Wie man auch um Nachwuchs werben könnte

Vor etwa 2 Wochen haben wir beim Kollegen Thomas Wiegold über die aktuelle Nachwuchswerbung diskutiert. Quasi nebenbei sind dabei auch ein paar kreative Lockerungen entstanden, die unter Umständen den Blick etwas weiten können, und die ich den Lesern hier nicht vorenthalten möchte. Umsetzbar in allen Medien:

Wir gehen raus. 2 Wochen Höhe 432. Minus 15 Grad in der Nacht. Das ist nicht für jeden was. Aber für die, die es aushalten, ist es alles. Bundeswehr – Deutschland dienen.

Es war eine Mine aus dem 2. Weltkrieg. 70 Jahre alt, immer noch tödlich. Ich habe die Sprengladung angebracht. 200 Gramm TNT. Jetzt gefährdet die Mine niemanden mehr. Bundeswehr – Deutschland dienen.

Das Hochwasser war der Hammer. Der Deich war kurz vorm Brechen. Wir mit der Kompanie ran. 10.000 Sandsäcke, dann hielt er wieder. Bundeswehr – Deutschland dienen.

Wir sind hier, um zu helfen, nicht um zu töten. Aber damals hieß es, er oder ich, und nicht nur ich, sondern auch die Kameraden hinter mir. Wir haben überlebt. Bundeswehr – Deutschland dienen.

Als Marc in den OP kam, war sein Bein völlig zerfetzt. Wir haben 12 Stunden operiert. 40 Blutkonserven. Wir waren völlig fertig, aber wir haben sein Bein gerettet. Bundeswehr – Deutschland dienen.

Afghanistan, das ist völlig irre. Extreme Armut, extreme Freundlichkeit. An einem Tag ein heftiges Gefecht, am nächsten Tee mit den Einheimischen. Das ist nicht leicht, aber wir sind gut ausgebildet. Bundeswehr – Deutschland dienen.

14 Gedanken zu “Wie man auch um Nachwuchs werben könnte

  1. Wo ist hier der „Like“ Button??
    Klingt richtig gut. Gänsehaut macht sich breit.
    Das ist mal wirklich ein schöner Ansatz von „the truth well told“! Denn das zur Wahrheit auch GeZi, UvD, Linoleum, peinliche Uniformen und ständige Bettenwechsel gehören, wissen wir wohl alle hier ziemlich genau.

  2. Und ich sage immer noch, damit könnte man richtig viel machen.
    Mist, warum kommen mir nicht solche genialen Ideen?

  3. @Baruch: Die Frage ist doch, warum in der Bundeswehr niemand Prozesse so aufsetzt, dass am Ende solche oder andere, bessere Ideen entstehen, die dann auch umgesetzt werden?

  4. Ich denke schon, dass sich die Kreation der zuständigen Werbeagentur Gedanken darüber gemacht hat, warum sie z.B. den Inhalt der im Moment laufenden Funkspots – NOCH – nicht in einem so direkten Ton verfasst hat.

    Die oben genannten Vorschläge passen gut in die aktuelle Rekrutierungskampagne der französischen Streitkräfte, die übrigens von der Agentur TBWA konzpiert wurde. Und sie zeigt auch gleich, wie es in Konzeption und Kommunikation anders geht:

    http://www.recrutement.terre.defense.gouv.fr

    Kampagnenmotto: „Devenez vous même“, oder „Werden Sie was sie sind“ und die Frage: „Wann haben Sie sich zum letzten Mal übertroffen?“

    So wie ich die wesentliche Idee verstanden habe, sind „Realismus“ und Authentizität zwei Grundelemente der Kampagne. Keine Schauspieler und Hollywood-Spezialeffekte. Nun denn:
    http://youtu.be/4LSyeKsg9L4

    Lustig ist übrigens ein Vergleich mit den Spots der Kampagne von 2008:
    http://youtu.be/Re2wfMU51RI

  5. @Paul: Danke für die Hinweise auf die Situation in Frankreich. Dass sich die in Deutschland tätigen Agenturen Gedanken gemacht haben, bestreite ich nicht, wohl aber, dass sie zu einer überzeugenden Lösung gekommen sind. Ich bspw. könnte mit auch den ganzen Tag Gedanken über komplizierte mathematische Gleichungen machen – allein, die Ergebnisse wären absehbar unbefriediegend. Gleichwohl erführe ich gerne, was man sich dabei gedacht hat, die Hälfte der Spots durch schlechte Sprecher sprechen zu lassen.

  6. Das ist wirklich ein toller Ansatz und ist mir leider irgendwie durch die Lappen gegangen. 🙁

    Vielleicht funktionieren ja die RSS Feeds bald wieder, dann verpasse ich nichts mehr!

  7. Davon kann man mal ganz stark ausgehen!

    Nachdem der Leitsatz feststeht, könnte man inhaltlich aber noch ein wenig draufzeigen…..

    Ausserdem muss ich ja dann wissen, wann ich die neue Marine-Werbung „made by bendlerblog“ präsentieren kann! 😉

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