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	<title>Kommentare zu: Die Gretchenfrage für den Offizier</title>
	<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/</link>
	<description>Anmerkungen zur sicherheitspolitischen Kommunikation</description>
	<pubDate>Mon, 21 May 2012 22:12:27 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Von: Politikverdruss</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-49043</link>
		<author>Politikverdruss</author>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 12:10:39 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-49043</guid>
		<description>Ergänzung zu meinem Beitrag von 14:02: In der sechsten Zeile muss es zu Beginn heißen: "Eine "geistige Transformation" der Streitkräfte...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ergänzung zu meinem Beitrag von 14:02: In der sechsten Zeile muss es zu Beginn heißen: &#8220;Eine &#8220;geistige Transformation&#8221; der Streitkräfte&#8230;</p>
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		<title>Von: Politikverdruss</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-49041</link>
		<author>Politikverdruss</author>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 12:02:20 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-49041</guid>
		<description>Sehr geehrter @Koffer,

danke für Ihre volle Zustimmung. Ich denke, wir nähern uns dem „Kernproblem“. Der verteidigungs- und sicherheitspolitische Paradigmenwechsel seit 1990 ist an der „Inneren Führung“ vorbeigegangen.

„Eine  der Streitkräfte findet weder auf der politischen noch auf der militärischen Ebene statt. In den genannten Papieren(zur Streitkräftereform)ist kaum etwas über die Weiterentwicklung des Leitbildes vom Staatsbürger in Uniform und die Konzeption der Inneren Führung zu finden. Das grundsätzlich veränderte Berufsbild und das aktuelle Selbstverständnis der Soldaten würden dies aber zwingend notwendig machen.“( GenMaj a.D. Beck, Christian Singer, Entscheiden, Führen, Verantworten, 2011,S.188ff)

Die Innere Führung muss aber auf diese grundlegenden Veränderungen  Antworten geben und kann es nicht dabei belassen, den Soldaten aufzufordern, „sich für den Auftrag einsatzbereit zu halten.“

Die “Vorschrift ZDV 10/1 Innere Führung – Selbstverständnis und Führungskultur – ohnehin kaum gelesen“,  ist in der „derzeitigen Form in vielen Bereichen bereits überholt…“ (Beck/Singer S.197) Auf diese oder ähnliche Feststellungen stößt man immer wieder. Deshalb stellt sich die Frage, warum man um dieses „Gestaltungsfeld“ einen so großen Bogen macht? Liegt es vielleicht daran, dass man die öffentliche Kontroverse scheut? Denn ohne Öffentlichkeit wird sich dieses „Gestaltungsfeld“ der Inneren Führung kaum beackern lassen. Die Aussage in den VPR2011, die „Innere Führung habe sich bewährt“, ist deshalb nur der untaugliche Versuch, ein unliebsames Thema zu deckeln.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter @Koffer,</p>
<p>danke für Ihre volle Zustimmung. Ich denke, wir nähern uns dem „Kernproblem“. Der verteidigungs- und sicherheitspolitische Paradigmenwechsel seit 1990 ist an der „Inneren Führung“ vorbeigegangen.</p>
<p>„Eine  der Streitkräfte findet weder auf der politischen noch auf der militärischen Ebene statt. In den genannten Papieren(zur Streitkräftereform)ist kaum etwas über die Weiterentwicklung des Leitbildes vom Staatsbürger in Uniform und die Konzeption der Inneren Führung zu finden. Das grundsätzlich veränderte Berufsbild und das aktuelle Selbstverständnis der Soldaten würden dies aber zwingend notwendig machen.“( GenMaj a.D. Beck, Christian Singer, Entscheiden, Führen, Verantworten, 2011,S.188ff)</p>
<p>Die Innere Führung muss aber auf diese grundlegenden Veränderungen  Antworten geben und kann es nicht dabei belassen, den Soldaten aufzufordern, „sich für den Auftrag einsatzbereit zu halten.“</p>
<p>Die “Vorschrift ZDV 10/1 Innere Führung – Selbstverständnis und Führungskultur – ohnehin kaum gelesen“,  ist in der „derzeitigen Form in vielen Bereichen bereits überholt…“ (Beck/Singer S.197) Auf diese oder ähnliche Feststellungen stößt man immer wieder. Deshalb stellt sich die Frage, warum man um dieses „Gestaltungsfeld“ einen so großen Bogen macht? Liegt es vielleicht daran, dass man die öffentliche Kontroverse scheut? Denn ohne Öffentlichkeit wird sich dieses „Gestaltungsfeld“ der Inneren Führung kaum beackern lassen. Die Aussage in den VPR2011, die „Innere Führung habe sich bewährt“, ist deshalb nur der untaugliche Versuch, ein unliebsames Thema zu deckeln.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Koffer</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-49007</link>
		<author>Koffer</author>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 01:03:49 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-49007</guid>
		<description>"Hier fehlt es an der Courage, den immer so vollmundig betonten „Transformationsprozess“ endlich auch auf die „Innere Führung“ auszudehnen."

Volle Zustimmung!

Wer den Staatsbürger in Uniform erhalten will, der muss in zeitgemäß anpassen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Hier fehlt es an der Courage, den immer so vollmundig betonten „Transformationsprozess“ endlich auch auf die „Innere Führung“ auszudehnen.&#8221;</p>
<p>Volle Zustimmung!</p>
<p>Wer den Staatsbürger in Uniform erhalten will, der muss in zeitgemäß anpassen&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: Politikverdruss</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48985</link>
		<author>Politikverdruss</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 17:35:39 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48985</guid>
		<description>In der bisherigen Diskussion wird  deutlich, dass man die Erneuerung des Leitbildes für nicht erforderlich hält, weil der Kern nicht berührt sei und ansonsten ein paar Korrekturen ausreichend seien. Schauen wir uns einmal an, wie die Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr das Leitbild  definiert. Dort heißt es (ZDv10/1 Nr.402):

„Ein zentrales Element der Inneren Führung ist das Leitbild vom »Staatsbürger in Uniform«. In diesem Leitbild
werden idealtypisch die Forderungen an den Soldaten und die Soldatin der Bundeswehr verdeutlicht:
– eine freie Persönlichkeit zu sein,
– als verantwortungsbewusster Staatsbürger bzw. als verantwortungsbewusste Staatsbürgerin zu handeln und
– sich für den Auftrag einsatzbereit zu halten.“

Forscht man weiter in der Vorschrift, dann fällt auf, dass zum „Selbstverständnis“ und Berufsbild des Soldaten kaum etwas enthalten ist. Beim Selbstverständnis ist dies nicht verwunderlich, da es sich doch eher individuell  fortentwickelt. Beim Berufsbild des Soldaten hingegen hätte man erwarten können, dass die Vorschrift über „Selbstverständnis und Führungskultur“, so der Untertitel der Vorschrift, doch in diesen Punkten große Aussagekraft besitzt. Weit gefehlt! So schrieb der damalige Direktor Lehre an der Führungsakademie, Brigadegeneral Dr. Wittmann: „Bemühungen in der Bundeswehr, ein Berufsbild oder Bild des Offiziers zu formulieren oder einvernehmlich zu verabschieden, sind in der Vergangenheit gescheitert, weil die Diskussionen immer ideologisch aufgeladen waren, weil historische Brüche und Belastungen rasch virulent wurden oder weil fast zwangsläufig sehr konträre Positionen aufeinanderprallten.“

Auf diesem Hintergrund wird natürlich klar, dass die oben genannte Vorgabe der Vorschrift, „ sich für den Auftrag einsatzbereit zu halten“, vermutlich der  Kompromiss war, der sich gerade noch so durchsetzen ließ. Man stelle sich vor, in dieser „ideologisch aufgeladenen“ Lage hätte jemand die „Fähigkeit und den Willen zum Kampf als Grundvoraussetzungen soldatischen Handelns“ gefordert. Das wäre mindestens ein weiterer Bundeswehrskandal geworden. Und man hat förmlich vor Augen, was die Medien daraus gemacht hätten.

Und nun soll sich die heutige Generation von Soldaten weiter für den „Auftrag einsatzbereit halten“. Als „idealtypische Forderung“ an den „Staatsbürger in Uniform“. Das ist eine Zumutung! Die heutigen Soldaten stehen im Kampf. Sie bezeichnen sich selbst als die „Generation Einsatz“ und führen ihren Auftrag schon seit Jahren mit der Waffe in der Hand durch.

Nein, hier fehlen  nicht nur ein paar Korrekturen. Hier fehlt es an der Courage, den immer so vollmundig betonten „Transformationsprozess“ endlich auch auf die „Innere Führung“ auszudehnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In der bisherigen Diskussion wird  deutlich, dass man die Erneuerung des Leitbildes für nicht erforderlich hält, weil der Kern nicht berührt sei und ansonsten ein paar Korrekturen ausreichend seien. Schauen wir uns einmal an, wie die Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr das Leitbild  definiert. Dort heißt es (ZDv10/1 Nr.402):</p>
<p>„Ein zentrales Element der Inneren Führung ist das Leitbild vom »Staatsbürger in Uniform«. In diesem Leitbild<br />
werden idealtypisch die Forderungen an den Soldaten und die Soldatin der Bundeswehr verdeutlicht:<br />
– eine freie Persönlichkeit zu sein,<br />
– als verantwortungsbewusster Staatsbürger bzw. als verantwortungsbewusste Staatsbürgerin zu handeln und<br />
– sich für den Auftrag einsatzbereit zu halten.“</p>
<p>Forscht man weiter in der Vorschrift, dann fällt auf, dass zum „Selbstverständnis“ und Berufsbild des Soldaten kaum etwas enthalten ist. Beim Selbstverständnis ist dies nicht verwunderlich, da es sich doch eher individuell  fortentwickelt. Beim Berufsbild des Soldaten hingegen hätte man erwarten können, dass die Vorschrift über „Selbstverständnis und Führungskultur“, so der Untertitel der Vorschrift, doch in diesen Punkten große Aussagekraft besitzt. Weit gefehlt! So schrieb der damalige Direktor Lehre an der Führungsakademie, Brigadegeneral Dr. Wittmann: „Bemühungen in der Bundeswehr, ein Berufsbild oder Bild des Offiziers zu formulieren oder einvernehmlich zu verabschieden, sind in der Vergangenheit gescheitert, weil die Diskussionen immer ideologisch aufgeladen waren, weil historische Brüche und Belastungen rasch virulent wurden oder weil fast zwangsläufig sehr konträre Positionen aufeinanderprallten.“</p>
<p>Auf diesem Hintergrund wird natürlich klar, dass die oben genannte Vorgabe der Vorschrift, „ sich für den Auftrag einsatzbereit zu halten“, vermutlich der  Kompromiss war, der sich gerade noch so durchsetzen ließ. Man stelle sich vor, in dieser „ideologisch aufgeladenen“ Lage hätte jemand die „Fähigkeit und den Willen zum Kampf als Grundvoraussetzungen soldatischen Handelns“ gefordert. Das wäre mindestens ein weiterer Bundeswehrskandal geworden. Und man hat förmlich vor Augen, was die Medien daraus gemacht hätten.</p>
<p>Und nun soll sich die heutige Generation von Soldaten weiter für den „Auftrag einsatzbereit halten“. Als „idealtypische Forderung“ an den „Staatsbürger in Uniform“. Das ist eine Zumutung! Die heutigen Soldaten stehen im Kampf. Sie bezeichnen sich selbst als die „Generation Einsatz“ und führen ihren Auftrag schon seit Jahren mit der Waffe in der Hand durch.</p>
<p>Nein, hier fehlen  nicht nur ein paar Korrekturen. Hier fehlt es an der Courage, den immer so vollmundig betonten „Transformationsprozess“ endlich auch auf die „Innere Führung“ auszudehnen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Koffer</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48807</link>
		<author>Koffer</author>
		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 10:34:31 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48807</guid>
		<description>@Politikverdruss
"Zwischen Gesellschaft, Staat und dem „Staatsbürger in Uniform“ entwickeln sich besonders dann Spannungsfelder, wenn „weltweite Einsätze“ nicht von allen getragen werden. Das ist aktuell am Afghanistan-Einsatz sehr gut zu beobachten."

Da stimmt ich Ihnen mal zu!

Aber nicht weil das Leitbild des "Staatsbürgers in Uniform" an sich hier ein Problem macht, sondern vielmehr weil viele kalte Krieger in Politik und Armee nicht bereit eine zeitgemäße Aktualisierung des Leitbildes vorzunehmen.

Natürlich muß die Öffentlichkeit langsam lernen die Bw nicht für die Entscheidungen der BReg verantwortlich zu machen, also ihre Ablehnung z.B. des ISAF-Einsatzes der BReg aufzubürden und nicht uns Soldaten.

Die Amerikaner bekommen das ja sehr gut hin, wie man angesichts der sehr genauen Differenzierung der Öffentlichkeit und der veröffentlichten Meinung zwischen dem mehrheitlich abgelehnten IRAK-Einsatz und den dennoch weiterhin hoch anerkannten Soldaten deutlich machte.

Meiner Meinung nach machen Politik und vor allem militärische Führung eine fast schon fatalen Fehler, wenn sie versuchen weiterhin die Rechtfertigungsmuster des kalten Krieges auf heutige Einsätze anzuwenden.

Das kann nur zu einem Mißverhältniss zumischen propagierter und tatsächlicher Wahrnehmung führen und schließlich zu einer großen Berufsunzufriedenheit bei den Soldaten.

Aber dieser Aspekt hat NICHTS mit dem Staatsbürger in Uniform ansich zu tun.

Denn der Kern des Staatsbürgers in Uniform bei einer zeitgemäßen Anpassung der Details gar nicht zur Debatte!

Warum sollte denn der ISAF-Einsatz irgendetwas mit einem der beiden Grundpfeiler des Leitbildes zu tun haben?

Weder die staatsbürgerlichen Rechte der Soldaten unterliegen einer im wesentlichen andere Betrachtung als zu Zeiten des kalten Krieges noch (also der Anteil Staatsbürger) noch die Aufgabe eines Soldaten Deutschland treu zu dienen (also der Anteil Uniform).

Es ist doch nicht gesagt, dass Staatsbürger in Uniform nur im Rahmen der Landesverteidigung eingesetzt werden können.

Der Wegfall der Wehrpflicht ist hier schon ein größeres Problem. Aber das Leitbild galt früher ja auch schon für SaZ und BS, also warum sollte es jetzt zusammenbrechen nur weil wir (leider) keine Wehrpflicht mehr haben?!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Politikverdruss<br />
&#8220;Zwischen Gesellschaft, Staat und dem „Staatsbürger in Uniform“ entwickeln sich besonders dann Spannungsfelder, wenn „weltweite Einsätze“ nicht von allen getragen werden. Das ist aktuell am Afghanistan-Einsatz sehr gut zu beobachten.&#8221;</p>
<p>Da stimmt ich Ihnen mal zu!</p>
<p>Aber nicht weil das Leitbild des &#8220;Staatsbürgers in Uniform&#8221; an sich hier ein Problem macht, sondern vielmehr weil viele kalte Krieger in Politik und Armee nicht bereit eine zeitgemäße Aktualisierung des Leitbildes vorzunehmen.</p>
<p>Natürlich muß die Öffentlichkeit langsam lernen die Bw nicht für die Entscheidungen der BReg verantwortlich zu machen, also ihre Ablehnung z.B. des ISAF-Einsatzes der BReg aufzubürden und nicht uns Soldaten.</p>
<p>Die Amerikaner bekommen das ja sehr gut hin, wie man angesichts der sehr genauen Differenzierung der Öffentlichkeit und der veröffentlichten Meinung zwischen dem mehrheitlich abgelehnten IRAK-Einsatz und den dennoch weiterhin hoch anerkannten Soldaten deutlich machte.</p>
<p>Meiner Meinung nach machen Politik und vor allem militärische Führung eine fast schon fatalen Fehler, wenn sie versuchen weiterhin die Rechtfertigungsmuster des kalten Krieges auf heutige Einsätze anzuwenden.</p>
<p>Das kann nur zu einem Mißverhältniss zumischen propagierter und tatsächlicher Wahrnehmung führen und schließlich zu einer großen Berufsunzufriedenheit bei den Soldaten.</p>
<p>Aber dieser Aspekt hat NICHTS mit dem Staatsbürger in Uniform ansich zu tun.</p>
<p>Denn der Kern des Staatsbürgers in Uniform bei einer zeitgemäßen Anpassung der Details gar nicht zur Debatte!</p>
<p>Warum sollte denn der ISAF-Einsatz irgendetwas mit einem der beiden Grundpfeiler des Leitbildes zu tun haben?</p>
<p>Weder die staatsbürgerlichen Rechte der Soldaten unterliegen einer im wesentlichen andere Betrachtung als zu Zeiten des kalten Krieges noch (also der Anteil Staatsbürger) noch die Aufgabe eines Soldaten Deutschland treu zu dienen (also der Anteil Uniform).</p>
<p>Es ist doch nicht gesagt, dass Staatsbürger in Uniform nur im Rahmen der Landesverteidigung eingesetzt werden können.</p>
<p>Der Wegfall der Wehrpflicht ist hier schon ein größeres Problem. Aber das Leitbild galt früher ja auch schon für SaZ und BS, also warum sollte es jetzt zusammenbrechen nur weil wir (leider) keine Wehrpflicht mehr haben?!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Koffer</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48806</link>
		<author>Koffer</author>
		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 10:25:19 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48806</guid>
		<description>"Allerdings war ich nach meinem Dienst auch als Zivilist in militärischen Dienstleistungsbereich im Ausland tätig (absolut im Einklang mit deutschem Recht), was für meine Arbeit zunächst keinen Unterschied machte. So wie es für Piloten oder Ärzte keinen Unterschied machen sollte, wenn sie von der Bundeswehr zur Lufthansa oder in ein ziviles Krankenhaus wechseln. Sind das schlechtere Menschen, weil sie ganz “archaisch” primär durch Freude an der professionellen Ausübung ihres Berufs motiviert sind und dabei einer professionellen Ethik und den Gesetzen ihrer Heimat folgen" 

Ich habe lange überlegt, ob ich hierauf wirklich antworten soll, denn Ihre bisherigen Beiträge haben eigentlich bei mir einen Respekt für Ihre Person wachsen lassen. 

Trotz dieser Zweifel kann ich den Absatz so einfach nicht stehen lassen. Am Beispiel privater Militärdienstleister wird vielleicht genau das deutlich was ich meine. 

Geht es nur um Beratung im eigentlichen Sinne, dann sehe ich das persönlich als unproblematisch an sofern die Tätigkeit nicht gegen die Interessen der Bundesrepublik verstoßen. 

Allerdings ist hier auch kaum eine \"archaisch-martialische\" Motivation gegeben. Archaisch-martialische Motivation bedingt im Regelfall eigenen Gefechtstätigkeit oder Ausbildung hierzu, eine kameradschaftlich organisierte Gruppenstruktur etc. 

Wenn es also bei Ihrer o.a. Tätigkeit um praktische soldatische Tätigkeiten mit der tatsächlichen oder zumindest in Kauf genommenen Gewaltanwendung zugunsten eines fremden Staates ging, dann bezeichne ich Sie als Söldner. 

Und da ich zutiefst daran glaube, dass Soldatentum einem höheren Zweck dienen muß (nämlich dem eigenen Vaterland) sind für mich Söldner nur Abschaum. 

Schwieriger einzuordnen sind Tätigkeiten für Großkonzerne, da hier häufig die Grenzen zwischen berechtigtem Schutz eigener Interessen und Einmischung in fremde, staatliche Angelegenheiten verwischen. Aber vom Prinzip her wende ich auch bei solchen Tätigkeiten die beschriebene Differenzierung an. 

Jetzt werden Sie fragen, warum ist für mich eine Person die im Auftrag des Staates tötet ein (potentieller) Held und eine Person die dies für eine ausländische Macht oder eine Firma tut ein Verbrecher? Weil ich der Meinung bin, dass Krieg und Gewalt ein Verstoß gegen Gottes Gebote sind und nur und einzig und allein der Dienst am eigenen Vaterland diese Handlung rechtfertigt. 

BTW Ich habe übrigens nichts dagegen wenn besonders bei jungen Soldaten zu einer inhaltlich-idealistischen Grundmotivation als Nebenmotivation auch archaisch-martialische oder sogar bis zu einem gewissen Grade pekuniäre Aspekte hinzutreten. Sofern und solange diese nicht das Übergewicht bekommen. 

Und ich weiß auch, dass nicht bei jedem jungen Landser diese hehren Forderungen erfüllt werden. Aber wir sprechen hier doch über Leitbilder, richtig? Und da muß eine abstrakte Forderung formuliert werden, die dann in der Praxis durchaus etwas pragmatischer angewandt werden muß ;) 

"”Ich glaube an den Staat, dem ich diene…Ich diene doch nicht einer Partei oder einer Gesinnung, sondern ist diene meinem Vaterland.” Ich habe erlebt, dass zwischen Handeln des Staates und dem besten Interesse des Volkes ein fundamentaler Unterschied bestehen kann." 

Zwar haben Sie grundsätzlich recht, dass dies so sein kann. Aber wenn dies in ein absolutes Missverhältnis zu einander tritt, dann kann man meines Erachtens nach nicht mehr Soldat sein. 

Der Soldat dient zwar in letzter Konsequenz dem Vaterland ansich. Aber rein handwerklich wird er zum Mittel des Staates. Wenn also nach Ihrer Meinung Staat und Vaterland zu sehr differieren, dann können Sie doch nicht Soldat sein, oder? 

Da ich aber sowohl ein Deutschland, als auch an den deutschen Staat glaube (bei aller Kritik die ich äußere), ist dies für mich kein Problem (noch nicht...).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Allerdings war ich nach meinem Dienst auch als Zivilist in militärischen Dienstleistungsbereich im Ausland tätig (absolut im Einklang mit deutschem Recht), was für meine Arbeit zunächst keinen Unterschied machte. So wie es für Piloten oder Ärzte keinen Unterschied machen sollte, wenn sie von der Bundeswehr zur Lufthansa oder in ein ziviles Krankenhaus wechseln. Sind das schlechtere Menschen, weil sie ganz “archaisch” primär durch Freude an der professionellen Ausübung ihres Berufs motiviert sind und dabei einer professionellen Ethik und den Gesetzen ihrer Heimat folgen&#8221; </p>
<p>Ich habe lange überlegt, ob ich hierauf wirklich antworten soll, denn Ihre bisherigen Beiträge haben eigentlich bei mir einen Respekt für Ihre Person wachsen lassen. </p>
<p>Trotz dieser Zweifel kann ich den Absatz so einfach nicht stehen lassen. Am Beispiel privater Militärdienstleister wird vielleicht genau das deutlich was ich meine. </p>
<p>Geht es nur um Beratung im eigentlichen Sinne, dann sehe ich das persönlich als unproblematisch an sofern die Tätigkeit nicht gegen die Interessen der Bundesrepublik verstoßen. </p>
<p>Allerdings ist hier auch kaum eine \&#8221;archaisch-martialische\&#8221; Motivation gegeben. Archaisch-martialische Motivation bedingt im Regelfall eigenen Gefechtstätigkeit oder Ausbildung hierzu, eine kameradschaftlich organisierte Gruppenstruktur etc. </p>
<p>Wenn es also bei Ihrer o.a. Tätigkeit um praktische soldatische Tätigkeiten mit der tatsächlichen oder zumindest in Kauf genommenen Gewaltanwendung zugunsten eines fremden Staates ging, dann bezeichne ich Sie als Söldner. </p>
<p>Und da ich zutiefst daran glaube, dass Soldatentum einem höheren Zweck dienen muß (nämlich dem eigenen Vaterland) sind für mich Söldner nur Abschaum. </p>
<p>Schwieriger einzuordnen sind Tätigkeiten für Großkonzerne, da hier häufig die Grenzen zwischen berechtigtem Schutz eigener Interessen und Einmischung in fremde, staatliche Angelegenheiten verwischen. Aber vom Prinzip her wende ich auch bei solchen Tätigkeiten die beschriebene Differenzierung an. </p>
<p>Jetzt werden Sie fragen, warum ist für mich eine Person die im Auftrag des Staates tötet ein (potentieller) Held und eine Person die dies für eine ausländische Macht oder eine Firma tut ein Verbrecher? Weil ich der Meinung bin, dass Krieg und Gewalt ein Verstoß gegen Gottes Gebote sind und nur und einzig und allein der Dienst am eigenen Vaterland diese Handlung rechtfertigt. </p>
<p>BTW Ich habe übrigens nichts dagegen wenn besonders bei jungen Soldaten zu einer inhaltlich-idealistischen Grundmotivation als Nebenmotivation auch archaisch-martialische oder sogar bis zu einem gewissen Grade pekuniäre Aspekte hinzutreten. Sofern und solange diese nicht das Übergewicht bekommen. </p>
<p>Und ich weiß auch, dass nicht bei jedem jungen Landser diese hehren Forderungen erfüllt werden. Aber wir sprechen hier doch über Leitbilder, richtig? Und da muß eine abstrakte Forderung formuliert werden, die dann in der Praxis durchaus etwas pragmatischer angewandt werden muß <img src='http://bendler-blog.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8220;”Ich glaube an den Staat, dem ich diene…Ich diene doch nicht einer Partei oder einer Gesinnung, sondern ist diene meinem Vaterland.” Ich habe erlebt, dass zwischen Handeln des Staates und dem besten Interesse des Volkes ein fundamentaler Unterschied bestehen kann.&#8221; </p>
<p>Zwar haben Sie grundsätzlich recht, dass dies so sein kann. Aber wenn dies in ein absolutes Missverhältnis zu einander tritt, dann kann man meines Erachtens nach nicht mehr Soldat sein. </p>
<p>Der Soldat dient zwar in letzter Konsequenz dem Vaterland ansich. Aber rein handwerklich wird er zum Mittel des Staates. Wenn also nach Ihrer Meinung Staat und Vaterland zu sehr differieren, dann können Sie doch nicht Soldat sein, oder? </p>
<p>Da ich aber sowohl ein Deutschland, als auch an den deutschen Staat glaube (bei aller Kritik die ich äußere), ist dies für mich kein Problem (noch nicht&#8230;).</p>
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	<item>
		<title>Von: Politikverdruss</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48772</link>
		<author>Politikverdruss</author>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 18:17:40 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48772</guid>
		<description>Zwischen Gesellschaft, Staat und dem „Staatsbürger in Uniform“ entwickeln sich besonders dann  Spannungsfelder, wenn  „weltweite Einsätze“ nicht von allen getragen werden. Das ist  aktuell am Afghanistan-Einsatz sehr gut zu beobachten.

Bereits für Baudissin lautete die Grundfrage an den Soldaten:“ Wie steht dieser zu Gesellschaft und Staat, für die er kämpfen soll?“  Ja, wie steht denn ein Soldat zu einer Gesellschaft, für die er kämpfen soll, die seinen Kampf aber selbst ablehnt? Und wie steht die Gesellschaft ihm gegenüber? Wie steht denn ein Soldat seinem Staat gegenüber, der ihn zum Kampf auffordert für Ziele, die er nicht teilt? Wie will man denn die Zentrale Dienstvorschrift umsetzen, wenn dort  gefordert ist: “Sie ( die Soldaten) sollen überzeugt sein, dass ihr Auftrag politisch gewollt, militärisch leistbar sowie rechtlich und moralisch begründet ist.“(ZDv 12/1 Nr.303)

In der Landesverteidigung des „Kalten Krieges“ traten diese Spannungsfelder für den “geborenen Vaterlandsverteidiger“ nicht auf. Heute dagegen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung und werden zu Recht als „hochproblematisch“ angesehen. Staat und Gesellschaft sollten ihre Soldaten mit diesen Fragen nicht alleine lassen. Betrachtet man dazu aber die sprunghaft gestiegenen Veröffentlichungen, vielfach auch aus dem Kreis der Soldaten, dann wird deutlich, dass sich der heutige Soldat doch weitgehend alleine gelassen fühlt.

Da greift Vieles nicht mehr ineinander. Und die Diskussion, die Minister de Maziere mit der Frage angestoßen hat, ob es sich in Afghanistan nun doch nicht um einen „Krieg“ handelt, wird sicherlich kaum weiterführen. 

In der Zeitschrift Innere Führung haben Dr. Andreas Herberg-Rothe und Oberst i.G. Thiele den Themenkomplex mit folgender Forderung auf den Punkt gebracht: „Eine Justierung des Leitbildes der Bundeswehrsoldaten ist fällig, gerade auch wenn man die Grundsätze der Inneren Führung schätzt. Das Konzept des demokratischen Kriegers beugt deren Erosion vor und überbrückt das Spannungsfeld zwischen ziviler Gesellschaft und Einsatzrealität…“ (if Nr.1/2010 S.26-30)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen Gesellschaft, Staat und dem „Staatsbürger in Uniform“ entwickeln sich besonders dann  Spannungsfelder, wenn  „weltweite Einsätze“ nicht von allen getragen werden. Das ist  aktuell am Afghanistan-Einsatz sehr gut zu beobachten.</p>
<p>Bereits für Baudissin lautete die Grundfrage an den Soldaten:“ Wie steht dieser zu Gesellschaft und Staat, für die er kämpfen soll?“  Ja, wie steht denn ein Soldat zu einer Gesellschaft, für die er kämpfen soll, die seinen Kampf aber selbst ablehnt? Und wie steht die Gesellschaft ihm gegenüber? Wie steht denn ein Soldat seinem Staat gegenüber, der ihn zum Kampf auffordert für Ziele, die er nicht teilt? Wie will man denn die Zentrale Dienstvorschrift umsetzen, wenn dort  gefordert ist: “Sie ( die Soldaten) sollen überzeugt sein, dass ihr Auftrag politisch gewollt, militärisch leistbar sowie rechtlich und moralisch begründet ist.“(ZDv 12/1 Nr.303)</p>
<p>In der Landesverteidigung des „Kalten Krieges“ traten diese Spannungsfelder für den “geborenen Vaterlandsverteidiger“ nicht auf. Heute dagegen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung und werden zu Recht als „hochproblematisch“ angesehen. Staat und Gesellschaft sollten ihre Soldaten mit diesen Fragen nicht alleine lassen. Betrachtet man dazu aber die sprunghaft gestiegenen Veröffentlichungen, vielfach auch aus dem Kreis der Soldaten, dann wird deutlich, dass sich der heutige Soldat doch weitgehend alleine gelassen fühlt.</p>
<p>Da greift Vieles nicht mehr ineinander. Und die Diskussion, die Minister de Maziere mit der Frage angestoßen hat, ob es sich in Afghanistan nun doch nicht um einen „Krieg“ handelt, wird sicherlich kaum weiterführen. </p>
<p>In der Zeitschrift Innere Führung haben Dr. Andreas Herberg-Rothe und Oberst i.G. Thiele den Themenkomplex mit folgender Forderung auf den Punkt gebracht: „Eine Justierung des Leitbildes der Bundeswehrsoldaten ist fällig, gerade auch wenn man die Grundsätze der Inneren Führung schätzt. Das Konzept des demokratischen Kriegers beugt deren Erosion vor und überbrückt das Spannungsfeld zwischen ziviler Gesellschaft und Einsatzrealität…“ (if Nr.1/2010 S.26-30)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Delta 0219</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48752</link>
		<author>Delta 0219</author>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:22:49 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48752</guid>
		<description>@Koffer
"Tut mir leid, aber Leute, die primär aus martialisch-archaischen Gründen Soldat werden, sind Mörder und Söldner."

Meinen wir dasselbe mit "martialischen-archaischen Gründen"? Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich weder "Mörder" bin noch während meines Dienstes in der Bundeswehr "Söldner" war. Allerdings war ich nach meinem Dienst auch als Zivilist in militärischen Dienstleistungsbereich im Ausland tätig (absolut im Einklang mit deutschem Recht), was für meine Arbeit zunächst keinen Unterschied machte. So wie es für Piloten oder Ärzte keinen Unterschied machen sollte, wenn sie von der Bundeswehr zur Lufthansa oder in ein ziviles Krankenhaus wechseln. Sind das schlechtere Menschen, weil sie ganz "archaisch" primär durch Freude an der professionellen Ausübung ihres Berufs motiviert sind und dabei einer professionellen Ethik und den Gesetzen ihrer Heimat folgen?

Es gibt aber m.E. noch eine andere "archaische" Motivation zum Dienst, nämlich die, dem eigenen Volk (das nicht immer deckungsgleich mit seinen staatlichen Repräsentanten sein muss) zu dienen. Dazu unten mehr.

"Und über die Behauptung, dass die Rambo-Typen die nachweisbar besseren Soldaten sind kann ich nur lachen."

Ihre bisherigen Beiträge zeigen mir, dass simple Klischees über "Rambo-Typen" unter Ihrem Niveau sind.

@"Ich glaube an den Staat, dem ich diene...Ich diene doch nicht einer Partei oder einer Gesinnung, sondern ist diene meinem Vaterland."

Ich habe erlebt, dass zwischen Handeln des Staates und dem besten Interesse des Volkes ein fundamentaler Unterschied bestehen kann. Es geht um konkrete Situationen, in denen die politische Führung Entscheidungen getroffen hat, die absolut nicht im Sinne des Ganzen waren. Ich kann nicht an einen Staat glauben, der solche Entscheidungen nicht nur in einem Fall getroffen hat, sondern in dem offensichtlich inkompetente Personen weitgehend unwidersprochen wieder und wieder gravierende Fehler machen durften, ohne dass die Korrekturmechanismen, derer sich die Demokratie rühmt, gegriffen haben. Zudem kenne ich sehr viele Soldaten, denen es ähnlich geht. Eben weil ich und diese Soldaten nicht durch "Glauben an den Staat" motiviert waren, sondern Profis sein wollten, haben wir auch unter diesen Bedingungen weiter funktioniert und sind dabei stets loyal geblieben.

Eine InFü, die "Glauben an den Staat" voraussetzt, wäre m.E. eine sehr gefährliche Sache. Und ich bleibe dabei: "Glauben an den Staat" verordnen zu wollen ist Ausdruck eines fragwürdigen Menschenbilds. Man kann absolute Loyalität befehlen und sollte diese auch verlangen, aber nicht "Glauben". Ich kenne eine "Pflicht zum treuen Dienen", aber keine "Pflicht zum Glauben".

Das Grundgesetz enthält in allen hier diskutierten Punkten mehr politisch-philosophische Weisheit als die Praxis es manchmal vermuten lässt: Es erkennt an, dass man Glauben nicht sinnvoll verordnen kann, und unterscheidet auch zwischen Loyalität zum Staat einerseits und zum Volk andererseits. Es erkennt sogar die Interessenkonflikte an, die entstehen können, wenn sich Kräfte des Staates bemächtigen, die dessen ursprüngliche Grundordnung schleichend aushöhlen, etwa wenn sie Freiheitsrechte durch Verordnung von Weltanschauung außer Kraft setzen würden. Als ehemaliger Soldat, der ganz "archaisch" auch durch die Wahrnehmung von Pflicht gegenüber dem eigenen Volk motiviert ist, trete ich in diesem Sinne für Skepsis gegenüber dem Staat ein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Koffer<br />
&#8220;Tut mir leid, aber Leute, die primär aus martialisch-archaischen Gründen Soldat werden, sind Mörder und Söldner.&#8221;</p>
<p>Meinen wir dasselbe mit &#8220;martialischen-archaischen Gründen&#8221;? Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich weder &#8220;Mörder&#8221; bin noch während meines Dienstes in der Bundeswehr &#8220;Söldner&#8221; war. Allerdings war ich nach meinem Dienst auch als Zivilist in militärischen Dienstleistungsbereich im Ausland tätig (absolut im Einklang mit deutschem Recht), was für meine Arbeit zunächst keinen Unterschied machte. So wie es für Piloten oder Ärzte keinen Unterschied machen sollte, wenn sie von der Bundeswehr zur Lufthansa oder in ein ziviles Krankenhaus wechseln. Sind das schlechtere Menschen, weil sie ganz &#8220;archaisch&#8221; primär durch Freude an der professionellen Ausübung ihres Berufs motiviert sind und dabei einer professionellen Ethik und den Gesetzen ihrer Heimat folgen?</p>
<p>Es gibt aber m.E. noch eine andere &#8220;archaische&#8221; Motivation zum Dienst, nämlich die, dem eigenen Volk (das nicht immer deckungsgleich mit seinen staatlichen Repräsentanten sein muss) zu dienen. Dazu unten mehr.</p>
<p>&#8220;Und über die Behauptung, dass die Rambo-Typen die nachweisbar besseren Soldaten sind kann ich nur lachen.&#8221;</p>
<p>Ihre bisherigen Beiträge zeigen mir, dass simple Klischees über &#8220;Rambo-Typen&#8221; unter Ihrem Niveau sind.</p>
<p>@&#8221;Ich glaube an den Staat, dem ich diene&#8230;Ich diene doch nicht einer Partei oder einer Gesinnung, sondern ist diene meinem Vaterland.&#8221;</p>
<p>Ich habe erlebt, dass zwischen Handeln des Staates und dem besten Interesse des Volkes ein fundamentaler Unterschied bestehen kann. Es geht um konkrete Situationen, in denen die politische Führung Entscheidungen getroffen hat, die absolut nicht im Sinne des Ganzen waren. Ich kann nicht an einen Staat glauben, der solche Entscheidungen nicht nur in einem Fall getroffen hat, sondern in dem offensichtlich inkompetente Personen weitgehend unwidersprochen wieder und wieder gravierende Fehler machen durften, ohne dass die Korrekturmechanismen, derer sich die Demokratie rühmt, gegriffen haben. Zudem kenne ich sehr viele Soldaten, denen es ähnlich geht. Eben weil ich und diese Soldaten nicht durch &#8220;Glauben an den Staat&#8221; motiviert waren, sondern Profis sein wollten, haben wir auch unter diesen Bedingungen weiter funktioniert und sind dabei stets loyal geblieben.</p>
<p>Eine InFü, die &#8220;Glauben an den Staat&#8221; voraussetzt, wäre m.E. eine sehr gefährliche Sache. Und ich bleibe dabei: &#8220;Glauben an den Staat&#8221; verordnen zu wollen ist Ausdruck eines fragwürdigen Menschenbilds. Man kann absolute Loyalität befehlen und sollte diese auch verlangen, aber nicht &#8220;Glauben&#8221;. Ich kenne eine &#8220;Pflicht zum treuen Dienen&#8221;, aber keine &#8220;Pflicht zum Glauben&#8221;.</p>
<p>Das Grundgesetz enthält in allen hier diskutierten Punkten mehr politisch-philosophische Weisheit als die Praxis es manchmal vermuten lässt: Es erkennt an, dass man Glauben nicht sinnvoll verordnen kann, und unterscheidet auch zwischen Loyalität zum Staat einerseits und zum Volk andererseits. Es erkennt sogar die Interessenkonflikte an, die entstehen können, wenn sich Kräfte des Staates bemächtigen, die dessen ursprüngliche Grundordnung schleichend aushöhlen, etwa wenn sie Freiheitsrechte durch Verordnung von Weltanschauung außer Kraft setzen würden. Als ehemaliger Soldat, der ganz &#8220;archaisch&#8221; auch durch die Wahrnehmung von Pflicht gegenüber dem eigenen Volk motiviert ist, trete ich in diesem Sinne für Skepsis gegenüber dem Staat ein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Soenke Marahrens</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48747</link>
		<author>Soenke Marahrens</author>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 06:08:14 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48747</guid>
		<description>@Koffer, Politikverdruss


Ich habe "Soldaten im Einsatz" gelesen und kann es fuer diese Diskussion nur empfehlen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Koffer, Politikverdruss</p>
<p>Ich habe &#8220;Soldaten im Einsatz&#8221; gelesen und kann es fuer diese Diskussion nur empfehlen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Koffer</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48723</link>
		<author>Koffer</author>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 20:20:13 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2011/12/20/die-gretchenfrage-fur-den-offizier/#comment-48723</guid>
		<description>@Delta 0219
"Es dürfte durch Umfragen und einen Vergleich der Ergebnisse mit individuellen Leistungsdaten nämlich rasch nachweisbar sein, dass gerade die fähigsten und belastbarsten Soldaten nicht aus ideologischen Gründen bzw. glühendem Glauben an die Erlösung des Menschen und die Genesung der Welt durch das Grundgesetz dienen, sondern eben aus den abgelehnten “martialisch-archaischen Gründen”."

Tut mir leid, aber Leute, die primär aus martialisch-archaischen Gründen Soldat werden, sind Mörder und Söldner.

Von einem deutschen Soldaten erwarte ich deutlich mehr!

Und über die Behauptung, dass die Rambo-Typen die nachweisbar besseren Soldaten sind kann ich nur lachen. Sie sind vielleicht die besseren Waffenbediener, aber Soldat sein bedeutet doch hoffentlich mehr als nur Gewehrschütze zu sein!

"Je geringer die Distanz zum Kampfeinsatz, desto größer die Distanz zur Ideologie ihren politischen Repräsentanten."

Na, das will ich mal mit Zahlen und Fakten belegt haben! Ich glaube an den Staat, dem ich diene und dem ich einen Eid geleistet habe und dennoch glaube ich, dass ein Soldat in aller erster Linie Kämpfer sein sollte.

Wo ist denn hier bitte der Widerspruch?!

"Und was sollte daran auch falsch sein? Man verlangt doch auch nicht von Ärzten oder Piloten (auch Berufe mit besonderem Ethos und besonderer Verantwortung für Menschen), dass sie in erster Linie aus politischen Gründen tätig sein sollen, und stellt bei ihnen Gesinnung über Professionalität bzw. verachtet sogar den unpolitischen Profi."

Wieso aus politischen Gründen? Ich diene doch nicht einer Partei oder einer Gesinnung, sondern ist diene meinem Vaterland. Was hat diese Frage denn mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform zu tun?

@Politikverdruss
"wenn ich Ihren Beitrag vom 17.01.12 23:14 richtig einordne, dann stellen Sie das alte Fundament des Leitbildes vom Staatsbürger in Uniform dar und zeigen darüber hinaus Einzelaspekte im Rechtsstatus des Soldaten auf, die im Laufe der Zeit „reparaturanfällig“ geworden sind."

Richtig, denn das schöne am Staatsbürger in Uniform ist, dass eben nur der Kern unabänderlich ist und durch regelmäßige "Reparaturen" in den Details es immer wieder den neuen Bedürfnissen angepasst werden kann!

"Das ministerielle Diktat, das „Leitbild habe sich bewährt“ und sei deshalb unantastbar, ist doch kaum akzeptabel und zeigt einmal mehr, dass die strategische Kommunikation nicht zu den Dingen gehört, die im BMVg „erfunden“ wurde."

Da bin ich ganz bei Ihnen!

Ich finde es unerträglich, dass die politische und militärische Führung sich einer Aktualisierung des Leitbildes schlichtweg verweigert!

Denn das der Kern unantastbar ist und sich bewährt hat, dass ändert ja nichts daran, dass dennoch dringend einige "Reparaturen" in den Details anstehen.

Zu behaupten, man können mit den gleichen Mechanismen und Argumenten wie vor 25 Jahren eine Armee betreiben, ist ja schlichtweg ein Fall für die FU VI!

"Soldaten müssen vielmehr lernen, dass eine Interventionsarmee nicht mehr damit rechnen kann, von der ganzen Gesellschaft bei allen Aktivitäten gestützt zu werden. Sie müssen sich damit zufrieden geben, dass sie generell für notwendig gehalten werden und ihnen vertraut wird. Sie sind jetzt Instrument der Regierungspolitik, auch wenn wir eine Parlamentsarmee haben und die Institutionen, die sie einsetzen, demokratische legitimiert sind. "

Genau so etwas meine ich z.B.!

Diese Frage gehört nun ja nicht zum Kern des Staatsbürgers in Uniform, muß aber dennoch DRINGEND angepackt werden.

Ich hatte vor einiger Zeit am ZInFü eine heftige Diskussion mit einem dortigen LehrStOffz, der PolBil heute immer noch mit den gleichen Instrumenten durchführen wollte wie zu Zeiten des Kalten Krieges.

Der wollte einfach nicht begreifen, dass heutzutage ein Soldat von Einsätzen nicht zwingend inhaltlich überzeugt sein muß und dennoch treu dienen kann.

Als ich ihm versuchte klarzumachen, dass man durchaus als Staatsbürger inhaltlich gegen den AFG Einsatz sein könne, aber als Soldat ("Uniform") dennoch voller Motivation nach AFG gehen kann.

Kam er wieder nur mit der alten Leier, dass man alle Soldaten seiner Einheit inhaltlich überzeugen solle etc. etc.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Delta 0219<br />
&#8220;Es dürfte durch Umfragen und einen Vergleich der Ergebnisse mit individuellen Leistungsdaten nämlich rasch nachweisbar sein, dass gerade die fähigsten und belastbarsten Soldaten nicht aus ideologischen Gründen bzw. glühendem Glauben an die Erlösung des Menschen und die Genesung der Welt durch das Grundgesetz dienen, sondern eben aus den abgelehnten “martialisch-archaischen Gründen”.&#8221;</p>
<p>Tut mir leid, aber Leute, die primär aus martialisch-archaischen Gründen Soldat werden, sind Mörder und Söldner.</p>
<p>Von einem deutschen Soldaten erwarte ich deutlich mehr!</p>
<p>Und über die Behauptung, dass die Rambo-Typen die nachweisbar besseren Soldaten sind kann ich nur lachen. Sie sind vielleicht die besseren Waffenbediener, aber Soldat sein bedeutet doch hoffentlich mehr als nur Gewehrschütze zu sein!</p>
<p>&#8220;Je geringer die Distanz zum Kampfeinsatz, desto größer die Distanz zur Ideologie ihren politischen Repräsentanten.&#8221;</p>
<p>Na, das will ich mal mit Zahlen und Fakten belegt haben! Ich glaube an den Staat, dem ich diene und dem ich einen Eid geleistet habe und dennoch glaube ich, dass ein Soldat in aller erster Linie Kämpfer sein sollte.</p>
<p>Wo ist denn hier bitte der Widerspruch?!</p>
<p>&#8220;Und was sollte daran auch falsch sein? Man verlangt doch auch nicht von Ärzten oder Piloten (auch Berufe mit besonderem Ethos und besonderer Verantwortung für Menschen), dass sie in erster Linie aus politischen Gründen tätig sein sollen, und stellt bei ihnen Gesinnung über Professionalität bzw. verachtet sogar den unpolitischen Profi.&#8221;</p>
<p>Wieso aus politischen Gründen? Ich diene doch nicht einer Partei oder einer Gesinnung, sondern ist diene meinem Vaterland. Was hat diese Frage denn mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform zu tun?</p>
<p>@Politikverdruss<br />
&#8220;wenn ich Ihren Beitrag vom 17.01.12 23:14 richtig einordne, dann stellen Sie das alte Fundament des Leitbildes vom Staatsbürger in Uniform dar und zeigen darüber hinaus Einzelaspekte im Rechtsstatus des Soldaten auf, die im Laufe der Zeit „reparaturanfällig“ geworden sind.&#8221;</p>
<p>Richtig, denn das schöne am Staatsbürger in Uniform ist, dass eben nur der Kern unabänderlich ist und durch regelmäßige &#8220;Reparaturen&#8221; in den Details es immer wieder den neuen Bedürfnissen angepasst werden kann!</p>
<p>&#8220;Das ministerielle Diktat, das „Leitbild habe sich bewährt“ und sei deshalb unantastbar, ist doch kaum akzeptabel und zeigt einmal mehr, dass die strategische Kommunikation nicht zu den Dingen gehört, die im BMVg „erfunden“ wurde.&#8221;</p>
<p>Da bin ich ganz bei Ihnen!</p>
<p>Ich finde es unerträglich, dass die politische und militärische Führung sich einer Aktualisierung des Leitbildes schlichtweg verweigert!</p>
<p>Denn das der Kern unantastbar ist und sich bewährt hat, dass ändert ja nichts daran, dass dennoch dringend einige &#8220;Reparaturen&#8221; in den Details anstehen.</p>
<p>Zu behaupten, man können mit den gleichen Mechanismen und Argumenten wie vor 25 Jahren eine Armee betreiben, ist ja schlichtweg ein Fall für die FU VI!</p>
<p>&#8220;Soldaten müssen vielmehr lernen, dass eine Interventionsarmee nicht mehr damit rechnen kann, von der ganzen Gesellschaft bei allen Aktivitäten gestützt zu werden. Sie müssen sich damit zufrieden geben, dass sie generell für notwendig gehalten werden und ihnen vertraut wird. Sie sind jetzt Instrument der Regierungspolitik, auch wenn wir eine Parlamentsarmee haben und die Institutionen, die sie einsetzen, demokratische legitimiert sind. &#8221;</p>
<p>Genau so etwas meine ich z.B.!</p>
<p>Diese Frage gehört nun ja nicht zum Kern des Staatsbürgers in Uniform, muß aber dennoch DRINGEND angepackt werden.</p>
<p>Ich hatte vor einiger Zeit am ZInFü eine heftige Diskussion mit einem dortigen LehrStOffz, der PolBil heute immer noch mit den gleichen Instrumenten durchführen wollte wie zu Zeiten des Kalten Krieges.</p>
<p>Der wollte einfach nicht begreifen, dass heutzutage ein Soldat von Einsätzen nicht zwingend inhaltlich überzeugt sein muß und dennoch treu dienen kann.</p>
<p>Als ich ihm versuchte klarzumachen, dass man durchaus als Staatsbürger inhaltlich gegen den AFG Einsatz sein könne, aber als Soldat (&#8221;Uniform&#8221;) dennoch voller Motivation nach AFG gehen kann.</p>
<p>Kam er wieder nur mit der alten Leier, dass man alle Soldaten seiner Einheit inhaltlich überzeugen solle etc. etc.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
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