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	<title>Kommentare zu: Eine Ausnahme? - Der Krieg ist die Ausnahme!</title>
	<link>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/</link>
	<description>Anmerkungen zur sicherheitspolitischen Kommunikation</description>
	<pubDate>Mon, 21 May 2012 22:14:03 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Von: Koffer</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48558</link>
		<author>Koffer</author>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 17:10:49 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48558</guid>
		<description>@Delta 0219
"Das schriftlich fixierte Leitbild tut das so deutlich nicht, aber das praktische Handeln von politischer und militärischer Führung tut es nach meinem Eindruck"

Damit haben Sie sicherlich in Teilen Recht, aber dann liegt es doch ans uns Soldaten diese falsche Praxis zugunsten der richtigen Theorie zu korrigieren!!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Delta 0219<br />
&#8220;Das schriftlich fixierte Leitbild tut das so deutlich nicht, aber das praktische Handeln von politischer und militärischer Führung tut es nach meinem Eindruck&#8221;</p>
<p>Damit haben Sie sicherlich in Teilen Recht, aber dann liegt es doch ans uns Soldaten diese falsche Praxis zugunsten der richtigen Theorie zu korrigieren!!</p>
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	<item>
		<title>Von: Delta 0219</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48540</link>
		<author>Delta 0219</author>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:05:34 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48540</guid>
		<description>@Koffer
"...ein Aspekt, der früher an dieser Stelle vermutlich automatisch auch genannt worden wäre, aber heute in DEU gerne vergessen wird, ist “… weil dieses Handeln gegen die soldatische Ehre verstößt!”"

Absolut, keine Frage!

"Das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform behauptet in kleinster Weise, dass Soldaten verkleidete Zivilsten sind!"

Das schriftlich fixierte Leitbild tut das so deutlich nicht, aber das praktische Handeln von politischer und militärischer Führung tut es nach meinem Eindruck. Dies unterstreicht auch die Selbstdarstellung der Bundeswehr, die den Dienst des Soldaten als quasi-zivilen "Job" mit anderer Berufskleidung (Uniform als "Klamotten") darstellt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Koffer<br />
&#8220;&#8230;ein Aspekt, der früher an dieser Stelle vermutlich automatisch auch genannt worden wäre, aber heute in DEU gerne vergessen wird, ist “… weil dieses Handeln gegen die soldatische Ehre verstößt!”&#8221;</p>
<p>Absolut, keine Frage!</p>
<p>&#8220;Das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform behauptet in kleinster Weise, dass Soldaten verkleidete Zivilsten sind!&#8221;</p>
<p>Das schriftlich fixierte Leitbild tut das so deutlich nicht, aber das praktische Handeln von politischer und militärischer Führung tut es nach meinem Eindruck. Dies unterstreicht auch die Selbstdarstellung der Bundeswehr, die den Dienst des Soldaten als quasi-zivilen &#8220;Job&#8221; mit anderer Berufskleidung (Uniform als &#8220;Klamotten&#8221;) darstellt.</p>
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		<title>Von: Koffer</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48488</link>
		<author>Koffer</author>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 16:49:44 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48488</guid>
		<description>@Delta 0219
" Ihr Handeln ist vor allem deshalb unethisch weil es keinem legitimen militärischen Zweck dient [Aufzählung gekürzt]"

Ihre Aufzählung ist sicherlich zutreffen, aber ein Aspekt, der früher an dieser Stelle vermutlich automatisch auch genannt worden wäre, aber heute in DEU gerne vergessen wird, ist "... weil dieses Handeln  gegen die soldatische Ehre verstößt!"

"sondern die nicht mehr der Realität entsprechende Behauptung ist es, dass als Soldaten verkleidete, an zivilistischen Normen zu messende “Staatsbürger in Uniform” dem Schrecken des Krieges gewachsen sein könnten."

Was hat denn das mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform zu tun? Bis zu diesem Punkt hatten Sie eine Argumentationslinie, der ich aus vollem Herzen zustimme, aber das von Ihnen geschilderte Leitbild existiert SO nicht, das ist doch allerhöchstens ein Zerrbild!

Das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform behauptet in kleinster Weise, dass Soldaten verkleidete Zivilsten sind!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Delta 0219<br />
&#8221; Ihr Handeln ist vor allem deshalb unethisch weil es keinem legitimen militärischen Zweck dient [Aufzählung gekürzt]&#8221;</p>
<p>Ihre Aufzählung ist sicherlich zutreffen, aber ein Aspekt, der früher an dieser Stelle vermutlich automatisch auch genannt worden wäre, aber heute in DEU gerne vergessen wird, ist &#8220;&#8230; weil dieses Handeln  gegen die soldatische Ehre verstößt!&#8221;</p>
<p>&#8220;sondern die nicht mehr der Realität entsprechende Behauptung ist es, dass als Soldaten verkleidete, an zivilistischen Normen zu messende “Staatsbürger in Uniform” dem Schrecken des Krieges gewachsen sein könnten.&#8221;</p>
<p>Was hat denn das mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform zu tun? Bis zu diesem Punkt hatten Sie eine Argumentationslinie, der ich aus vollem Herzen zustimme, aber das von Ihnen geschilderte Leitbild existiert SO nicht, das ist doch allerhöchstens ein Zerrbild!</p>
<p>Das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform behauptet in kleinster Weise, dass Soldaten verkleidete Zivilsten sind!</p>
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	<item>
		<title>Von: Delta 0219</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48467</link>
		<author>Delta 0219</author>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:56:36 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48467</guid>
		<description>@Xaleander
Angesichts des starken Medieninteresses bei solchen Vorfällen habe ich nicht den Eindruck, dass "weggesehen" wird. Auch sind mir keine Stimmen bekannt, die fordern würden, solche Vorfälle zu akzeptieren.

Ich habe eher den Eindruck, dass die Diskussion hilflos reagiert. Auch Fisk reagiert m.E. unreflektiert, wenn er in seinem Beitrag ein Tötungsverbot als Grundlage soldatischer Ethik fordert. Dass Soldaten im Krieg Gegner töten, ist so tief in der Logik des Krieges verwurzelt, dass diese Forderung realitätsfremd ist. Fisks konzeptionelle Hilflosigkeit erwächst aus seinem universalistischen Trugschluss, der alle denkbaren Situationen einer pauschalen Ethik unterwerfen will, auch wenn sie sich in ihrem Wesen vollkommen unterscheiden. Militärisches Handeln im Krieg muss m.E. aufgrund der Logik des Krieges jedoch anderen ethischen Regeln folgen als ziviles Handeln im Frieden. Dinge, die (aus guten Gründen) nicht mit ziviler Alltagsethik vereinbar wären, müssen im Krieg manchmal getan werden und sind unter dessen Bedingungen vielleicht ethisch richtig. Ähnliche Spannungsfelder zwischen ziviler Alltagsethik und anderer Ethik kennen auch Ärzte, die z.B. Triage durchführen müssen. Triage hört sich für viele Zivilisten häßlich an, kann aber aus der Logik der Situation heraus ethisch verantwortbar oder gar geboten sein. Fisk differenziert hier aber nicht, sondern erklärt schlicht alles für unethisch und wirft alles in einen Topf, was er unschön findet.

Es würde aus meiner Sicht schon einen Fortschritt darstellen, wenn die zivile Diskussion die besondere Logik des Krieges anerkennen würde. Dann würde das eigentliche ethische Problem des Handelns der Soldaten auf dem Video vielleicht deutlich: Ihr Handeln ist vor allem deshalb unethisch weil es keinem legitimen militärischen Zweck dient, für die eigene Seite ausschließlich negative Folgen bis auf die strategische Ebene hat, die Verantwortlichen aus rein egoistischen Motiven unter Verstoß gegen ihre Pflicht und Inkaufnahme von Schaden für ihre Seite handelten und es zudem und Ausdruck eines Disziplinverlusts ist, der, wenn man ihn dulden würde, weitere Disziplinverluste sowie Schwächung der Moral und psychische Belastung etc. nach sich ziehen würde. 

Ebenfalls ein Fortschritt wäre, wenn man endlich aufhören würde so zu tun, als sei der Dienst als Soldat ein "Job wie jeder andere". Der Zivilist mag sich am Ballermann benehmen wie er will, aber vom Soldat verlangt man instinktiv trotz aller Gleichheitsrhetorik letztlich, dass er sein Verhalten an höheren Maßstäben ausrichtet. Nicht soldatische Tugenden, ein strenger Ehrenkodex und konsequente Disziplin sind antiquiert, sondern die nicht mehr der Realität entsprechende Behauptung ist es, dass als Soldaten verkleidete, an zivilistischen Normen zu messende "Staatsbürger in Uniform" dem Schrecken des Krieges gewachsen sein könnten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Xaleander<br />
Angesichts des starken Medieninteresses bei solchen Vorfällen habe ich nicht den Eindruck, dass &#8220;weggesehen&#8221; wird. Auch sind mir keine Stimmen bekannt, die fordern würden, solche Vorfälle zu akzeptieren.</p>
<p>Ich habe eher den Eindruck, dass die Diskussion hilflos reagiert. Auch Fisk reagiert m.E. unreflektiert, wenn er in seinem Beitrag ein Tötungsverbot als Grundlage soldatischer Ethik fordert. Dass Soldaten im Krieg Gegner töten, ist so tief in der Logik des Krieges verwurzelt, dass diese Forderung realitätsfremd ist. Fisks konzeptionelle Hilflosigkeit erwächst aus seinem universalistischen Trugschluss, der alle denkbaren Situationen einer pauschalen Ethik unterwerfen will, auch wenn sie sich in ihrem Wesen vollkommen unterscheiden. Militärisches Handeln im Krieg muss m.E. aufgrund der Logik des Krieges jedoch anderen ethischen Regeln folgen als ziviles Handeln im Frieden. Dinge, die (aus guten Gründen) nicht mit ziviler Alltagsethik vereinbar wären, müssen im Krieg manchmal getan werden und sind unter dessen Bedingungen vielleicht ethisch richtig. Ähnliche Spannungsfelder zwischen ziviler Alltagsethik und anderer Ethik kennen auch Ärzte, die z.B. Triage durchführen müssen. Triage hört sich für viele Zivilisten häßlich an, kann aber aus der Logik der Situation heraus ethisch verantwortbar oder gar geboten sein. Fisk differenziert hier aber nicht, sondern erklärt schlicht alles für unethisch und wirft alles in einen Topf, was er unschön findet.</p>
<p>Es würde aus meiner Sicht schon einen Fortschritt darstellen, wenn die zivile Diskussion die besondere Logik des Krieges anerkennen würde. Dann würde das eigentliche ethische Problem des Handelns der Soldaten auf dem Video vielleicht deutlich: Ihr Handeln ist vor allem deshalb unethisch weil es keinem legitimen militärischen Zweck dient, für die eigene Seite ausschließlich negative Folgen bis auf die strategische Ebene hat, die Verantwortlichen aus rein egoistischen Motiven unter Verstoß gegen ihre Pflicht und Inkaufnahme von Schaden für ihre Seite handelten und es zudem und Ausdruck eines Disziplinverlusts ist, der, wenn man ihn dulden würde, weitere Disziplinverluste sowie Schwächung der Moral und psychische Belastung etc. nach sich ziehen würde. </p>
<p>Ebenfalls ein Fortschritt wäre, wenn man endlich aufhören würde so zu tun, als sei der Dienst als Soldat ein &#8220;Job wie jeder andere&#8221;. Der Zivilist mag sich am Ballermann benehmen wie er will, aber vom Soldat verlangt man instinktiv trotz aller Gleichheitsrhetorik letztlich, dass er sein Verhalten an höheren Maßstäben ausrichtet. Nicht soldatische Tugenden, ein strenger Ehrenkodex und konsequente Disziplin sind antiquiert, sondern die nicht mehr der Realität entsprechende Behauptung ist es, dass als Soldaten verkleidete, an zivilistischen Normen zu messende &#8220;Staatsbürger in Uniform&#8221; dem Schrecken des Krieges gewachsen sein könnten.</p>
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	<item>
		<title>Von: Xaleander</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48461</link>
		<author>Xaleander</author>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 07:47:30 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2012/01/13/eine-ausnahme-der-krieg-ist-die-ausnahme/#comment-48461</guid>
		<description>Hi,
ich moechte das nicht so unwiedersprochen stehen lassen.
Es ist zwar (logisch) nachvollziehbar warum solche Dinge geschehen, das macht sie aber noch lange nicht akzeptabel. Wir sollten auf keinen Fall wegsehen, wenn solche Dinge geschehen, sondern sie als das akzeptieren, was sie sind:
Eine der Folgen von Kriegen und bewaffeneten Auseinandersetzungen. Wir sollten (wenn es denn der Fall ist) dies nicht zu Ausnahmefaellen verharmlosen sondern ganz klar erkennen, was wir damit anrichten wenn wir Soldaten in den Krieg schicken.
Das ist einer der Gruende, warum die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee sein muss. Wo kein Krieg, da auch keine (eigentlich nur weniger, aber naja) widerlichen Greueltaten!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi,<br />
ich moechte das nicht so unwiedersprochen stehen lassen.<br />
Es ist zwar (logisch) nachvollziehbar warum solche Dinge geschehen, das macht sie aber noch lange nicht akzeptabel. Wir sollten auf keinen Fall wegsehen, wenn solche Dinge geschehen, sondern sie als das akzeptieren, was sie sind:<br />
Eine der Folgen von Kriegen und bewaffeneten Auseinandersetzungen. Wir sollten (wenn es denn der Fall ist) dies nicht zu Ausnahmefaellen verharmlosen sondern ganz klar erkennen, was wir damit anrichten wenn wir Soldaten in den Krieg schicken.<br />
Das ist einer der Gruende, warum die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee sein muss. Wo kein Krieg, da auch keine (eigentlich nur weniger, aber naja) widerlichen Greueltaten!</p>
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