlin der Meinung ist, dass man in diesem Plattenbau in Köpenick in unmittelbarer Nachbarschaft zum Planungsamt, dessen Auftrag doch eher dem Geheimschutz unterliegen dürfte, gute Öffentlichkeitsarbeit machen kann, dann lassen wir die “Macher” dort einfach in dem Glauben.“

    Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?

    Da macht man eine Zugangsschleuse ins Gebäude und alles ist gut!

    • Nachtrag
      „Da macht man eine Zugangsschleuse ins Gebäude und alles ist gut!“

      Und wenn man den Zugang „offen“ auch für externe gestalten möchte, dann macht man das mit einem gestuften Zugangssystem, sozusagen mit einem „Sperrbereich“ innerhalb des einfacher (oder ggf. sogar offen) zugängigen Restgebäudes…

      Alles kein Problem. Und in der Bundeswehr bereits dutzendfach erprobt!

      • @Koffer

        …. genial

        haben Sie auch noch eine bautechnische Möglichkeit, wie man das Problem mit der Abhörsicherheit hinbekommt? Da rätselt man in Berlin noch….

        • @bitte_so_nicht
          „haben Sie auch noch eine bautechnische Möglichkeit“

          Das ist natürlich eine Herausforderung, aber nicht eine, der man sich bautechnisch nicht schon häufiger hätte zu stellen gehabt!

          • Oh, ich vergaß noch zu erwähnen, dass dieses Gebäude für beide Dienststellen zu klein ist….

            Diese Probleme zu lösen wird uns Steuerzahler wieder einiges kosten. Hätte man besser geplant, wäre das bestimmt zu vermeiden gewesen.

  27. Quatsch jeder Soldat kann kündigen, den Dienst quittieren. Dann verzichtet er eben auf Geld. Aber warum sollte er das machen? Genauso der Arbeitehmer. Warum sollte ein langjähriger Mitarbeiter kündigen? Er stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung. Und wenn er nicht nach Berlin oder Strausberg möchte, oder aus familiären Gründen nicht kann? Dafür gibt es tarifvertragliche Vorgaben. Für die Auswüchse der Bundeswehrreform kann der Arbeitnehmer nix.

    • @Sapiens Horgard
      „Quatsch jeder Soldat kann kündigen, den Dienst quittieren. Dann verzichtet er eben auf Geld.“

      So einen unsäglichen UNFUG und so ein Unverständnis für die Organisation in der Sie angeblich DIENEN/arbeiten, habe ich ja schon lange nicht mehr gehört!

      Natürlich kann ein Soldat NICHT jederzeit „den Dienst quittieren“.

      Bei Soldaten auf Zeit (und das ist ja in den meisten Dienstgradgruppen die deutliche Mehrheit der Streitkräfte) entfällt diese Möglichkeit vollkommen.

      Und bei Berufsoffizieren und Berufsunteroffizieren die eine Ausbildung oder ein Studium im Rahmen ihrer Dienstzeit erhalten haben (hinsichtlich der Offiziere wären das 90% aller Berufssoldaten) gibt es eine mehrjährige (im Falle der Offiziere eine 10jährige!) Sperrfrist nach der Ausbildung/dem Studium innerhalb derer man auch nicht gehen kann.

      „Und wenn er nicht nach Berlin oder Strausberg möchte, oder aus familiären Gründen nicht kann?“

      Tja, vielleicht sollte ich beim nächsten Personalgespräch die Karte auch mal versuchen zu spielen. Vielleicht fällt es dann ja dem PersFhr auf, dass die Armee das seit jahrhunderten „falsch“ macht…

      Äääääh, lassen Sie mich überlegen… Nein.

      Die Bundeswehr ist nun einmal kein „normaler“ Arbeitgeber. Noch nicht einmal ein normaler Dienstherr.

      Bei uns gehört praktizierte Mobilität auch unterhalb von Führungsebenen und Karrieresprüngen zum Beruf.

      Das ist vielleicht auch der Grund, dass ich diesen ewigen Defätismus und das ständige Rumnörgeln an der aktuellen Reform nicht mehr abhaben kann.

      Am lautesten schreien diejenigen, für die zwar immer schon offiziell die gleichen Regeln galten, aber die bisher aufgrund von „Standortsicherheit“ faktisch besser gestellt waren als der Rest der Bundeswehr 🙁

  28. Auszug Soldatengesetz: Ein Soldat auf Zeit ist auf seinen Antrag zu einlassen, wenn das Verbleiben im Dienst für ihn wegen persönlicher, insbesondere häuslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Gründe eine besondere Härte bedeuten würde …“ Natürlich kann so eine Entscheidung finanzielle Rückforderungen in puncto Ausbldilgungskosten/Studium nach sich ziehen. Das bestreite ich nicht. Ich sage auch ganz klar: Warum sollte ein Berufss

  29. soldat das auch machen? Wäre in den meisten Fällen auch keine besonders kluge Entscheidung. Aber wie gesagt – um in Ihrer Argumentationsrhetorik zu bleiben: Er könnte ja gehen. – und wenn „Mobilität“ für Sie als Soldat unabdingbar zum Beruf gehört, bitte sehr. Gestatten Sie Arbeitnehmern, die keine auf Laufbahn und Mobilität bezogene Karrieremöglichkeit haben, sich aus diesem Karussell zurückzuziehen.

  30. @Sapiens Horgard
    [Auszug SG, §55 (3)]

    Also jetzt nochmal: Soldaten KÖNNEN nicht einfach so gehen!!!

    Die von Ihnen zitierte Bestimmung des SG hat aufgrund stehender, höchstrichterlicher und seit Jahrzehnten gefestigter Rechtsprechung HOHE, SEHR HOHE Anforderungen.

    Um Ihnen das mal klar zu machen: hier geht es z.B. um eine dauerhaft hochpflegebedürftige Ehefrau, bei gleichzeitig nachgewiesener Unmöglichkeit der standortnahen Versetzung und gleichzeitig nachgewiesener Erfolglosigkeit anderweitiger familiärer Betreuung.

    Alleine an diesem Beispiel stelle ich (erneut( Ihr völliges Unverständnis für den Aufbau, den Auftrag und die Realität in der Organisation in der auch Sie dienen fest 🙁

    Ich erkenne hier eine Unbelehrbarkeit, die ich mit meinen Mitteln nicht abstellen kann und verabschiede mich daher aus der Diskussion.

  31. … na dann hat also das ständige polemische Nachkarten, Nachtreten und Schlechtmachen von Leuten , die hier ihre Meinung zu einem Thema geäußert haben (von dem jemand zugegebenermaße keine Ahnung und nix inhaltliches beigetragen hat), also ein Ende.

    Vielen Dank für diese Einblicke und weiterhin viel Glück im Beruf.

  32. @bitte_so_nicht
    „… na dann hat also das ständige polemische Nachkarten, Nachtreten und Schlechtmachen von Leuten , die hier ihre Meinung zu einem Thema geäußert haben […]“

    Hihi, DER Hieb saß aber mal! 😉 Kann mir richtig den schnippischen Ton dabei vorstellen!

  33. @All: Wie gesagt, freue ich mich über eine engagierte Diskussion. Ein wenig scheint es mir aber, dass es momentan über Persönliches nicht hinaus geht. Wollen wir wieder mehr zur Sache reden?

  34. @Koffer: Mir kommen die Tränen. Höre ich hier etwa Wehkeidigkeit? Sie Ärmster. Wie gesagt: Sie sind Soldat und deshalb offenbar über jedejwede Kritik erhaben. Ein deutscher Offizier kann ja bekanntermaßen alles … In diesem Sinne …

  35. zurück zum Thema:

    Ich befürchte, dass die zukünftige Medienarbeit auf sehr “wackeligen Beinen“ stehen wird und der Qualtätsanspruch weiter sinkt. Selbst die Personalstärke wurde von der Beraterfirma als “unseriös“ eingestuft und ob alle Redakteure tatsächlich alle Medien gleichzeitig mit ihren Themen gleich gut “bedienen“ können, bleibt abzuwarten.

    Falls diese Projekt tatsächlich scheitern wird, hat hoffentlich jemand mit mehr Fachkompetenz schon einen Alternativplan zur Hand. Schade um die verschwendeten Steuergelder….

  36. So, nun hat der Presse Info Stab und die AIK mit ihrem Leuchtturmprojekt “Zentralredaktion Berlin“ einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen: Die Erkenntnis, dass das Gebäude in der Oberspreestraße nicht geeignet ist, kam nach nur 2 Jahren Planung, Umbau und Einzug doch recht spät. Der große Nachbar “Planungsamt“ hatte wohl die besseren Karten und nun muss die Zentralredaktion umziehen. Mal schauen, wo sie jetzt unterkriechen müssen und wie viel Steuergelder weiter sinnlos verbrannt werden…. Würde mich nicht wundern, wenn schon ein paar Millionen Euro für einen Neubau verplant sind.

    Was für Diletanten…..

  37. Das ist wieder ein Steinchen mehr auf der „Straße der Skandale“. Allein das Drama um den Euro-Hawk, Missbrauch von Steuergeldern im Zuge der Bw-Reform, Millionengrab durch Aufgabe der Medienzentrale der Bw in Bonn – was hat das Haus gekostet? Über 145 Millionen hört man, jetzt raus aus der Oberspreestraße – die meisten Beschäftigten bleiben sowieso in Bonn, für die In Berlin heisst das wieder umziehen im Speckgürtel/Berlin/Brandenburg. Aber wohin? Wieder ein Neubau eines Medienhauses für etliche Millionen? Das wird langsam echt skandalös … LASST ES SEIN UND ALLES DA WO ES IST!

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